Alle Jahre wieder

In der Ausgabe der Zeitschrift „Sagenhafte Zeiten“ vom Dezember 2025 wurde in einem ausführlichen Artikel die Herkunft und Bedeutung der Geschichte vom Stern von Bethlehem beschrieben, wie sie in der Bibel im Matthäus-Evangelium überliefert ist und seit Generationen immer wieder zur Weihnachtszeit zitiert wird. 

Mal abgesehen davon, dass ich sehr kritisch der Art und Weise gegenüberstehe, einzelne Passagen der Bibel absolut wörtlich und für bare Münze zu nehmen, während der Rest "nur" als eine nette Ansammlung von Legenden und Mythen betrachtet wird; so kann man meiner Ansicht nach zumindest eine der in dem Artikel aufgeworfenen Fragen recht einfach beantworten, nämlich die, wie denn die drei Heiligen aus dem Morgenlande (Matth. 2, 1-12) die weite Reise „in außergewöhnlich kurzer Zeit“ bewerkstelligen konnten. Nun, es steht ja nicht geschrieben, wann sie denn ihre Reise begonnen haben mögen; nicht auszuschließen wäre doch, dass sie bereits sehr viel früher das seltsame Licht am Himmel beobachteten, dem zu folgen sie dann beschlossen, so dass sie – vielleicht nach einer monatelangen (?) Reise – pünktlich zum Zeitpunkt des historischen Geburtsereignisses vor Ort eintrafen. 

Wichtiger aber ist für mich die Frage, was genau denn eigentlich am Himmel zu sehen war, das die Gelehrten so beunruhigte, dass sie diese gefahrvolle Reise ins Ungewisse antraten: Nach Matthäus ein Stern, den sie im Morgenland sahen und den sie anbeten wollten. 

Seit alters her ist es vor allem in der Seefahrt Brauch, sich auf hoher See nach den Sternen am Firmament zu orientieren. Insbesondere nachts, wenn es weit und breit keine Alternativen gibt, ist es die einzige Möglichkeit, einigermaßen die Richtung der Reise zu bestimmen. Dabei aber ist es natürlich jedem klar, dass die Sterne, die scheinbar bewegungslos am Himmel stehen, sich sehr wohl bewegen (das heißt, natürlich dreht sich die Erdkugel unter ihnen hinweg). Aber niemals hat je ein Seefahrer behauptet, dieser oder jener einzelne Stern hätte bewegungslos vor dem Schiff her geleuchtet und habe es direkt in den Bestimmungshafen gelotst. Wenn also die drei Weisen, die doch wohl als eine Art geistige Elite ihrer Zeit betrachtet werden dürfen, so etwas behaupten, dann muss man doch davon ausgehen, dass sie tatsächlich etwas beobachtet haben, das völlig anders ist als die Sterne, die Nacht für Nacht unverändert am Himmel stehen. 

Hierfür wurden bereits viele natürliche Ursachen als mögliche Erklärung herangezogen, unter anderem beispielsweise eine Supernova, die zufällig gerade zu diesem Zeitpunkt zu sehen gewesen wäre; oder ein vorüberziehender Meteorit. Dies aber wären sicherlich Himmelserscheinungen, die ausgebildeten Beobachtern auch damals schon vergleichsweise leicht erklärbar hätten sein müssten; dies hätte wohl kaum eine weite Reise notwendig gemacht. Außerdem würden solche Besonderheiten natürlich ebenfalls der Himmelsmechanik folgen, also sich bewegen. Völlig absonderlich wird es aber an der Stelle, wo es heißt, der Stern sei über dem Stall von Bethlehem stehengeblieben. Spätestens dies ist mit natürlichen Phänomenen nicht mehr erklärbar. Wenn die Reisenden einem Stern gefolgt sind, dann würde dieser, sobald sie auch nur in die Nähe von Bethlehem kommen, am Horizont stehen wie alle anderen Sterne auch. Wie der Esel, der von der vor seinem Maul hängenden Möhre immer weiter gelockt wird, ohne sie je zu erreichen, würden die Gelehrten immer weiter und weiter reisen. Irgendetwas muss also an dieser Stelle plötzlich anders gewesen sein, so dass das Licht wie ein Suchscheinwerfer ausgerechnet auf einen kleinen, völlig unscheinbaren Stall hindeutet. Noch dazu haben die Reisenden keineswegs mit so etwas rechnen können, da sie ja der Überlieferung nach erwarteten, den König der Juden vorzufinden. 

