Was ist ein Schatz?

Mittelalter, irgendwo in Deutschland. Zwei Mönche sitzen in einer Dorfschänke und unterhalten sich lebhaft über die neueste Errungenschaft ihres Klosters: ein wertvolles Buch. Es ist handgeschrieben, aufwändig bebildert und in dickes Leder eingebunden. Der hohe Wert dieses Buches besteht natürlich aus seinem Inhalt, der aber wiederum sich nur demjenigen offenbart, der in der Lage ist, die seltsamen Zeichen und Symbole zu lesen und zu verstehen. Es handelt sich also um einen ideellen Wert. Das hätten die Mönche mehr betonen sollen, als sie sich darüber unterhielten, ohne darauf zu achten, dass auch noch andere Personen mithörten. Als kurz darauf das Kloster überfallen und zerstört wird, finden die Angreifer zu ihrer Überraschung keinerlei materielle Wertgegenstände vor.

Ein anderer Ort, eine andere Zeit: Die Bauern eines Dorfes feiern eine reiche Ernte. Auch hier passiert dasselbe: die Nachricht gelangt an Ohren, für die sie nicht bestimmt war. Bei der kurz darauf stattfindenden Schlacht wird das Lagerhaus des Dorfes in Brand gesetzt; die Ernte, die dabei in Flammen aufgeht, hätte ausgereicht, um mehrere Nachbardörfer über Monate hinaus mit Lebensmitteln versorgen zu können. 

Es gibt aber auch Gegenstände, deren Wert lediglich immateriell ist; beispielweise, weil sie einen persönlichen Erinnerungswert besitzen oder weil es sich um unersetzbare Einzelstücke handelt. Kunstwerke wie die weltberühmte Mona Lisa  zählen dazu; einmal zerstört oder verlorengegangen, ist sie mit keinem Geld der Welt wiederzubringen; sie ist somit im eigentlichen Sinne wertlos

Ein anderes Beispiel: Atahualpa, der letzte Herrscher des Inkareiches, wurde von den spanischen Eroberern gefangengenommen. Für seine Freilassung bot er an, man werde den Raum, in dem er gefangen gehalten wurde, mehr als mannshoch mit Gold und Silber füllen. Die Spanier nahmen dieses Angebot an und es gelang den Inka im Verlauf mehrerer Monate, diese Forderung tatsächlich zu erfüllen. Am Ende aber nützte das aber doch nichts, die Spanier missachteten die Vereinbarung und töteten Atahualpa – aus Angst vor weiteren Angriffen und um sich seiner zu entledigen. Gold oder Silber hatten für die Inka wenig Wert; sie nutzen das ästhetisch schöne Material zur Herstellung ihrer Kunstobjekte [Quelle]. Unermesslich viel höher schätzten sie das Leben ihres Anführers ein. Daher wird es ihnen vergleichsweise leichtgefallen sein, die Gier der Spanier zu befriedigen. Und doch konnte auch dies sein Leben nicht retten.

Ausstellung "Inkagold" in Hamburg, 2007
Diese Beispiele zeigen, dass es für die Definition der Begriffe „Schatz“  oder auch „wertvoll“ durchaus unterschiedliche Ansätze geben kann. Der erste Gedanke, der einem dazu in den Sinn kommt, ist wohl meistens der Schatz im materiellen Sinne, also beispielsweise eine Kiste voller Gold und Edelsteine, wie sie in so manchem Piratenfilm früher oder später in Erscheinung tritt. Dieser materielle Wert setzt aber immer voraus, dass es jemanden geben muss, dem der Wert auch tatsächlich etwas bedeutet, das über das Empfinden von Schönheit oder Glanz hinausgeht. Es muss ein Gegenwert vorhanden sein. Das heißt: wenn ich jemandem ein Goldstück oder einen Edelstein übergebe, dann erwarte ich, dafür etwas anderes von ihm zu bekommen, dessen Wert meiner Ansicht entsprechend gleichwertig, wenn nicht sogar höher ist. Der Empfänger wiederum ist bereit, mir diesen Gegenwert zu geben, weil er voraussetzt, dass auch er jederzeit eine dritte Person findet, mit der er einen ähnlichen Tauschhandel durchführen kann. Reichtum basiert also auf dem Umstand, stets genügend Waren zu besitzen, um sie eintauschen zu können gegen Bedarfsartikel des täglichen Lebens. 

Es gibt aber auch noch den Begriff „Reichtum an Erfahrung“. Auch dies kann buchstäblich überlebenswichtig sein: Das reine und unverfälschte Wissen um die Zusammenhänge des Lebens. Dies beginnt mit Beobachtungen aus der Natur, die mich umgibt; welche Dinge ich essen kann und welche nicht, welche Tiere mir zur Nahrung oder zur Bekleidung nützlich sind und welche ich meiden muss, da sie mir gefährlich werden können. Wetterlage, Klima und Jahreszeit. Alles das enthält Informationen, die darüber entscheiden, ob ich den nächsten Winter überleben werde. 

