Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilfe bestimmte Konstellationen und ihre Wiederkehr an besonderen Tagen beobachten zu können. Oder aber jemand macht – zufällig – eine solche Beobachtung und bemüht sich anschließend, die Wiederkehr des Ereignisses nachvollziehbar für künftige Generationen festzuhalten durch massive und langfristig bestehende Markierungen.
In beiden Fällen wird aber vorausgesetzt, dass unsere Vorfahren eine Unmenge von Zeit und Geduld aufgebracht haben, um überhaupt erst einmal zu erkennen, dass es Naturphänomene gibt, die sich erkennbar und zuverlässig wiederholen.
Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass wir von einer frühen Zeit der Menschwerdung sprechen; eine Zeit der Unruhe und des Wandels. Bei einigen Strukturen wird eine Entstehungszeit vermutet, die noch älter ist als die bisher bekannten Hochkulturen der Welt. In solchen Zeiten mag es erste Menschengruppen gegeben haben, die erkannten, dass es sich in einer Gruppe leichter leben lässt: man achtet aufeinander, man hilft und beschützt sich gegenseitig und man ergänzt sich durch unterschiedliche Fähigkeiten. Da hiervon auch ältere Gruppenmitglieder profitieren, die über Wissen und Erfahrung verfügen, dürfte sich auch die durchschnittliche Lebensdauer erhöht haben.
Nur stellt sich die Frage: wie viele Jahre konzentrierter Beobachtung sind erforderlich, um den exakten Zeitpunkt festzulegen, an dem beispielsweise die Sonne morgens an einem bestimmten Ort aufgeht? Um dies zu erkennen, benötigt man einen genau definierten Ort, und man muss für eine sehr lange Zeit an genau diesem Ort viele, viele Sonnenaufgänge beobachten, um die Regelmäßigkeit zu erkennen. Wohlgemerkt, dabei spielt natürlich auch das Wetter eine wichtige Rolle. Wenn man bedenkt, dass es für die Sonnenstände mehrere, über das Jahr verteilte Fixpunkte gibt (Winter-, Sommersonnenwende sowie die Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühjahr und Herbst), dann läuft dies im Grunde eine ganzjährige Beobachtung hinaus. Hinzu kommt natürlich auch noch die Beobachtung anderer Ereignisse wie die Mondphasen oder Bewegungen bestimmter Sternbilder am Firmament.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass man den frühen Kulturen nachsagt, sie hätten keinerlei Schrift gekannt. Es gäbe demnach auch keine Möglichkeit, Vermutungen im Vergleich zu bereits gewonnenen Erkenntnissen zu dokumentieren. Informationen könnten nur mündlich weitergegeben werden – oder eben in Form von steinernen Monumenten, die stabil genug sind, um Jahrhunderte zu überdauern. Es gilt ja immerhin, nachfolgende Generationen davon zu überzeugen, dass es wichtig ist, eine Hypothese zu bestätigen.

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