Geheimnisvolles Puma Punku

In einem früheren Beitrag habe ich schon einmal das Ruinenfeld von Puma Punku erwähnt. An dieser Stelle möchte ich noch einige Gedanken hinzufügen. 

In der Wikipedia ebenso wie in der umfangreichen Literatur zum Thema wird darüber philosophiert, wie, wann und warum die gewaltige Anlage erstellt wurde. Hier werden Fragen aufgeworfen, für die es fast unmöglich ist, eine Antwort zu finden. Ich möchte aber noch eine weitere hinzufügen, die mich mindestens ebenso sehr beschäftigt: Wer hat sich so große Mühe gegeben, die Bauwerke derart nachdrücklich zu zerstören, dass – im wahrsten Sinne des Wortes – kein Stein auf dem anderen blieb?

Bausteine
In den verschiedensten Berichten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Steine durch „ebene Flächen, geometrische Formen, präzise Kanten und innere rechte Winkel“ so perfekt zueinander verzahnt wurden, dass man in die Zwischenräume nicht einmal eine Rasierklinge schieben könnte.  Außerdem galten die Bauwerke als „vollkommen erdbebenresistent“. Häufig wird ein Vergleich zu den Steckbausteinen herangezogen, mit denen Kinder der heutigen Zeit zu spielen pflegen. Dabei hat schon so manch einer sich einen Fingernagel abgebrochen bei dem Versuch, einige dünne Steinchen voneinander zu trennen. 

Dennoch aber fanden bereits die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert die Anlage zerstört vor;  und zwar zerstört auf eine besonders auffällige Weise. Es kann weder an einem besonders starken Erdbeben noch an einer Explosion gelegen haben; denn in beiden Fällen würden die Bruchstücke in einem erkennbaren Trümmerhaufen zurückbleiben. Auch eine kriegerische Auseinandersetzung ist keine nachvollziehbare Begründung, denn es ist anzunehmen, dass die Sieger zwar plündern und brandschatzen, aber keine Zeit dafür verschwenden würden, jedes einzelne Bauteil der Anlage aus seinem Gefüge zu reißen und in der weiten Fläche der Hochebene zu zerstreuen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele der Einzelteile tonnenschwer sind und aus Andesit bestehen, einem vulkanischen Gestein mit hohem Härtegrad. Die Vermutung liegt nahe, dass irgendjemand ein besonderes Interesse daran hatte, die Bauwerke nicht nur gründlich zu zerstören, sondern sogar jeden Hinweis auf deren Zweck und Funktion zu vernichten. 

Als Vergleich bietet sich an die Errichtung eines (militärischen?) Stützpunktes, der für einen begrenzten Zeitraum genutzt wird. Zum Aufbau und Schutz der Anlage werden vorhandene Ressourcen und Baumaterialien genutzt. Sie werden durch mitgebrachtes Equipment ergänzt. Nach Beendigung des Auftrages wird die Anlage verlassen, eigenes Material wieder eingepackt. Für die Schutzmauern aber gibt es keine weitere Verwendung. Um einen eventuellen späteren Missbrauch zu verhindern, müssen die Mauern geschleift werden. Die Anlage soll nie wieder für irgendeinen Zweck genutzt werden können – erst recht nicht von einem möglichen Feind. Auch durften keinerlei Hinweise auf die Bauweise oder den Zweck des Ganzen zurückbleiben. Zu späteren Zeiten wurde die Fläche als Steinbruch ausgebeutet, soweit dies überhaupt möglich war. 

Nur auf diese Art und Weise ließe sich erklären, warum die Bauten von Puma Punku sich in einem derart nachhaltig zerstörten Zustand befinden, wie sie sich heute dem Besucher zeigen. 