Diese Informationen wurden in früheren Zeiten mündlich überliefert. Die „Erfindung“ bildlicher Darstellung und daraus resultierender Schrift sorgte dafür, dass die Überlieferungen auch über mehrere Generationen erhalten blieben. Dennoch konnten Krankheiten, Todesfälle oder Naturkatastrophen jederzeit dafür sorgen, dass die Kette weitergegebener Informationen unterbrochen wurde und der Wissensschatz damit verloren war. 

Zusammenfassend kann man sagen: ein Schatz ist immer das, was ich dafür halte. Was dem Einen völlig wertlos erscheint, ist für den Anderen mehr wert als alles andere auf der Welt. Was einer im Überfluss besitzt, ist bei einem anderen rar und kostbar.

Darwin vs. Inzucht

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV) hat im November 2022 eine Presseerklärung  herausgegeben, in der auf die Gefahr hingewiesen wird, dass die räumliche Trennung durch Autobahnen, Siedlungen und Bahnlinien zu Inzucht und Missbildungen beim heimischen Rotwild führen kann, da sich die Populationen nicht mehr genetisch austauschen können.

Andererseits ist nachzulesen, dass die Ausbildung von Isolationsmechanismen wesentlich sei für den Vorgang der Artbildung im Sinne des Charles Darwin. Bei den nach ihm benannten Darwinfinken wird angenommen, die Gründerpopulation könne möglicherweise aus nur einem einzigen trächtigen Weibchen hervorgegangen sein. 

Was also könnte bzw. würde geschehen, wenn die durch den Menschen hervorgerufene Isolation beim Rotwild dauerhaft aufrechterhalten werden würde? 

Rehwild vor einem Wald
Der LJV warnt vor genetischer Verarmung und daraus resultierenden Missbildungen bei den Wildtieren. Dies müsste wiederum im Falle des Darwinfinken in noch erheblich größerem Maße aufgetreten sein. In der Natur sind missgebildete Individuen nicht lange überlebensfähig. Ebenso wie kranke oder verletzte Tiere werden sie innerhalb kürzester Zeit den Beutegreifern zum Opfer fallen – oder schlicht verhungern und verdursten, wenn eine Nahrungsaufnahme nicht möglich ist. Sie scheiden damit also auf natürliche Weise aus dem Genpool aus.  Es ist aber auch denkbar – und beim Darwinfinken ja auch erwiesen –, dass sich langfristig eine Veränderung in den Genen auch mal als Verbesserung erweist und sich damit durchsetzt. In diesem Falle wäre es sogar von Vorteil, wenn die Anzahl der infrage kommenden Individuen eher klein bleibt, damit diese genetische Veränderung innerhalb der Population auch möglichst oft weitergegeben wird. Wenn sich die Veränderung als echter evolutionärer Vorteil erweist, wird die Anzahl der Tiere, die diese Erbinformation in sich tragen, schnell von selbst erhöhen.

"Gebt uns Raum!"

Seit Anbeginn der Menschheit ist es ein Grundbedürfnis, vorwärts zu streben. Bereits die ersten, frühen Menschen waren offenbar begierig zu wissen, was es hinter dem Horizont zu entdecken gibt. Die Gründe für diese Neugierde können vielfältig sein. Sei es, dass am bisherigen Ort die Lebensmittelressourcen knapp wurden; sei es, dass es innerhalb einer Gruppe zu Unstimmigkeiten und Reibereien kam; oder vielleicht gab es eine Naturkatastrophe, bei der die Überlebenden zu einer räumlichen Veränderung gezwungen wurden. Jedenfalls gab es immer wieder mehr oder weniger kleine Gruppen, die das Abenteuer wagten und – buchstäblich – zu neuen Ufern aufbrachen. In früheren, unsicheren Zeiten wird diese Reise ins Ungewisse in jedem Fall eine Reise ohne Wiederkehr gewesen sein, denn es gab ja nichts, was ein Gefühl von „Heimat“ oder „Sehnsucht nach alten Zeiten“ hätte hervorrufen können. Als Jäger und Sammler auf ewiger Wanderschaft, war für diese Menschen ein Ort so gut wie der andere.

Nun aber war – wenn man den Archäologen Glauben schenken darf – die Erde in diesen frühen Tagen noch ein unbeschriebenes Blatt Papier. Ausgehend vom afrikanischen Kontinent machten sich die Menschen auf den Weg, neue Gegenden zu entdecken und neue Zivilisationen zu gründen. Egal, in welche Richtung man sich wandte: es gab überall neue Jagdgründe zu erobern. Viele dieser ersten Expeditionen ins Ungewisse werden gescheitert sein, da man weder über Flora und Fauna des neuen Ortes informiert sein konnte noch über die klimatischen Verhältnisse, die dort zu erwarten waren. Plötzlich auftretende Trockenzeiten oder langanhaltende, harte Winter, ohne dass man die nötige Zeit oder Erfahrung gehabt hätte, die zum Überleben notwendigen Vorräte anzulegen, werden häufig für ein sang- und klangloses Erlöschen einer Siedlung gesorgt haben. Aber früher oder später werden nachfolgende Generationen erneute Besiedelungsversuche wagen, und die werden es durch hinzugewonnenes Wissen oder einfach nur durch Glück irgendwann schaffen. Bis eines Tages die neue entstandene Gruppe erneut so angewachsen ist, dass ein weiteres Mal das Reisefieber ausbricht; oder eine weitere, unerwartete Katastrophe trifft die Menschen.