Stern über Bethlehem

Wenn also ein helles Licht am Nachthimmel stand, das genau diesen Stall beleuchtete: müssten dann die Menschen in der näheren Umgebung dieses Licht nicht ebenfalls wahrgenommen haben? Wohlgemerkt zu einer Zeit, in der noch niemand auch nur daran gedacht hat, Illumination vom Himmel herab zu sehen.

 

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 Ergänzung vom 28. Dezember 2025

Ich habe – das muss ich zugeben – tatsächlich sechzig Jahre benötigt, um endlich voll und ganz zu verstehen, dass es in der Bibel zwei Weihnachtsgeschichten gibt, die teilweise voneinander abweichen; nämlich die Evangelien nach Matthäus und nach Lukas. Wobei die letztere diejenige ist, die regelmäßig von Christen  auf der ganzen Welt in Krippenspielen zitiert und nachgestellt wird; denn sie ist die eindeutig kinderfreundlichere Darstellung. Es ist immer wieder eine anrührende Szene, wenn kleine Kinder sich fleißig bemühen, sowohl die Hirten als auch eine Schafherde dazustellen. Der berühmte Stern von Bethlehem kommt allerdings bei Lukas gar nicht vor; die Hirten werden von Engeln nach Bethlehem geleitet mit einigen klaren Hinweisen, die aus heutiger Sicht ein wenig an die Kommandos eines Navigationsgeräts im Auto erinnern ("Sie haben Ihr Ziel erreicht"). 

Der Stern wird erwähnt bei Matthäus; er leitet die "Weisen aus dem Morgenlande" zum Ziel. Diese Version der Geschichte ist allerdings weniger kindgerecht; zum einen, weil Matthäus erwähnt, dass Joseph mit dem Gedanken spielte, seine Verlobte, deren Schwangerschaft er sich nicht erklären konnte, "heimlich zu verlassen"; zum anderen, weil König Herodes, nachdem er von den Weisen informiert worden war, aus Sorge um einen Machtverlust den Befehl gab, alle Kinder, die unter zwei Jahre alt waren, töten zu lassen. Dieser Teil der Geschichte ist nun wirklich nicht geeignet, um kleine Kinder in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. 

Damit das schöne Bild nicht gänzlich verlorengeht, wurde kurzerhand der Stern von Bethlehem umdisponiert; er macht sich nun viel malerischer auf so ziemlich jeder Krippendarstellung als Leitstern für die Hirten. Die "Weisen" oder "Könige" aus dem Morgenland (weder ihre genaue Herkunft noch ihr Status, nicht einmal ihre Anzahl wird explizit erwähnt), die dadurch am Heiligabend etwas zu kurz kommen, erhalten zum Ausgleich ihre eigene Show. Evangelische und katholische Christen feiern am 6. Januar den Dreikönigstag.

Signale

Der italienische Physiker Enrico Fermi stellte 1950 eine interessante These auf, die sich zusammenfassen lässt mit der Frage: Wenn da draußen andere intelligente Zivilisationen existieren – warum können wir dann keine Spuren davon entdecken? Diese Frage ging als Fermi-Paradoxon in die Geschichte ein. Eine Rolle spielt dabei auch die Drake-Gleichung, mit deren Hilfe man abzuschätzen versucht, wie viele solcher hochentwickelten Zivilisationen es im Universum geben könnte. 

Beide Überlegungen haben meiner Ansicht nach einen entscheidenden Nachteil: sie gehen davon aus, dass Völker anderer Welten eine Technologie anwenden, die der unseren ähnelt (also insbesondere Informationen mit Hilfe von Radiowellen austauschen). Dabei muss man sich vergegenwärtigen, dass auch für uns Menschen diese Technologie noch gar nicht so lange verfügbar ist. Gerade mal erst in den 1920er Jahren wurde der Radioempfang populär.
Kommunikationswege
Um ein gedankliches Bild zu produzieren: Wir verhalten uns dabei etwa ebenso wie Menschen, die für eine Fern-Kommunikation kein anderes Hilfsmittel kennen als Rauchzeichen. Sie senden ihre Signale in den Himmel und wundern sich, dass sie keine Antwort erhalten; während um sie herum der moderne Mensch sich elektronischer Hilfsmittel bedient, schnurlos telefoniert und Informationen über das Internet austauscht. Sie können nicht einmal ansatzweise erahnen, dass der Himmel um sie herum von Daten geradezu wimmelt, denn sie haben (noch) keinerlei Hilfsmittel, die das Erfassen solcher Informationen ermöglichen würden. Es gibt einige "Cargo-Kulte", die auf der Annahme basieren, dass primitive Völker genau dies getan haben: sie haben technische Vorgänge zwar beobachtet, aber nicht verstanden und versuchen, diese mit einfachsten Mitteln zu kopieren. 

Auch in unserer modernen Welt, in der wir Satellitentechnologie ganz selbstverständlich nutzen, gibt es noch immer neue Entwicklungen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen oder sogar als völlig veraltet dastehen lassen. Das Radio dient mittlerweile nicht mehr nur zur Ausstrahlung von Musik oder Sprache, sondern es werden auch gleichzeitig Informationen über den Sender, den Musiktitel, den Interpreten oder auch über die aktuelle Verkehrslage übermittelt. Das Fernsehen hat sich von mageren drei Schwarz-Weiß-Programmen zu einer Vielzahl von Programmen gemausert, wobei hier der begleitende Teletext auch schon wieder ein "Auslaufmodell" ist. Und CB-Funk, der gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch sehr beliebt war, wird heute fast nur noch von Hobbyfunkern verwendet.

Aus diesem Grund sollte man nicht zu der Annahme verleiten lassen, dass unsere heutigen Systeme der Datenübermittlung der Weisheit letzten Schluss bedeuten. Immerhin haben alle diese Systeme dasselbe Manko: sie basieren auf dem elektrischen Strom, der mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fließt. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Bei einer Funkverbindung zwischen Erde und Mond beträgt die Verzögerung nur etwa zwei Sekunden; bei einer Verbindung zum Mars müsste man bereits von etwa elf Minuten ausgehen, bis die Nachricht beim Empfänger eintrifft. Ein Szenario, das übrigens in den Film "Der Marsianer – Rettet Mark Watney" berücksichtigt wurde. 

Bei noch weiter entfernten Zielen muss man natürlich die zeitliche Verzögerung noch sehr viel höher ansetzen. Während es sich bei einer Kommunikation innerhalb unseres Sonnensystems vielleicht noch um Minuten oder Stunden handeln mag, wäre bei einer interstellaren Übertragung bereits von mehreren Jahren auszugehen – eine Unterbrechung, die eine sinnvolle Unterhaltung mit Rede und Antwort fast unmöglich macht. Auch dies wurde in der Filmindustrie bereits thematisiert: in der Science-Fiction-Parodie "Dark Star – Finsterer Stern" wird beim Funkkontakt zwischen Erde und Raumschiff eine Verzögerung von zehn Jahren erwähnt.

".Das Fehlen von Beweisen ist kein Beweis für das Fehlen"
(Carl Sagan zugeschrieben)


Es bleibt zu hoffen, dass wir Menschen möglichst bald und schnell hinzulernen, um neue, heute noch völlig unbekannte Kommunikationswege zu entdecken, die uns vielleicht eines Tages die Teilnahme am interstellaren Nachrichtenaustausch ermöglichen. Wir sind nicht allein. Die anderen sind nur sehr, sehr weit weg.

In der Ruhe liegt die Kraft

In der Science fiction ist es längst allgemein bekannt, dass in einem Raumschiff, das sich schwerelos im All bewegt, die fehlende Schwerkraft durch eine andere Kraft ersetzt werden kann: die Fliehkraft.

Als Beispiele seien nur genannt: Neben dem Filmklassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" aus dem Jahr 1968 sind es auch die beiden Filme "Mission to Mars" und "Red Planet" (beide aus 2000), die allesamt eine Reise in einem Raumschiff darstellen, das zumindest teilweise in eine gleichmäßige Rotation versetzt wird. Durch diese Rotation wird alles darin befindliche – Ausrüstung und Astronauten – bedingt durch das Trägheitsmoment an die Innenseite der Außenwand gedrückt. Ist die Rotation perfekt justiert, erzeugt dies ein Gefühl einer erdähnlichen Schwerkraft.

In der Realität ist es bisher noch nicht gelungen, ein solches Verfahren anzuwenden. Die Raumstation ISS ist, obwohl sie seit dem Jahr 2000 dauerhaft von wechselnden Mannschaften bewohnt wird, noch immer von vorn bis hinten durchgängig schwerelos. Dies stellt eine enorme körperliche Belastung für die Weltraumreisenden dar.

Hier nun eine Idee, die mir im Kopf herumgeistert. Wanderer ebenso wie Seeleute wissen seit langem die Vorteile einer Hängematte zu schätzen. Für die einen ist es die leichte und platzsparende Transportierfähigkeit, für die anderen ist es der Ausgleich der Bewegung, die durch Sturm und Wellengang erzeugt wird. Dieser Ausgleich entsteht durch das Hin- und herpendeln des Körpers; bedingt durch die Erdanziehung tendiert diese Pendelbewegung stets zurück zum Ruhepunkt. – Was aber würde geschehen, wenn eine Hängematte in der Schwerelosigkeit verwendet werden würde?

Wichtig dabei wäre, dass für die Hängematte ein ausreichend großer Platz zur Verfügung steht; groß genug, damit die Matte sich in einem vollen 360-Grad-Kreis drehen kann. Ein solcher Platz sollte durchaus in einem der Räume der ISS zu finden sein. Außerdem wird natürlich an zwei Seiten eine Aufhänge-Möglichkeit benötigt, die den 360-Grad-Schwenk mitmachen kann. Wenn nun ein Astronaut sich in die Hängematte begibt, so muss diese lediglich durch einen kleinen Schubs in Bewegung gebracht werden. Ohne den Widerstand der Erdschwerkraft würde sich die Bewegung ungebremst fortsetzen, und die bereits erwähnte Massenträgheit müsste den Astronauten mehr oder weniger sanft in die Kissen drücken. Die Stärke dieses Andrucks wäre sogar regulierbar und könnte dem Wohlfühl-Effekt angepasst werden.

Entspannen im All
Ich kann mir vorstellen, dass dadurch die Belastung auf den menschlichen Organismus etwas gemildert werden kann, da zumindest vorübergehend erdähnliche Zustände imitiert werden. Dies kann zu einem entspannteren Schlaf führen, auch eine medizinische Notfallversorgung wäre denkbar. Ein Nachteil allerdings ist für mich ebenfalls erkennbar: durch die ständige Rotation ist es für das menschliche Auge schwierig, einen optischen Fixpunkt anzupeilen; es könnte auf Dauer zu einem Drehschwindel führen, ähnlich wie die Fahrt in einem Karussell auf einem Jahrmarkt.

Es käme auf einen Versuch an.

Kollidierende Galaxien

Es gibt verschiedene Darstellungen von Galaxien, die miteinander kollidieren. Dies geschieht in einem Zeitrahmen, der so groß ist, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, die dabei entstehenden Unterschiede wahrzunehmen. Man kann aber versuchen, es in einer Simulation nachvollziehbar darzustellen.

Aber: Bitte hört damit auf, es so aussehen zu lassen, als ob die Sterne gar nicht davon betroffen wären ("Galaxien bestehen hauptsächlich aus leerem Raum").

Ebenso gut könnte man behaupten, es würde überhaupt nichts geschehen, wenn eine Kreissäge an einen Holzbalken angesetzt wird; denn beide, das Holz ebenso wie die Säge, bestehen aus Atomen, und die wiederum bestehen größtenteils aus überhaupt nichts.

Fakt ist natürlich, dass beim Sägevorgang sämtliche Atome des Holzes erhalten bleiben. Sie werden aber aus ihrem gewachsenen Verbund herausgeschleudert, Holzsplitter und -fasern fliegen herum und am Ende bleibt ein Häufchen Sägespäne zurück.

Fliehen – aber wohin?
Ebenso dürfte es sich bei der Galaxie-Kollision verhalten. Aufgrund der großen Entfernung ist es der Menschheit nicht möglich, genauere Einzelheiten der Galaxien zu erkennen; aber aufgrund ihrer schieren Größe muss man davon ausgehen, dass es abertausende von Sternen sind, die – herausgerissen aus ihrem Verbund – zu Sternenstaub zermalmt werden. Selbst wenn nur ein winziger Bruchteil dieser Sterne Planeten besitzt, und von denen wiederum ein Minimum intelligentes Leben hervorgebracht hat: so sind es dennoch unüberschaubar viele Lebewesen, die unmittelbar von dieser Katastrophe betroffen sind.

Wie mag wohl der Anblick einer solchen Kollision aus der Nähe betrachtet sein? Wir kennen von unserem Nachthimmel die Aussicht auf unsere Milchstraße, und wir sind den Anblick vorbeischießender Kometen gewöhnt. Aber eine zweite Galaxie, die mit dem Tempo und der gnadenlosen Unausweichlichkeit eines Gletschers auf uns zuströmt?! Selbst wenn es noch tausende Jahre dauern wird, bis der Planet Auswirkungen dieses Zusammenstoßes zu spüren bekommt – es bleibt doch nur noch die Hoffnungslosigkeit. Auch wenn die Zivilisation eines Planeten bereits die Raumfahrt entwickelt haben sollte – wohin kann man fliehen? Selbst unsere Science fiction geht normalerweise über die Grenzen des "uns bekannten Universums" nicht hinaus. Ein Flüchtlingstreck aller raumfahrenden Zivilisationen, die eine ganze Galaxie verlassen müssen, sprengt jede Vorstellungskraft.

Richesse oblige

Die Redewendung "Noblesse oblige" (Adel verpflichtet) ist wohl so ziemlich jedermann geläufig (oder kann es werden). Sinngemäß wird damit zum Ausdruck gebracht, dass der soziale Status eine Verpflichtung mit sich bringt, Verantwortung zu übernehmen. In historischen Zeiten bedeutete dies auch, für Untergebene, Dienerschaft oder Leibeigene in einer angemessenen Weise zu sorgen; in einer Zeit, als an so etwas wie "Sozialfürsorge" oder gar "Altersvorsorge" noch nicht zu denken war.  

In unserer modernen Welt sieht die Versorgungslage glücklicherweise etwas besser aus; an die Stelle des wohlwollenden Entgegenkommens seines Lehnsherrn ist die persönliche Eigenvorsorge getreten. Umfang und Verhältnismäßigkeit dieser Eigenvorsorge bleibt im Rahmen der Möglichkeiten jedem selbst überlassen.

Dieser Rahmen wird natürlich vorgegeben durch die jeweiligen Lebensumstände, die wiederum nicht immer wunschgemäß zu beeinflussen sind. Dies beginnt mit einem liebevollen Elternhaus, einer guten Schul- und Berufsausbildung und endet noch längst nicht bei der Gründung eines eigenen Haushalts. Für ein Leben in Wohlstand und Glück ist – wenn man nicht gerade Erbe reicher Eltern oder Lotteriegewinner ist – ein geeigneter und sicherer Arbeitsplatz notwendig.

Ich möchte betonen: Ich missgönne niemandem seinen Reichtum, ganz im Gegenteil. Solange das Vermögen auf legalem Wege erworben wurde, soll doch jedermann auf seinem eigenen Wege glücklich werden. Aber dennoch sollte es dabei auch jedermann ein Anliegen sein, andere Menschen an seinem Glück teilhaben zu lassen.

Ford-Produktion im Jahre 1923
In der Geschichte der Weltwirtschaft gibt es eine ganze Reihe von Beispielen, die zeigen, dass aus einem kleinen Familienbetrieb ein riesiges Unternehmen werden kann. Namen wie beispielweise "Ford", "Henkel" oder "Karstadt" sind im Sprachgebrauch geläufig; vor allem in der deutschen Nachkriegszeit – der Zeit des "Wirtschaftswunders" – waren sie in aller Munde. Ihnen allen ist gemeinsam, dass dahinter eine Familiendynastie steckt, deren Oberhäupter es sich zur Aufgabe machten, das Familienvermögen zu verwahren und zu vermehren. 

Und eben dieses Verwahren und Vermehren ist es, woran es in der heutigen Zeit leider sehr mangelt. Es liegt sicherlich nicht an einem Mangel an Reichtum. Wozu gibt es denn Woche für Woche eine Ziehung der Lottozahlen... ?! Die Frage stellt sich vielmehr, was die Menschen denn anfangen mit einem unverhofften und unterwarteten Geldsegen. Einer der ersten Gedanken, die sich spontan einstellen, ist wohl so etwas wie "...jetzt kann ich mir endlich ein neues Auto kaufen". Es braucht einige Zeit, bis das Verständnis sich einstellt, dass ein nennenswerter Lottogewinn (oder eine umfangreiche Erbschaft) nicht nur für eines, sondern gleich für eine ganze Flotte von Autos reichen würde. – Oder eben für etwas ganz anderes, viel Größeres; etwas mit einem bleibenden Wert.

"Henry Ford hatte eine besondere Einstellung zu seinen Beschäftigten." 

(Wikipedia)

In den 1980er Jahren gab es eine US-amerikanische Fernsehserie auch in deutschen TV zu sehen: Sie trug den bezeichnenden Titel "Lotterie". Thema war, dass verschiedene (fiktive) Lottogewinner persönlich besucht und von ihrem Glück informiert wurden. Interessant war dabei, dass der Mitarbeiter der Lotteriegesellschaft stets begleitet wurde von einem Steuerbeamten, der die Gewinner über die rechtlichen Auswirkungen des Geldsegens informierte. Diese Information wird heutzutage sicher nicht jedem Gewinner "automatisch" zuteilwerden. Da sitzen sie denn, die frischgebackenen Millionäre, und wissen vor Freude nicht aus noch ein. Und hier besteht natürlich die große Gefahr, dass das Geld – wie gewonnen so zerronnen – buchstäblich verbrannt wird.

Um auf das Thema zurückzukommen: Hier wäre ein Ansatzpunkt, um aus einem unerwarteten Vermögen einen Vorteil zu erwirtschaften, der nicht nur das eigene Kapital vermehrt, sondern auch anderen Menschen zu einem besseren Leben verhilft. Geld muss arbeiten, sagt der Volksmund. Recht hat er. Anstatt also irgendwelchen Luxuskram anzuschaffen, den keiner wirklich braucht, sollte man lieber eine Firma gründen. Ideen dafür gibt es genügend; heutzutage nennt man sie neudeutsch "Startups".

Der Witz dabei besteht darin, sein Vermögen, das man ohne eigenes Zutun erworben hat, so zu verwenden, dass auch andere Menschen ein wenig davon profitieren. Wenn es gut läuft, kann man auf diese Weise auch dafür sorgen, dass zumindest der eigene Name unvergessen bleibt: "Todt nur ist, wer vergessen wird".

Kalender, Kalender

Ich hatte schon einmal etwas zum Maya-Kalender geschrieben. Hier noch einige Ergänzungen dazu.

Der Maya-Kalender wird oft auch dargestellt als eine Art Uhrwerk, bestehend aus drei unterschiedlich großen Zahnrädern, die ineinandergreifen. Der Autor Erich von Däniken hat es in einem Videobeitrag recht anschaulich erklärt.

Allerdings bleiben für mich dabei einige Fragen offen.

Das Gedankenmodell mit den Zahnrädern setzt eine Beweglichkeit voraus. Ebenso verhält es sich bei einem modernen Rechenschieber. Er besteht aus mehreren Teilen, die sich zueinander verschieben lassen, um unterschiedliche Skalenablesungen zu ermöglichen. Aber lediglich mit der bildlichen Darstellung eines Rechenschiebers kann ich diese mathematische Funktion nicht nutzen. Das Bild allein ist also keine Hilfe.

Ebenso verhält es sich mit den Maya-Kalendern. Sie werden präsentiert in einer steinernen Kreisform, an deren Rand die unterschiedlichen Symbole angebracht sind. Auch hier mangelt es an der Beweglichkeit, um die jeweiligen Daten einstellen zu können. Ähnlich verhält es sich in der heutigen Zeit mit einem Jahres-Kalender: Wenn man nicht das genaue Tagesdatum mit einer Markierung versieht und diese auch regelmäßig und zuverlässig aktualisiert, ist daraus nicht ersichtlich, welchen Tag (oder Monat) wir heute haben.  

Maya-Kalender
Es ist in meinen Augen durchaus denkbar, dass die Maya für die "tägliche Nutzung" eine Abwandlung des steinernen Kalenders besaßen, erstellt aus vergänglicheren Materialien wie Holz oder Papyrus und deshalb nicht überliefert. Solche Kalender könnten in jedem Haushalt verwendet worden sein in ähnlicher Weise, wie wir heutzutage einen Abreißkalender an der Küchenwand hängen haben. Der Haushaltsvorstand wäre dann dafür verantwortlich, dass das Datum jeden Tag – aber nur einmal! – aktualisiert wird. Dies wäre entweder durch eine rituelle Handlung umzusetzen, oder die Überwachung und Durchführung wäre Aufgabe von Priestern oder anderen Exekutivorganen . Ist ein solcher Kalender beschädigt oder verlorengegangen, so wird ein neuer gebastelt. Und hier würde die steinerne Version eine wichtige Rolle spielen, denn nur dieses Original kann und darf als Vorlage für die alltagstaugliche Variante verwendet werden. Ebenso könnte ich mir aus ein paar Holzstücken einen Rechenschieber basteln und dabei das Bild als Vorlage verwenden, solange ich nur die verschiedenen Skalen maßstabsgetreu übernehme. 

Ein ähnliches Konzept wendeten übrigens schon unsere Vorfahren an. Im ländlichen Bereich wurden die Taschenuhren ganz selbstverständlich nach der Kirchturmuhr gestellt: Wenn es läutet, dann ist Mittag. Der Dorfpfarrer war also das Maß aller Dinge, er hatte die Kontrolle und gleichzeitig die Verantwortung. Später kam im Zuge der Technisierung das Zeitzeichen der Fernseh-"Tagesschau" in Mode. 

Eine weitere Ähnlichkeit: Es ist in unserer abendländischen Kultur allgemeiner Brauch, dass Analoguhren ein Zwölf-Stunden-Ziffernblatt haben, wobei die "12" oben steht. Andere Varianten sind möglich, verwirren aber nur. Im Falle des Maya-Kalenders wäre sichergestellt, dass durch die verbindliche Vorlage eine hundertprozentige Übereinstimmung der Daten auch weiterhin vorliegt; selbst dann, wenn der Hersteller einer Kopie weder lesen noch schreiben kann. Er benötigt lediglich das dafür erforderliche handwerkliche Geschick.

Basierend auf dieser Prämisse wäre ich durchaus bereit, der Genauigkeit der "Langen Zählung" der Maya zu vertrauen – selbst über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren. Demgegenüber wäre unsere eigene gregorianische Kalenderrechnung eindeutig unzuverlässiger, denn sie wurde erwiesenermaßen mehrfach "reformiert" (auch dies erwähnt von Däniken in dem oben erwähnten Videobeitrag).

Noch eine weitere Frage: Das Bild des Rechenschiebers zeigt als Beispiel das Resultat einer bestimmten Kalkulation. Dasselbe müsste für die steinerne Version des Kalenders gelten. Aber: welches Datum wurde denn hierfür herangezogen, und aus welchem Grund? Auch auf dem Bild einer Uhr würden ja immer auch die Zeiger auf einer bestimmten Uhrzeit zu sehen sein, ob nun absichtlich oder zufällig. Bei der Steinmetzarbeit würde ich aber aufgrund des großen Aufwands eher von einer Absicht ausgehen.

Übrigens gibt es auch in unserer hochzivilisierten heutigen Zeit noch einen Kalender, der scheinbar an einem beliebigen "Tag 1" beginnt, aber im Ergebnis auf ein besonderes, wichtiges Datum hinzielt. Man nennt ihn "Adventskalender".

Weltraum-Navigation in 4D

Ich hatte ja schon einmal ein paar Gedanken zum Thema "Weltraumreisen" geschrieben. Noch eine Ergänzung dazu:

Das Reisen im Universum beinhaltet (abgesehen von der technischen Seite) nicht nur ein Entfernungsproblem, sondern es gilt auch noch die Frage der stellaren Navigation zu klären.

Das Licht, das wir am Himmel wahrnehmen, ist – wie der Name schon sagt – mit Lichtgeschwindigkeit zu uns unterwegs gewesen; das heißt, jeder Blick in den Himmel ist ein Blick in die Vergangenheit. Unser Sonnenlicht ist bereits mehr als 8 Minuten alt, wenn es auf die Erde trifft. Das uns nächstgelegene Sternsystem Alpha Centauri ist zirka 4 Lichtjahre entfernt. Was wir sehen, ist also das Aussehen des Sterns, wie es vor 4 Jahren war. Anders ausgedrückt: Würde der Stern heute erlöschen, so würden wir das erst in 4 Jahren mitbekommen.

Wenn wir einmal annehmen, im Centauri-System gäbe es einen Planeten, der eine Umlaufzeit ähnlich unserer Erde hätte. Dieser Planet hätte demnach in dieser Zeit bereits mehr als viermal seinen Stern umrundet; hinzu kommt natürlich, dass das gesamte Sternsystem mitsamt seiner Trabanten ebenfalls seinen Weg in unserer Galaxie nimmt, ebenso wie unsere eigene Muttersonne sich fortbewegt.

Wenn wir nun also über irgendeine Art des überlichtschnellen Reisens verfügen würden, so müssten wir auch eine Möglichkeit finden, den Zielpunkt der Reise ganz exakt festzulegen, und zwar anhand von Koordinaten in einem dreidimensionalen Raster (das erklärt übrigens auch, warum es auf Raumschiffen keine Sternenkarten in Form von Atlanten geben wird; eine zweidimensionale Darstellung ist hier einfach nicht ausreichend). Dieser Zielpunkt befindet sich auch noch in ständiger Bewegung. Es ist daher ebenfalls von Bedeutung, ob die geplante Reise überhaupt Zeit beansprucht und wenn ja, wie lange. Schon für eine Reise zu unserem Mond muss man nicht dorthin zielen, wo der Mond jetzt gerade, in diesem Moment, am Himmel steht; sondern dorthin, wo er voraussichtlich am Zeitpunkt des Zusammentreffens sein wird. Für die Berechnung der Flugbahn wird unsere dreidimensionale Wahrnehmung also um eine vierte Dimension erweitert: Die Zeit.

Weltraumreisen
Unter diesen Voraussetzungen wird es kaum empfehlenswert sein, einen Ort-zu-Ort-Transport einzelner Personen zu planen. Sicherer wäre es, den Zielpunkt der Reise in die Nähe des anvisierten Planeten zu setzen und den Rest der Reise mit Hilfe eines konventionellen Raumschiffs zurückzulegen. Es wird ja sicher niemand gern in der Mitte einer Sonne oder unter der Oberfläche eines Gasriesen materialisieren wollen. Da also ein geeignetes Raumschiff für die letzte Etappe der Reise notwendig ist, wird man diese auch in einem Raumschiff beginnen. Ein solches Raumschiff, das für längere Reisen geeignet ist, das genügend Frachtkapazität hat und auch noch einigen Komfort für Passagiere bietet, besitzt die Menschheit bisher noch nicht. Es ist daher auch noch nicht zu erahnen, welcher Antrieb dafür infrage käme; und ob man beispielweise für die Reise eine gewisse Startgeschwindigkeit benötigt, quasi "Anlauf nehmen" muss. Dies aber wäre wiederum Voraussetzung für die Klärung der Frage, von wo aus die Reise beginnt. Gegebenenfalls müsste man aus Sicherheitsgründen den Startpunkt von der Erde weg, vielleicht sogar außerhalb unseres Sonnensystems verlegen, was die Reisedauer insgesamt natürlich noch einmal verlängert, nämlich um die Anreise zu diesem Startpunkt.

Um das Ganze noch zu komplizieren, gilt dasselbe in umgekehrter Reihenfolge ebenso für die Rückreise. Auch hier wäre es eine enorme Herausforderung, die exakten Zielkoordinaten unserer Heimatsonne innerhalb unserer Milchstraße festzulegen, ganz zu schweigen von der genauen Position unserer guten alten Erde; wo sie war, ist und sein wird. Eine einigermaßen nachvollziehbare Version einer solchen Berechnung wird (wieder einmal) von der Science fiction vorweggenommen: In dem Kinofilm "Star Trek – Treffen der Generationen" verwenden Captain Jean-Luc Picard und Lieutenant Commander Data eine dreidimensionale Computerdarstellung, um die Flugbahn des "Nexus" zu ermitteln.

Übrigens: Interessanterweise sieht ein Bewohner eines Planeten im Centaruri-System, der zufällig in Richtung zu uns schaut (winken Sie doch mal!), unsere Sonne von vor vier Jahren. Das ist kein Paradoxon und auch keine Zeitreise, sondern schlicht der großen Entfernung geschuldet. Es bedeutet auch keineswegs, dass wir in unsere eigene Vergangenheit zurückkehren könnten; ebenso wenig wie wir in die Vergangenheit reisen, während wir ein altes Foto betrachten.

Alle Jahre wieder

In der Ausgabe der Zeitschrift „ Sagenhafte Zeiten “ vom Dezember 2025 wurde in einem ausführlichen Artikel die Herkunft und Bedeutung der G...