Literaturhinweis:Puma Punkus Rätsel“. In: Sagenhafte Zeiten, Heft 4/2010, ISSN 1422-8793

1984 ist überall

Da ich hier meine persönliche Meinung kundtue, kann ich es mir leisten zu behaupten: Die zwischenmenschlichen Probleme, die sich heutzutage in unserer Gesellschaft ausbreiten, sind durch die Vermischung von Telefon und Internet entstanden. Oder anders ausgedrückt: meiner Ansicht nach hat das Internet auf einem Mobiltelefon nichts zu suchen.

Als die ersten Mobiltelefone (im deutschen Sprachraum häufig fälschlich anglisierend als „Handy“ bezeichnet) in den 1980er Jahren aufkamen, wurden sie noch gefeiert als eine Möglichkeit, in Notfällen stets erreichbar zu sein bzw. Hilfe anfordern zu können. Dies führte in der Folge dazu, dass der Begriff „Notfall“ immer mehr aufgeweicht wurde, so dass die ständige Erreichbarkeit sich vom Segen zum Fluch wandelte. Als gegen Ende der 1990er Jahre dann die Möglichkeit der Nutzung eines „mobilen Internets“ hinzukam, war es um die persönliche Ruhe geschehen. Seitdem leiden Menschen unter der Furcht, sie könnten jetzt, in diesem Moment, gerade irgendetwas Wichtiges verpassen – wobei die Definition von „Wichtig“ durchaus unterschiedlich ist. War es ursprünglich der Handwerker, der bei Tag oder Nacht von seinem Chef zu einem technischen Notfall gerufen wurde; so ist es heute ein Foto des Enkelkindes, das sein erstes Eis verzehrt. Und im letzteren Falle kommt leider noch hinzu, dass das Mobiltelefon der Großeltern häufig ein Geschenk der Kinder ist, die ihnen das Gerät voll eingerichtet zur Verfügung stellen („Schaut mal, so können wir euch immer Fotos zuschicken!“), ohne sie dabei ausreichend über die Funktionen – und Risiken – zu informieren. So kommt es dazu, dass man von Senioren den Satz hören kann: „Ich hab auf dem Telefon gar kein Internet, ich mach nur so ‘n bisschen wazzÄpp.“ 

Ohne Handy
Das Hin- und Hersenden von kurzen Textnachrichten ist auch so eine Unsitte geworden. Angefangen hat es mit den „Short Message Services“, kurz SMS genannt. Anfangs war der Name Programm, die Nachrichtenlänge auf 160 Zeichen reinen Text begrenzt. Da für jede einzelne Nachricht eine Gebühr fällig wurde, hielt sich auch die Anzahl der Sendungen in Grenzen. Im Zeitalter der „Flatrate“ sind diese Beschränkungen hinfällig geworden; Nachrichten ufern zu ganzen Romanen aus, oder sie kehren sich ins Gegenteil und bestehen nur noch aus einer Abfolge von „Smileys“, deren tieferer Sinn sich dem Empfänger kaum noch erschließt. 

Durch diese ständige Reizüberflutung ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wer in ständigem Kontakt ist, lässt bald auch die einfachsten Regeln der Höflichkeit wie Anrede oder Grußformel außer Acht. Nur dadurch können plumpe Enkeltricks  heutzutage funktionieren: „Hallo, ich hab eine neue Telefonnummer, bitte speichern“. Da sollte man sich doch erstmal fragen: Wer schreibt denn da, wer ist das? Da aber die Zahl der infrage kommenden Menschen in der Regel eher begrenzt ist, wird automatisch – und fälschlicherweise – darauf geschlossen, „Das muss XY sein“. Und schon ist der Schaden eingetreten, eine völlig unbekannte Person wird in den engeren Kreis einbezogen. Bereits ein ganz einfaches Telefonat hätte den Missbrauch schnell aufgeklärt. Einfach zu bedienende, übersichtliche Schutzfunktionen, die auf PC und Laptop ihren Dienst verrichten, sind auf dem Smartphone nutzlos oder gar nicht erst vorhanden. 