Jedenfalls gab es in jenen „glücklichen Tagen“ noch Platz im Überfluss. Jederzeit konnten wagemutige Abenteurer oder Entdecker ihre Koffer packen und sich auf den Weg machen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wie lange mag es wohl gedauert haben, bis der erste Mensch während einer solchen Reise das schockierende Erlebnis hatte, auf andere Menschen zu treffen? Menschen, die den vermeintlich „neuen“ Ort längst als ihre eigene Heimat besiedelt haben – die also quasi „von der anderen Seite her“ (?) gekommen sind? Ähnliche Zusammentreffen werden in heutiger Zeit angenommen zwischen den Neandertalern und dem modernen Homo Sapiens – wobei die Frage noch offen ist, wie es überhaupt zur Entstehung dieser beiden unterschiedlichen Arten kommen konnte. Man geht aber davon aus, dass beide Arten eine Zeitlang nebeneinander existiert haben, bevor der Neandertaler völlig verdrängt wurde und ausstarb.

In späteren Zeiten der Menschheitsgeschichte kam es immer wieder zu größeren Migrationswellen. Man denke dabei an die Völkerwanderung im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung. Ein anderes Beispiel sind die Einwanderungswellen in Richtung des amerikanischen Kontinents.  In beiden Fällen handelt es sich um große Menschenströme, die sich in Richtung von Gegenden bewegen, in denen es bereits eine menschliche Besiedelung gibt. Das muss naturgemäß zu Auseinandersetzungen führen. Zunächst wird der zur Verfügung stehende Raum immer knapper, dann die erforderlichen Ressourcen. Im Beispiel Amerikas ist bis heute bekannt, was diese Auseinandersetzungen für die indigene Urbevölkerung bedeuteten. Der „Wilde Westen“ war das verheißungsvolle neue Land; wer zuerst kam, konnte seinen Stecken in die Erde pflanzen und alles um ihn herum als sein Eigentum bezeichnen.

Bildcollage unter Verwendung eines Aquarells von Alfred Jacob Miller, Wikimedia Commons
Nun aber ist es in der heutigen Zeit so, dass es nirgendwo auf der Welt mehr leeren Raum gibt, den man als erster beanspruchen könnte. Wohin man sich auch wendet: es sind bereits Menschen dort. Allerdings heißt das nicht, dass die Migration zum Stillstand gekommen wäre. Im Gegenteil: in unseren Tagen sind mehr Menschen unterwegs als je zuvor. Sie sind auf der Flucht vor Krieg, Hunger, Armut oder politischer Verfolgung. Die Frage stellt sich: Wo können / sollen diese Menschen hin? Wo können sie eine neue Heimat finden, ohne dass die dort bereits lebenden Menschen dadurch Einbußen hinnehmen müssen?

Die naheliegende Antwort könnte so einfach sein, wenn die Menschheit nur ein klein wenig mehr technischen Fortschritt vorzuweisen hätte. Wenn der Platz auf der Erde nicht mehr ausreicht, dann müssen wir eben hinaus ins All!

Im November 2022 ging die Nachricht durch den Pressewald, die Menschheit habe die Zahl von acht Milliarden überschritten. Es ist abzusehen, dass eines Tages die auf der Erde produzierte Nahrung nicht mehr ausreicht; schon heute müssen Millionen Menschen hungern. Auch die Abgas- und Abfallmenge übersteigt an viele Orten längst das Zumutbare. Da es auf der Erde aber keinen freien Raum mehr gibt, bleibt nur der Schritt nach draußen. Alles, was wir noch dafür benötigen, sind ausreichend sichere und bezahlbare Raketen, die den Transport größerer Menschengruppen und ihrer Habseligkeiten ermöglichen.

In der Pionierzeit des 19. Jahrhunderts sind ganze Familien in Richtung „Wilder Westen“ gezogen, in ein unbekanntes Land voller Gefahren, nur ausgerüstet mit einem Planwagen voller Haushaltsgegenstände – oder mit noch weniger. Der Kontakt zu den Angehörigen konnte nicht weiter aufrechterhalten werden; Post, Telefon oder andere Kommunikationsmittel gab es noch nicht. Es war eine Reise ins Ungewisse, und oft eine Reise ohne Wiederkehr.

Demgegenüber wären die ersten Bewohner einer Mondsiedlung deutlich im Vorteil. Sie wären von Anfang an mit allem Notwendigen ausgestattet, die technischen Hilfsmittel wären besser und eine Verbindung zur Alten Welt könnte vergleichsweise leicht aufrechterhalten werden. 

Der Haken an der Sache ist leicht erkennbar: Die amerikanischen Siedler befanden sich stets auf sicherem Erdboden und damit auf vertrautem Terrain. Überall, wo sie hinkamen, war Luft und Wasser in ausreichendem Masse vorhanden oder zu finden. Dagegen müssen Mondsiedler ihre Lebensumgebung mitbringen bzw. neu aufbauen. Allerdings steckt darin gleichzeitig auch eine enorme Chance, denn der Mond ist, soweit wir heute wissen, voller wertvoller Grundstoffe. Alles, was für eine leistungsfähige Industrie erforderlich ist, ist dort zu finden, und einige Rohstoffe könnten als Handelsware genutzt werden. Die ersten Siedler auf dem Mond werden es nicht leicht haben, das ist sicher. Aber sie haben – ebenso wie die amerikanischen Siedler – eine glorreiche Zukunft vor sich. 

Würde die NASA heute dazu aufrufen, man möge sich freiwillig melden für die Gründung einer ersten Mondbasis: man könnte sich vermutlich vor dem Ansturm von Interessenten kaum retten.

Wer war der erste Gott?

Wer genau war der allererste Gott, an den geglaubt bzw. der von uns Menschen verehrt wurde? So lautete eine Frage, die in der Ausgabe 4/2022 der Zeitschrift "Sagenhafte Zeiten" gestellt wurde. Hier meine Gedanken dazu.

Um sich der Beantwortung dieser interessanten Frage anzunähern, muss man zunächst zwei Punkte definieren: a) was ist ein Gott, und b) wann und womit beginnt eine Verehrung?

Punkt a) möchte ich kurz zusammenfassen mit "ein höheres, mir überlegenes Wesen, ausgestattet mit der Macht und/oder den Mitteln, mein eigenes Leben, Hab und Gut in einer Weise zu schützen, zu der ich selbst nicht in der Lage bin". Eine Macht also, die mich zum Beispiel vor Umwelteinflüssen beschützt wie Stürmen, Blitzeinschlägen oder ähnlichen Katastrophen, über die ich selbst keine Kontrolle habe; die mich aber ebenso auch zu beschützen vermag vor bösartigen Raubtieren oder feindseligen Nachbarn.

Der Punkt b) scheint mir schwieriger zu sein. Die höheren Mächte, die zu verstehen weit über meine geringen Kenntnisse hinausgeht, tun und lassen vermeintlich das, was immer ihnen gefällt. Es käme also darauf an, sich mit diesen Mächten gutzustellen. Das beginnt bereits mit einfachsten Ritualen, Beschwörungen oder auch Gebeten. Diese werden erleichtert durch eine bildliche oder figürliche Darstellung dessen, was man sich unter dieser noch völlig unbekannten Macht vorzustellen habe. Auch wird eine Erklärung für das, was man da treibt, gegenüber anderen viel einfacher; insbesondere unter Berücksichtigung des Umstands, dass es für neue Rituale zwangsläufig noch keine Worte geben kann. Für eine solche Darstellung gibt es Unmengen von möglichen Varianten. Es kann ebenso ein auffällig geformter Stein sein wie ein ungewöhnliches Stück Holz, entweder "naturbelassen", so wie es vorgefunden wurde, oder so bearbeitet, dass die besonderen Charakteristika betont werden.

Verzierung – oder schon Verehrung?
Nun ist es so, dass wohl jedermann, der schon mal einen Strandspaziergang gemacht hat, dabei zufällig auf einen ungewöhnlichen Stein oder eine schöne Muschel aufmerksam geworden ist. Vor allem Kinder neigen dazu, solche Dinge gern auch einzusammeln und mitzunehmen; Eltern können davon ein Lied singen, was sich abends so alles in den Hosentaschen findet. Haben solche Stücke einen Erinnerungswert, so werden sie aufgehoben und erhalten einen besonderen Platz auf dem Fensterbrett. – Ist dies schon eine Form der Verehrung?

Eine eigene Art von Strandsteinen sind die sogenannten "Hühnergötter". Es handelt sich dabei um jede Art von Steinen, bei denen es durch natürliche Erosion zu einer Durchlöcherung gekommen ist. Solche Steine werden häufig ganz gezielt gesucht, gesammelt und dann – auf Schnüre aufgezogen – zu Mobiles oder Klangkörpern verarbeitet. – Ist dies Verehrung?

Als eine weitere Kategorie könnte man den Bereich der "Glücksbringer" oder "Talismane" bezeichnen. Allgemein bekannt sein dürfte wohl die Hasenpfote; ein geradezu klassisches Glückssymbol, das sich – allen Weltreligionen zum Trotz – bis in unsere Tage erhalten hat. Dasselbe gilt für Hufeisen, bei denen jeder weiß, wie herum man sie über einer Tür aufhängen muss, "damit das Glück nicht herausläuft". – Hat das etwas mit Verehrung von Pferden zu tun?

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Der Zeitpunkt, wann etwas von einem harmlosen Interesse zu einer aktiven Anbetung wird mit der Annahme, dass eine bestimmte Handlung ein gewünschtes Resultat hervorruft, dürfte schwer zu ermitteln sein. Der Umstand allein, dass ein Gegenstand als besonders wichtig oder wertvoll erachtet und deshalb aufgehoben und gepflegt wird, lässt noch nicht auf einen religiösen Hintergrund schließen.

Weltraumreisen

So sehr auch die menschliche Neugierde dazu reizt, andere Planeten und „unentdeckte Welten“ zu besuchen, so bleibt doch unbestritten das größte Problem dabei die unfassbar große Entfernung. Nach dem heutigen Stand unserer Technik dauert es mehrere Tage, auch nur unseren eigenen Trabanten – den Mond – zu erreichen. Zum Nachbarplaneten Mars dauert die Reise bereits einige Monate; darüber hinaus entsprechend immer länger. Sobald wir aber unser eigenes Sonnensystem verlassen wollen, werden die Entfernungen zu anderen Sternen so groß, dass der Durchschnittsmensch kaum noch in der Lage ist sie zu verstehen. Wie also – mag man sich fragen – soll es möglich sein, eine solche Entfernung innerhalb eines Menschenalters zu überwinden?

Abstände zwischen den Sternen werden üblicherweise in Lichtjahren gemessen. Als Lichtjahr wird die Zeit bezeichnet, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Die Lichtgeschwindigkeit liegt bei rund 300.000 km pro Sekunde. Auf ein Jahr hochgerechnet kommt man damit auf eine Entfernung von rund 9,46 Billionen Kilometern.  Unserer Sonne am nächsten gelegen ist das Doppelsternsystem Alpha Centauri, nach heutigem Wissensstand etwa 4,2 Lichtjahre von uns entfernt; das entspricht demnach einer kaum vorstellbaren Entfernung von rund 40 Billionen Kilometern.

Anders ausgedrückt: Selbst dann, wenn die Menschheit einen Weg fände, mit Lichtgeschwindigkeit zu reisen (wovon wir selbst in der Theorie noch weit entfernt sind), würde schon die Reise zu unserem nächsten Nachbarn mehr als 4 Jahre dauern – noch gar nicht mitgerechnet die Zeit für die Beschleunigung zu Beginn und das Abbremsen am Ende der Reise. Und das, obwohl wir noch einmal genau wissen, ob eine Reise nach Alpha Centauri überhaupt lohnenswert wäre oder ob wir womöglich eine noch weitere Reise auf uns nehmen müssten, um irgendetwas zu finden, was die Mühe wert wäre. Alpha Centauri wäre einfach nur zunächst einmal der nächstgelegene Zielpunkt nach einer langen Reise durch unendliche Leere, eine erste Oase in einer gigantischen Wüste.

Um das Zeitproblem zu lösen, gab es in der Science-Fiction seit jeher verschiedene, mehr oder weniger fantasievolle Ideen. Eine beliebte und weitverbreitete Idee ist dabei der Hyperraum; ein Raum, in dem die uns bekannten Gesetze der Physik, von Zeit und Raum nicht gelten. In der beliebten US-amerikanischen Fernsehserie „Star Trek“ wurde dieser Raum erreicht durch ein Beschleunigen des Raumschiffs auf „Warpgeschwindigkeit“. Ein anderes Beispiel ist die ebenfalls US-amerikanische TV-Serie „Stargate“. Hier werden die solaren Entfernungen überbrückt mit Hilfe von Sternentoren, die eine Art Tunnel durch den Hyperraum miteinander verbindet und durch die man von Planet A nach Planet B reisen kann.

Eine Strecke von A nach B – und die Abkürzung
Beiden Beispielen ist gemeinsam, dass es eines für uns neuartigen, bisher unbekannten Mediums bedarf, um die weiten Reisen zu ermöglichen. Erklärbar wird dies anhand eines einfachen Beispiels: Man denke sich ein einfaches Blatt Papier. Auf dieses Papier setzt man in entgegengesetzten Ecken je einen Tropfen Zuckerlösung. Nun soll eine Ameise von dem Tropfen A zum Tropfen B gelangen. Sie muss dazu über das gesamte Blatt Papier laufen, dabei darf sie die Richtung nicht „aus den Augen“ verlieren. Wenn man nun aber dasselbe Stück Papier vorher faltet, so dass die Punkte A und B übereinander zu liegen kommen, so muss dieselbe Ameise überhaupt keine Strecke zurücklegen, sie braucht lediglich ihre Fühler auszustrecken. 

Um von diesem Gedankenmodell zurück zum Hyperraum zu kommen: sollte es jemals möglich sein, solch einen Raum zu finden und durchreisen zu können, so gibt es keinen Grund dafür anzunehmen, dass eine derartige Reise irgendeinen spür- oder messbaren Zeitraum benötigt. Falls es hierfür genau definierter Ein- und Austrittspunkte bedürfte (Wurmlöcher?), so wäre auch hier lediglich die Zeit für die An- und Abreise vom jeweiligen Planeten als Reisezeit zu verbuchen. Die eigentliche Verweildauer im Hyperraum dürfte kaum messbar sein, denn sie unterliegt ja nicht unseren Vorstellungen von Zeit und Raum.  

Allerdings liegt hier auch das Problem in diesem Gedankenmodell: wenn im Hyperraum unsere Gesetze und Vorstellungen unserer Umwelt – und damit unserer eigenen Existenz – nicht gelten, dann dürfen wir auch nicht davon ausgehen, dass wir überhaupt dort überleben können. Im Star Trek-Universum wird dieses Problem gelöst durch die Annahme, dass das Raumschiff von irgendwelchen nicht näher beschriebenen Kraftfeldern geschützt wird („Schilde auf Maximum!“); bei der Reise durch ein Stargate taucht dieses Problem gar nicht erst auf. Hier wird die Reise zwischen den Planeten optisch wie ein Rutsch durch einen Schlauchtunnel dargestellt, der nur wenige Sekunden dauert; während das Star Trek-Raumschiff immerhin eine „Reisedauer“ von Stunden oder Tagen im Hyperraum zubringt. Wobei sich im letzteren Fall spontan die Frage aufdrängt, wie man denn im Hyperraum (wo Raum oder Zeit nicht gelten!) navigiert.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich nach heutigem Stand lediglich um reine Phantasie (= fiction) handelt, so scheint es mir aber doch etwas logischer, die Aufenthaltsdauer im Hyperraum als minimal einzuschätzen; das heißt: für jemanden, der diese Art Fortbewegung beherrscht, geschieht eine solche Reise augenblicklich, ohne Zeitverlust. Wenn man eine solche Prämisse als Grundvoraussetzung zulässt, dann werden plötzlich die unermesslichen Entfernungen im Weltall bedeutungslos und die obere Grenze ist nur der Himmel – im wahrsten Sinne des Wortes.

Kulturbringer

Die Geschichte der Menschheit ist voll von Mythen und Erzählungen von Personen (seien es Götter, „gottgleiche“ Menschen oder einfache Erdenbürger), die den Völkern der Erde die Grundlagen der Zivilisation brachten. In einigen Fällen sind es Lehrer, die sich die Mühe machten, den Menschen etwas über Nutzung des Feuers, Pflanzenanbau, Viehzucht, aber auch theoretische Begriffe wie Mathematik und Sternenkunde beizubringen. Es gibt aber auch andere Überlieferungen, in denen ein Held sich aufmacht und den Göttern diese Verbesserungen abtrotzt oder sie sich von ihnen erschwindelt, womöglich gar sie mit Gewalt entwendet.

Als einige Beispiele  seien genannt:

  • Oannes, babylonisches Mischwesen aus Fisch und Mensch; lehrte die Menschen Kulturtechniken wie die Schrift, Wissenschaften und verschiedene Künste
  • Rishabha, indischer Religionsstifter; brachte den noch unzivilisierten Menschen seiner Zeit Ackerbau und Viehzucht bei
  • Sumé, Gottheit der brasilianischen indigenen Urbevölkerung; vermittelte Kenntnisse über Landwirtschaft, Feuer und soziale Organisation
  • Viracocha (Wiraqucha), Gottheit der indigenen Völker Südamerikas; erschuf die ersten acht zivilisierten Menschen.

Das Wissen um Saat und Ernte: Überlebenswichtig
All diesen Erzählungen ist etwas gemeinsam: Nämlich die Existenz einer höheren Macht, die in der Lage ist, den Menschen etwas zu vermitteln, wodurch das Leben und Überleben erleichtert und gesichert wird und das die Gründung einer Zivilisation überhaupt erst ermöglicht. In diesen Geschichten wird der Urmensch aus seiner Rolle als rein passiver Jäger und Sammler herausgehoben und erhält das nötige Wissen, um seine Umwelt künftig aktiv gestalten zu können.

In krassem Unterschied dazu steht die Schöpfungsgeschichte der Bibel. Im ersten Buch Mose wird geschildert, wie Gott die Menschen „nach seinem Bilde“ erschuf, um sie dann in geradezu sprichwörtlich „paradiesischer Unschuld“ (und Unwissenheit) leben zu lassen. Der Griff zum Apfel der Erkenntnis – und das damit erworbene Wissen (?) – führten prompt zum Rausschmiss aus dem Paradies, auf dass wir künftighin „unser Brot im Schweiße unseres Angesichts essen“ mussten.  Hier also sehen wir einen Gott, der eifersüchtig sein Wissen hütet und es für sich behalten möchte. Als es zum Eklat kommt, beendet er sein wohlwollendes Behüten und setzt die von ihm erschaffenen Menschen aus. Sie werden aus dem Garten Eden verbannt. Erhalten sie wenigstens das notwendige Wissen, um durch eigene Kraft für ihr Überleben sorgen zu können („auf dass er die Erde bebaute, von der er genommen war“)?! Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Und noch ein anderer Gedanke zu diesem Thema: Die beiden ersten Menschen hatten zwei Söhne, von denen einer den anderen ermordet. Und damit endet auch schon die Geschichte der Menschheit. Die Weltbehörde für Statistik vermeldet zu diesem Zeitpunkt eine Gesamtpopulation von Drei Menschen: zwei Männer und eine Frau. – Doch halt, es geht ja weiter: Kain, Evas Sohn, „erkannte sein Weib“.  Siehe da – es gibt also auch andere Menschen da draußen, also offenbar außerhalb des Paradieses. Und die müssen ja auch irgendwie über die Runden gekommen sein bisher.

Waren das vielleicht die Völkergruppen, die das Glück hatten, einem weniger eifersüchtigen Kulturbringer zuzuhören?

Altersbestimmung – aber wie?

Vor einiger Zeit hatte ich die Ehre, in ein frisch errichtetes Haus einziehen zu dürfen. Zur Feier dieses Ereignisses habe ich aus einem Stück Holz eine Plakette gebastelt, in der die Jahreszahl eingraviert wurde, und diese an der Hauswand installiert. Nun versuche ich seitdem, mir folgendes vorzustellen: „Was wäre, wenn durch irgendeinen Zufall dieses Stück Holz über eine lange, lange Zeit erhalten bliebe? Was würden in ein paar tausend Jahren die Archäologen der Zukunft daraus schließen?“

Nun, zunächst einmal würde man wohl herausfinden wollen, welche Datierung hier zugrunde zu legen ist. Dazu könnte man das Alter des Holzstückchens ermitteln. Mit Hilfe der heutzutage üblichen Radiokohlenstoffdatierung  (auch C14-Datierung genannt) würde der ungefähre Zeitpunkt zu ermitteln sein, an dem der Baum gefällt wurde, aus dem das Holzstück stammt. Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass in diesem konkreten Fall das Holz seit mehreren Jahren in einer Brennholzkiste lag. Die Zeitpunkte zwischen dem Fällen und der Bearbeitung liegen also weit auseinander. Die Methode der Dendrochronologie  oder Baumringdatierung führt aus denselben Gründen ebenfalls nicht weiter. Auch das, was auf dem Schild dargestellt wird, ist nicht für eine eindeutige zeitliche Zuordnung geeignet. Jedenfalls dann nicht, wenn in ferner Zukunft der Bezugsrahmen, also unsere heutige Zeitrechnung, nicht mehr bekannt ist oder verstanden wird. Wir kennen auch in unserer heutigen Zeit mehrere Kalenderrechnungen. In der westlichen Welt wird in der Regel a.D. (anno Domini) gerechnet – wobei es allerdings schon bei dieser Berechnung Abweichungen gibt . Gänzlich davon abweichend sind Zählweisen wie – um nur ein Beispiel zu nennen – die Japanische Zeitrechnung. Für das Verständnis der dargestellten Jahreszahl ist also auch die Kenntnis des historischen Kontextes erforderlich. 

Des Weiteren ist ohne weitere Informationen nicht ohne weiteres erkennbar, welches Datum hier eigentlich dokumentiert werden sollte, und warum. Die „Verewigung“ des Datums, wann ein Gebäude fertiggestellt wurde, ist aus heutiger Sicht nicht ungewöhnlich. Man findet so etwas recht häufig vor allem an historisch bedeutsamen Häusern. Es handelt sich um ein Relikt aus der Zeit, als der Bau größerer Häuser vor allem den Wohlhabenden vorbehalten und die Fertigstellung solch eines Hauses ein generationsübergreifend wichtiges Ereignis war, das es für die Nachwelt zu erhalten galt. In unserer modernen Welt ist dies eher zu einem alltäglichen Geschehen geworden, so dass das Datum einer Fertigstellung nicht mehr dieselbe Bedeutung besitzt. Für künftige Generationen – um auf das Beispiel zurückzukommen – müsste das also bedeuten, dass die nachweisbaren Daten eine große Lücke aufweisen. Nach einem scheinbar großen Bauboom etwa im 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts (wobei vieles ja in den Kriegsereignissen des 20. Jahrhunderts unwiederbringlich verlorengegangen ist) scheinen gegen Ende des 20. Jahrhunderts wenige bis gar keine Neubauten mehr hinzugekommen zu sein. Es kommt noch eine zufällige Pointe hinzu: In meinem Fall handelt es sich um das Jahr 2020. Hier liegt also auch noch eine Zahlen-Kuriosität vor, die eine Identifikation als Jahreszahl erschweren könnte. 

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Man kann hier also das Alter der Holzplatte ermitteln, und man kann anhand historischer Überlieferungen einen Bezug zum zeitlichen Zusammenhang herstellen. Was man aber nicht feststellen kann, das ist der Zeitpunkt, wann diese Holzplatte bearbeitet und montiert wurde. Und dies muss ebenso gelten für alle Arten von zeitlichen Datierungen, die in der Archäologie zu finden sind. Egal, ob es sich dabei um die Steine von Stonehenge handelt, die Bauten der Maya oder um die ägyptischen Pyramiden. In diesen Fällen kann das Alter der Steine bestimmt werden, und es gibt historische Zusammenhänge. 

Gedenksteine – wie alt und von wem?
Aber niemals sollte behauptet werden, man könne aus den Steinen ablesen, wann diese in eine Form bearbeitet, transportiert oder zu einem Bauwerk errichtet wurden.
Auch eventuelle Schmutzreste oder Patina an handwerklichen Erzeugnissen aller Art sind kein geeignetes Mittel zur Altersbestimmung. Wenn man davon ausgeht, dass diese Gegenstände für eine gewisse Zeit irgendeine Form von Wertschätzung erhielten, so werden sie während dieser Zeit gehütet und gepflegt worden sein. Sorgfältig versteckt und gelagert, wurden sie nur zu besonderen Zwecken – oder vielleicht zu besonderen Zeiten – hervorgeholt. Man denke in diesem Zusammenhang an den Weihnachtsschmuck, der in christlichen Haushalten elf Monate lang auf Dachböden oder in Kellern gelagert wird, bis man ihn zur Adventszeit hervorholt, ihn entstaubt, poliert und neu erglänzen lässt. So lange diese Wertschätzung anhält, werden die Objekte stets ihren Glanz behalten. Lässt aber die Aufmerksamkeit erst einmal nach, so geht auch der Glanz schnell verloren. Denkbar wäre in alten Zeiten eine Naturkatastrophe, ein kriegerischer Zwischenfall oder Krankheitsausbrüche. Ist ein verlorengegangenes Objekt erst einmal von Erde bedeckt oder von Dschungelpflanzen überwuchert, entsteht zwangsläufig früher oder später eine Schmutzkruste – aber eben erst dann, nachdem die Verehrung endete.

Natürlich möchte jede Kultur gern für sich in Anspruch nehmen, Monumentalbauten errichtet zu haben. Insbesondere bei den ägyptischen Pharaonen ist ein Hang zur Selbstdarstellung nicht zu übersehen. Ganze Wände der Prachtbauten sind gefüllt mit Darstellungen „seht her, was ich geschaffen habe“. Dabei fällt aber sofort auf, dass es zwar Darstellungen gibt der jeweiligen Herrscher und auch ganzer Heerscharen ihrer Sklaven; aber keine einzige Darstellung zeigt etwas ähnliches wie „Ich, der Herrscher, bei der Grundsteinlegung“ oder gar so etwas wie ein „Richtfest“. Im Gegenteil: Die Maya gaben den spanischen Eroberern zu verstehen, man habe einige ihrer Stätten nie anders gekannt als in Ruinen. Sie selbst haben also nie für sich in Anspruch genommen, die Planer oder Erbauer zu sein. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Stadt Puma Punku.  Als die spanischen Eroberer sie im 16. Jahrhundert wiederentdeckten, lag die Stadt bereits in Trümmern. Und wer die Erbauer von Stonehenge waren, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Jedenfalls gilt auch in diesen Beispielen: es gibt keine Möglichkeit, den Zeitpunkt der Steinbearbeitungen festzulegen. Für Stonehenge gibt es gar keine Aufzeichnungen, von den Maya-Überlieferungen ist aufgrund von religiösem Fanatismus fast nichts übriggeblieben, und bei den Ägyptern könnte es sich um eine Art steinerner Graffiti handeln. Jedenfalls ist die Wissenschaft sich in diesem Punkte einig, dass – bis heute erkennbar – einige der Hieroglyphen mindestens einmal, vielleicht sogar mehrfach geändert oder „überschrieben“ wurden. Das könnte auch erklären, warum einige Texte und Zeichen erhaben, andere vertieft dargestellt sind. Nach meiner Theorie wären demnach die erhabenen Texte die älteren; würde einem späteren Herrscher das, was dort über seine Vorgänger stand, nicht (mehr) gefallen, so würde die Fläche abgeschliffen (quasi wie eine Schultafel „abgewischt“) und anschließend neu beschriftet werden, diesmal (mangels Materials) in vertiefter Schrift. Zumal die Schrift in erhabenen Zeichen die aufwendigere ist, da man ja alles Material „drum herum“ entfernen muss.

Astronomische Beobachtungen

Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilf...