Zahlenspiele

Der Mars ist durchschnittlich 228 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Die Lichtgeschwindigkeit beträgt rund 300.000 km pro Sekunde.
Die Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 90.000 Lichtjahren.
Das Universum ist rund 13,7 Milliarden Jahre alt.

Das sind nur einige Beispiele für Zahlenangaben, von denen man sagt, die Wissenschaft habe sich darauf geeinigt. Was nichts anderes bedeutet, als dass ein Anzweifeln dieser Daten oder gar ein Widerspruch nicht mehr zugelassen werden würde. Nachwuchswissenschaftler sind daher gezwungen, auf diesem vorhandenen "Wissensgerüst" aufzubauen. Ein "was aber wäre, wenn..." führt zwangsläufig zu einer Lächerlichmachung aller Theorien und zur gesellschaftlichen Ächtung

Früher, in den Kindertagen der Wissenschaft, hatten es Forscherinnen und Forscher noch leicht. Sie konnten eigene Theorien erproben, neue Zusammenhänge ermitteln und auf eigene Faust losziehen, um neue Welten und unbekannte Zivilisationen zu entdecken. Die "letzte Grenze" war die menschliche Phantasie. Ein typisches Beispiel wäre die Erforschung von Versteinerungen, die zunächst zufällig bei Grabungsarbeiten gefunden wurden und in denen man "Drachen" und ähnliche Monster zu erkennen glaubte, bis es  feststand, dass es irgendwann in der Geschichte unseres Planeten gigantische "Schreckensechsen" gegeben haben muss; eine Feststellung, die sich aber bis heute nicht mit den Grundzügen religiöser Werte vereinbaren lässt. Wir können uns ja nicht einmal darauf einigen, was vor 2.000 Jahren geschah; ob ein junger Zimmermann zu den Menschen sprach und dafür getötet wurde – oder nicht.

„Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: 
In der ersten wird es lächerlich gemacht. In der zweiten bekämpft,
in der dritten gilt es als selbstverständlich.“ 


Die moderne Forschung geht notgedrungen zwei Wege. Das Eine ist eine immer mehr fortschreitende Miniaturisierung. Die alten Griechen glaubten noch, alle Materie bestünde aus etwas so Winzigem, dass es nicht mehr teilbar wäre, und nannten es "Atom". Dieses Gedankenmodell wurde buchstäblich immer mehr zerlegt; heute spalten wir ganz selbstverständlich Atome und nutzen die dabei freiwerdende Energie. Galten früher noch vererbte Eigenschaften als eher zufällig, sind Wissenschaftler heute dabei, die DNA von  Pflanzen und Tieren künstlich zu manipulieren.

Das Gewicht der Erde
Der andere Weg führt in Richtung der Maximierung von Forschungsdaten. Dabei werden Ergebnisse in immer größeren Einheiten angegeben, die nur noch von Fachexperten überprüft (oder angezweifelt) werden können. Das geht so weit, dass einige Angaben so absurd hoch sind, dass sie von Laien nur noch als bloße Spekulation wahrgenommen werden. Nur ein Beispiel: die Masse der Erde wird mit "5,9722 mal 10 hoch 24 kg" angeben. – Eine Zahl, die durch absolut nichts beweisbar ist; es gibt keine Waage, die groß genug wäre, einen Planeten zu wiegen; und der Begriff "Kilogramm" beschreibt eine eher willkürliche, zufällige menschliche Festlegung eines Standards. Dasselbe gilt für so ziemlich jede größere Zeitangabe. Das Alter der Erde wird mit "etwa 4,6 Milliarden Jahren" angegeben. Als ob die Umlaufzeit eines kleinen, unscheinbaren Planeten um seinen Zentralstern am Rande einer nebensächlichen Galaxie als Zeit- und Taktgeber für das ganze Universum gelten könnte. Man kann noch nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, ob das, was wir Menschen als "Jahr" bezeichnen, stets und zu allen Zeiten immer gleich lang war und bleiben wird. Schon Albert Einstein arbeitete in seinen Theorien am Zusammenhang zwischen Materie, Raum und Zeit. Dies impliziert, dass die Zeit, wie wir Menschen sie definieren, keine Konstante ist. Damit werden Sätze wie "vor 65 Millionen Jahren starben die Dinosaurier aus" hinfällig und müssten ersetzt werden durch "es ist sehr, sehr lange her". 

 

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Der Mars ist durchschnittlich 228 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Die Lichtgeschwindigkeit beträgt rund 300.000 km pro Sekunde...