Daher lautet mein Fazit: Das Mobiltelefon sollte ausschließlich für Telefongespräche genutzt werden, dafür wurde es erfunden. Für Datenübermittlung (Text oder Bild) sollte hingegen ein PC, Laptop oder Tablet-PC genutzt werden, unter Nutzung aller zur Verfügung stehenden Sicherheits- und Verwaltungsprogramme. Telefonische Erreichbarkeit (in Notfällen!) ist unbestritten eine gute Sache; eine ganze Reihe von Informationen sind aber keineswegs so dringend oder eilig, wie es den Anschein hat.

Projekt „Wilder Wald“

Der jährlich erstellte Waldzustandsbericht  der Bundesregierung wiederholt gebetsmühlenartig fast in jedem Jahr die Zusammenfassung: dem deutschen Wald geht es schlecht. Gesehen, gelesen, abgeheftet. Zurück zur Tagesordnung. – Auf der anderen Seite sehe ich Tag für Tag, dass vorhandene  Bepflanzung weichen muss für Neubauten, Instandsetzungen oder einfach nur gärtnerische Veränderungen. Wie schade, dass niemand mehr Verwendung hat für kerngesunde, aber überzählige Büsche und Bäume.

Hier setzt mein Gedanke an: Wie wäre es denn mit einer Art Gnadenhof für Pflanzen?!

Ich stelle mir dabei folgendes vor: Man nehme zunächst einmal ein freies Grundstück, vielleicht für den Anfang ungefähr von der Größe eines Fußballfeldes. Es muss nicht besonders „schön“ sein, nicht einmal ebenerdig. Auch vorhandener Wildbewuchs ist erstmal kein Problem. 

Auf diesem Grundstück werden nun erst einmal Rundwege angelegt, so dass man einigermaßen trockenen Fußes überall hinkommt. Diese Wege können in schlichtester Weise mit einer wassergebundenen Decke versehen sein; das Hauptziel dabei ist, dass man zumindest in der Anfangsphase nicht in schlammigem Boden versinkt. Damit wäre die Hauptarbeit bereits erledigt.

Waldgebiet
Nun stellt man das vorbereitete Gelände der Öffentlichkeit zur Verfügung. Jedem Menschen wird es freigestellt, aus eigenem Besitz vorhandene Pflanzen, die noch völlig gesund sind, für die man aber keine Verwendung mehr hat, hierherzubringen und sie an geeigneter Stelle einzupflanzen.  
Was dabei geschieht, mag zuerst einmal als totales Chaos erscheinen. Die unterschiedlichsten Pflanzenarten werden durcheinandergeraten. Das eine oder andere wird hier nicht überleben können. Für einige Pflanzen sind die klimatischen Bedingungen oder der vorhandene Boden nicht geeignet. Andere Pflanzen konkurrieren gegenseitig um den Lebensraum. Aber nach einiger Zeit wird sich der gewünschte Effekt bemerkbar machen: Die stärksten und gesündesten Pflanzen überleben und breiten sich aus. Bäume wachsen und bilden einen Mischwald, der im großen und ganzen sich selbst überlassen bleiben kann, oder eine Streuobstwiese. Kleinere Klimazonen entstehen, die wiederum die Ansiedlung von Wildpflanzen, aber auch von Amphibien und Insekten unterstützen. Vielleicht „spendet“ jemand eine gewisse Restmenge Kies; in irgendeiner Ecke des Grundstücks entsteht daraus eine Sanddüne, in der sich eine ganz besondere Flora und Fauna ansiedeln kann. An anderer Stelle sammelt sich Oberflächenwasser und bildet einen Teich, der für die nötige Bodenfeuchtigkeit sorgt. Grössere Kieselsteine, von den Landwirten der Umgebung auf ihren Ackerflächen eingesammelt und hier aufgeschichtet, ergeben einen idealen Lebensraum für einheimische Arten wie Erdkröten oder Kreuzottern. Die Wege, die zu Beginn nur die Erreichbarkeit aller Flächen sicherstellen sollten, werden bald zu beliebten Wanderwegen, das ganze Gebiet mausert sich zu einem Erholungsgebiet für Mensch und Natur. Informationstafeln an den Zugängen erklären die verschiedenen Bereiche, idealerweise beschreiben sie auch die eine oder andere Pflanzenart. Auf natürliche Art entstehende Verluste werden dadurch ausgeglichen, dass die Bevölkerung auch weiterhin und dauerhaft berechtigt ist, ja sogar  dazu ermuntert wird, eigene Pflanzen beizusteuern.

Die hauptsächlichen Kosten für ein derartiges Projekt entstehen natürlich bei der Anschaffung des eigentlichen Grundstücks. Aufgrund der besonderen Wichtigkeit gegenüber Mensch und Natur sollte so etwas aber mit Hilfe öffentlicher Fördergelder (oder Spenden) umsetzbar sein. Die Urbarmachung und die Vorbereitung der Wege könnte man beispielsweise als örtliches Schulprojekt ansetzen oder als Fördermaßnahme der staatlichen Eingliederungshilfe anerkennen lassen. Eine Umzäunung des Geländes halte ich nicht für notwendig; der Zuzug von Wildtieren ist durchaus erwünscht, und ein gewisses Maß an Verbiss muss als normaler Schwund betrachtet werden. Außerdem dienen die Pflanzen auf diese Weise auch als natürliche Nahrungsquelle und reduzieren die Verluste auf den umliegenden bewirtschafteten Ackerflächen. Leider wird es notwendig sein, an den Zugängen und Wegen einige Müllbehälter aufzustellen und diese regelmässig zu entleeren; dies zählt jedoch ebenso wie in den Wohnorten zu den Aufgaben der Kommunalverwaltung und könnte sozusagen mit erledigt werden.

Eine durchaus ähnliche Idee verfolgte übrigens bereits Andreas Gayk, der nach dem Zweiten Weltkrieg Oberbürgermeister der Stadt Kiel war und maßgeblich zu ihrem Wiederaufbau beitrug. Die nach seiner Idee bepflanzten Trümmerflächen werden noch heute liebevoll als „Gayk-Wäldchen“  bezeichnet.

Alles Wiki – oder was?!

Die 2001 entstandene Online-Enzyklopädie Wikipedia dürfte wohl mittlerweile jedem Internetnutzer  ein Begriff sein. Sie gilt als das universelle Nachschlagewerk schlechthin für alle nur denkbaren Wissenfragen. „Wiki weiß alles“ ist  zu einem geflügelten Wort geworden. 

Allerdings hat diese Einstellung auch ihre Tücken. Wenn beispielsweise ein Journalist schreiben würde: „Der Mond besteht aus grünem Käse. So steht es in der Wikipedia“, so würde er in mehrfacher Hinsicht falsch handeln. Die Wikipedia bildet vorhandenes Wissen ab – sie ist aber kein Sammelbecken für neue Forschung. Aussagen in Artikeln müssen durch nachprüfbare Quellen belegt sein. Würde der genannte Beispielssatz tatsächlich zutreffen, so müsste daher in der Wikipedia explizit angegeben sein, wer dies herausgefunden hat und wo dies nachzulesen wäre. Dies – und nur dies – wäre dann von einem Journalisten als Urheberschaft anzugeben. Wer also sagt: „Das steht so in der Wikipedia“, der hat entweder das Prinzip nicht verstanden, oder er war zu faul, selbst zu recherchieren. Ebensowenig kann ich meine Existenz dadurch beweisen, dass mein Name ja im Telefonbuch stehe. Als Personennachweis gilt noch immer lediglich der Personalausweis; das Telefonbuch ist lediglich eine Datensammlung. Dasselbe gilt für die Wikipedia, die übrigens selbst auf die Gefahr einer fatalen Wechselwirkung zu Presseartikeln hinweist. 

Eine Brockhaus-Enzyklopädie
In diesem Sinne möchte ich auch die von mir verwendeten Verlinkungen in die Wikipedia verstanden wissen. Sie sollen keineswegs als Beweise gelten, sondern sie dienen als Hinweise auf ein Thema, das sich mit den dortigen Informationen vertiefen lässt. Jedem steht es frei selbst zu entscheiden, wie tief er in dieses Thema einsteigen möchte. Auf diese Weise werden auch unnötige Wiederholungen vermieden. 

Im Übrigen darf man nicht dem Irrtum verfallen, die Wikipedia sei vollständig und bilde sämtliches Wissen der Menschheit ab. Ein Blick in die Rubrik „Letzte Änderungen“ zeigt, dass schon allein in der deutschsprachigen Wikipedia im Sekundentakt Texte überarbeitet und neue Artikel erstellt werden.  Während manche Nutzer es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, dass auch das allerkleinste Dorf am Rande der Pampa in Absurdistan einen eigenen Artikel benötigt, andere sich darüber streiten, ob solch ein Artikel denn „relevant“ genug sei, nutzen wiederum andere die Gelegenheit zu testen, wie viele Unsinnsbeiträge man schreiben kann, bevor man gesperrt wird (im Wikipedia-Jargon „Vandalismus“ genannt). 

Auf der anderen Seite gibt es eine große Anzahl sogenannter Wartungskategorien. Es geschieht immer wieder, dass Artikel bereits kurze Zeit, nachdem sie angelegt wurden, nicht mehr weiter gepflegt werden und in Vergessenheit geraten. Dadurch entstehen Fehler sowohl inhaltlicher als auch technischer Natur. Inhaltliche Fehler können (abgesehen von reinen Rechtschreibfehlern) darin bestehen, dass ein Text z.B. ein geplantes Bauwerk beschreibt, das dann aber später doch nicht (oder auf andere Art) realisiert wurde. Technische Fehler können entstehen, wenn entweder die Wikipedia selbst überarbeitet wird oder die Internetseiten, auf die sich der Artikel beruft (siehe oben), geändert oder gelöscht wurden. Im Laufe der Zeit entstanden immer wieder neue Vorlagen, die den Autorinnen und Autoren die Arbeit erleichtern sollen. Diese müssen aber auch in bereits bestehende Artikel nachträglich eingearbeitet und auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Dasselbe gilt für Verweise in anderssprachige Wikis und in Datenbanken wie Wikidata oder Wikimedia Commons

Es gibt also ständig etwas nachzuarbeiten, zu korrigieren, nachzubessern und zu ergänzen. Vieles ist auch für Neueinsteiger recht leicht zu erlernen; andere Bearbeitungen setzen aber bereits vorhandene Kenntnisse der Formatierungsregeln voraus.

So betrachtet wird die Wikipedia vermutlich nie ganz fertig sein.

Raumanzüge – Schutzanzüge

Seitdem Menschen zum ersten Mal erfolgreich auf dem Mond umherspaziert sind, ist wohl jedes Kind vertraut mit dem Anblick eines Raumanzugs. Diese Anzüge haben ihren Ursprung in den Taucheranzügen, mit deren Hilfe Menschen erstmals in größere Wassertiefen vorstoßen konnten. Allen Schutzanzügen ist gemeinsam, dass sie ihren Träger vor gefährlichen Einflüssen seiner Umgebung abschirmen bzw. die zum Überleben notwendigen Umweltbedingungen aufrechterhalten. 

Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Anzüge sowohl dem menschlichen Körperbau als auch seinen biologischen Erfordernissen angepasst sind. Nur auf diese Weise ist es überhaupt möglich, dass der Mensch vordringt in Gegenden, in denen ein Überleben eigentlich unmöglich wäre. Dies gilt für den Meeresgrund ebenso wie für Vulkanschlote, brennende Gebäude – oder fremde Welten. 

Die Menschheit ist auf der Suche nach Planeten, auf denen ein Leben, wie wir es kennen, möglich ist. Erforderlich wären neben dem Sauerstoff zum Atmen ein gemäßigtes Klima sowie Wasser in flüssiger Form. Ideale Voraussetzungen wie auf unserer Erde sind – nach heutigem Kenntnisstand – extrem selten. Gleichzeitig aber ist es immerhin gelungen, den Mond zu besuchen und dort für eine gewisse Zeit zu überleben, und ebenso wird dies früher oder später auch auf dem Mars und anderen Objekten in unserem Sonnensystem gelingen. Voraussetzung ist, dass wir das, was wir zum Überleben benötigen, mitbringen.

Interessant wird es, wenn man die menschliche Kulturgeschichte nach ähnlichen Darstellungen durchsucht. Dies hat der Autor Erich von Däniken bereits 1973 in seinem Buch „Meine Welt in Bildern“  getan. Er beschreibt unter anderem einen seltsamen Schöpfungsmythos der Kayapó, eines indigenen Volkes am Amazonas. Bei Festlichkeiten kleiden sie sich in Strohgewänder, die ihre Körper vollständig einhüllen (Video: Tradicional isndígenas kayapo) .

Bildercollage
Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Darstellungen, hergestellt aus Stein, Lehm oder den verschiedensten anderen Materialien. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie annähernd menschliche Proportionen besitzen, gleichzeitig aber eine auffallende Abweichung von allen zu erwartenden Bekleidungsgewohnheiten ihrer Umgebung aufweisen. Als Beispiele seien hier genannt: 

• Eine japanische Dogū-Plastik aus Terrakotta  (Nationalmuseum Tokio). Sie scheint eine Art „Taucherbrille“ zu tragen.
•  Die Stele eines „Ballspielers“ aus El Baúl  zeigt eine behelmte Figur. Der enganliegende Helm mit nach hinten geführtem Schlauchanschluss wirkt ebenso modern wie der Rest der Kleidung.
• Eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus ist Ganesha, der „Überwinder der Hindernisse“ . Er wird dargestellt als menschliches Wesen mit einem Elefantenkopf, wobei der „Rüssel“ in manchen Darstellungen in einer Art Gerät oder Kasten endet. Auch hier wäre eine missverstandene Technologie denkbar.

Wenn also wir Menschen in der Lage sind, die für unser Überleben notwendige Umgebung künstlich zu erzeugen und überallhin mitzunehmen: warum sollte dies denn nicht auch anderen Lebensformen gelingen?! Dass Wasser und Sauerstoff für die Entstehung von Leben notwendig seien, ist lediglich eine menschliche Denkweise. Die Science fiction ist da seit jeher wesentlich einfallsreicher und sieht Möglichkeiten unter gänzlich anderen Voraussetzungen – bis hin zu Lebensformen, die sich völlig frei in der Leere des Weltraums bewegen. Da draußen ist Platz genug; alles, was menschliche Phantasie sich vorzustellen vermag, kann tatsächlich irgendwo existieren, und vielleicht sogar noch manches mehr. Es ist daher zumindest eine Möglichkeit vorhanden, dass die uralten Darstellungen und Überlieferungen nicht ausschließlich nur auf Einbildung beruhen, sondern dass die eine oder andere tatsächlich erlebtes Geschehen wiedergibt, dessen Überlieferung im Laufe von Generationen sich auch verändert haben kann.

Was ist ein Schatz?

Mittelalter, irgendwo in Deutschland. Zwei Mönche sitzen in einer Dorfschänke und unterhalten sich lebhaft über die neueste Errungenschaft ihres Klosters: ein wertvolles Buch. Es ist handgeschrieben, aufwändig bebildert und in dickes Leder eingebunden. Der hohe Wert dieses Buches besteht natürlich aus seinem Inhalt, der aber wiederum sich nur demjenigen offenbart, der in der Lage ist, die seltsamen Zeichen und Symbole zu lesen und zu verstehen. Es handelt sich also um einen ideellen Wert. Das hätten die Mönche mehr betonen sollen, als sie sich darüber unterhielten, ohne darauf zu achten, dass auch noch andere Personen mithörten. Als kurz darauf das Kloster überfallen und zerstört wird, finden die Angreifer zu ihrer Überraschung keinerlei materielle Wertgegenstände vor.

Ein anderer Ort, eine andere Zeit: Die Bauern eines Dorfes feiern eine reiche Ernte. Auch hier passiert dasselbe: die Nachricht gelangt an Ohren, für die sie nicht bestimmt war. Bei der kurz darauf stattfindenden Schlacht wird das Lagerhaus des Dorfes in Brand gesetzt; die Ernte, die dabei in Flammen aufgeht, hätte ausgereicht, um mehrere Nachbardörfer über Monate hinaus mit Lebensmitteln versorgen zu können. 

Es gibt aber auch Gegenstände, deren Wert lediglich immateriell ist; beispielweise, weil sie einen persönlichen Erinnerungswert besitzen oder weil es sich um unersetzbare Einzelstücke handelt. Kunstwerke wie die weltberühmte Mona Lisa  zählen dazu; einmal zerstört oder verlorengegangen, ist sie mit keinem Geld der Welt wiederzubringen; sie ist somit im eigentlichen Sinne wertlos

Ein anderes Beispiel: Atahualpa, der letzte Herrscher des Inkareiches, wurde von den spanischen Eroberern gefangengenommen. Für seine Freilassung bot er an, man werde den Raum, in dem er gefangen gehalten wurde, mehr als mannshoch mit Gold und Silber füllen. Die Spanier nahmen dieses Angebot an und es gelang den Inka im Verlauf mehrerer Monate, diese Forderung tatsächlich zu erfüllen. Am Ende aber nützte das aber doch nichts, die Spanier missachteten die Vereinbarung und töteten Atahualpa – aus Angst vor weiteren Angriffen und um sich seiner zu entledigen. Gold oder Silber hatten für die Inka wenig Wert; sie nutzen das ästhetisch schöne Material zur Herstellung ihrer Kunstobjekte [Quelle]. Unermesslich viel höher schätzten sie das Leben ihres Anführers ein. Daher wird es ihnen vergleichsweise leichtgefallen sein, die Gier der Spanier zu befriedigen. Und doch konnte auch dies sein Leben nicht retten.

Ausstellung "Inkagold" in Hamburg, 2007
Diese Beispiele zeigen, dass es für die Definition der Begriffe „Schatz“  oder auch „wertvoll“ durchaus unterschiedliche Ansätze geben kann. Der erste Gedanke, der einem dazu in den Sinn kommt, ist wohl meistens der Schatz im materiellen Sinne, also beispielsweise eine Kiste voller Gold und Edelsteine, wie sie in so manchem Piratenfilm früher oder später in Erscheinung tritt. Dieser materielle Wert setzt aber immer voraus, dass es jemanden geben muss, dem der Wert auch tatsächlich etwas bedeutet, das über das Empfinden von Schönheit oder Glanz hinausgeht. Es muss ein Gegenwert vorhanden sein. Das heißt: wenn ich jemandem ein Goldstück oder einen Edelstein übergebe, dann erwarte ich, dafür etwas anderes von ihm zu bekommen, dessen Wert meiner Ansicht entsprechend gleichwertig, wenn nicht sogar höher ist. Der Empfänger wiederum ist bereit, mir diesen Gegenwert zu geben, weil er voraussetzt, dass auch er jederzeit eine dritte Person findet, mit der er einen ähnlichen Tauschhandel durchführen kann. Reichtum basiert also auf dem Umstand, stets genügend Waren zu besitzen, um sie eintauschen zu können gegen Bedarfsartikel des täglichen Lebens. 

Es gibt aber auch noch den Begriff „Reichtum an Erfahrung“. Auch dies kann buchstäblich überlebenswichtig sein: Das reine und unverfälschte Wissen um die Zusammenhänge des Lebens. Dies beginnt mit Beobachtungen aus der Natur, die mich umgibt; welche Dinge ich essen kann und welche nicht, welche Tiere mir zur Nahrung oder zur Bekleidung nützlich sind und welche ich meiden muss, da sie mir gefährlich werden können. Wetterlage, Klima und Jahreszeit. Alles das enthält Informationen, die darüber entscheiden, ob ich den nächsten Winter überleben werde. 

Diese Informationen wurden in früheren Zeiten mündlich überliefert. Die „Erfindung“ bildlicher Darstellung und daraus resultierender Schrift sorgte dafür, dass die Überlieferungen auch über mehrere Generationen erhalten blieben. Dennoch konnten Krankheiten, Todesfälle oder Naturkatastrophen jederzeit dafür sorgen, dass die Kette weitergegebener Informationen unterbrochen wurde und der Wissensschatz damit verloren war. 

Zusammenfassend kann man sagen: ein Schatz ist immer das, was ich dafür halte. Was dem Einen völlig wertlos erscheint, ist für den Anderen mehr wert als alles andere auf der Welt. Was einer im Überfluss besitzt, ist bei einem anderen rar und kostbar.

Darwin vs. Inzucht

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV) hat im November 2022 eine Presseerklärung  herausgegeben, in der auf die Gefahr hingewiesen wird, dass die räumliche Trennung durch Autobahnen, Siedlungen und Bahnlinien zu Inzucht und Missbildungen beim heimischen Rotwild führen kann, da sich die Populationen nicht mehr genetisch austauschen können.

Andererseits ist nachzulesen, dass die Ausbildung von Isolationsmechanismen wesentlich sei für den Vorgang der Artbildung im Sinne des Charles Darwin. Bei den nach ihm benannten Darwinfinken wird angenommen, die Gründerpopulation könne möglicherweise aus nur einem einzigen trächtigen Weibchen hervorgegangen sein. 

Was also könnte bzw. würde geschehen, wenn die durch den Menschen hervorgerufene Isolation beim Rotwild dauerhaft aufrechterhalten werden würde? 

Rehwild vor einem Wald
Der LJV warnt vor genetischer Verarmung und daraus resultierenden Missbildungen bei den Wildtieren. Dies müsste wiederum im Falle des Darwinfinken in noch erheblich größerem Maße aufgetreten sein. In der Natur sind missgebildete Individuen nicht lange überlebensfähig. Ebenso wie kranke oder verletzte Tiere werden sie innerhalb kürzester Zeit den Beutegreifern zum Opfer fallen – oder schlicht verhungern und verdursten, wenn eine Nahrungsaufnahme nicht möglich ist. Sie scheiden damit also auf natürliche Weise aus dem Genpool aus.  Es ist aber auch denkbar – und beim Darwinfinken ja auch erwiesen –, dass sich langfristig eine Veränderung in den Genen auch mal als Verbesserung erweist und sich damit durchsetzt. In diesem Falle wäre es sogar von Vorteil, wenn die Anzahl der infrage kommenden Individuen eher klein bleibt, damit diese genetische Veränderung innerhalb der Population auch möglichst oft weitergegeben wird. Wenn sich die Veränderung als echter evolutionärer Vorteil erweist, wird die Anzahl der Tiere, die diese Erbinformation in sich tragen, schnell von selbst erhöhen.

Astronomische Beobachtungen

Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilf...