Wege durch Zeit und Raum

In einem früheren Artikel  hatte ich schon einmal über Entfernungen im All geschrieben. Hier noch ein paar Gedanken dazu.

Collage: Bogenschießen, Biathlon, Golf
Es gibt viele Sportarten, die etwas mit der Überwindung von gewissen Strecken zu tun haben. In der Bildcollage sind beispielsweise nur drei davon erwähnt. Ob man mit Pfeil und Bogen oder mit einem Luftgewehr eine Zielscheibe anvisiert, oder ob man versucht, einen Golfball zu putten; immer geht es darum, dies über eine gewisse Entfernung hinweg möglichst zielgenau zu tun. Man kennt dies aus den einschlägigen Sportsendungen im Fernsehen: für den Zuschauer interessant sind nur der Start und das Ziel, der Weg dazwischen wird in der Regel „ausgeblendet“ – es sei denn, es geschehen irgendwelche spektakulären Zwischenfälle. 

Um bei dem Beispiel zu bleiben, könnte man sich vor allem im Falle des Golfspiels durchaus vorstellen, dass es zwischen dem Abschlag und dem Moment, in dem der Ball ins Loch rollt, einige Verzögerungen gibt. Der Ball könnte in einen Sandbunker geraten oder in hohem Gras vorübergehend verlorengehen; der Spieler könnte eine Pause einlegen, um mit einem Mitspieler ein kleines Schwätzchen zu halten; oder die gesamte Spielpartie könnte durch einen plötzlichen Regenschauer unterbrochen werden. All dies hat auf den Spielverlauf am Ende keinen Einfluss, und niemanden interessiert es. 

Dies führt mich zu der gedanklichen Analogie zu einer Reise im Hyperraum: Nur der Beginn und das erfolgreiche Ende solch einer Reise sind für die Passagiere eines Raumschiffs von Interesse. Die dazwischenliegende Zeit ist ebenso uninteressant wie die Fahrt in einer U-Bahn durch einen unbeleuchteten Tunnel. Wie bei den genannten Sportarten ist es nur für einen Beobachter unmittelbar vor Ort möglich, das gesamte Geschehen in seinem vollständigen Zeitablauf zu verfolgen, einschließlich aller vielleicht notwendigen Unterbrechungen oder Zwischenfälle. Im Falle der Weltraumreise wiederum müsste dieser Beobachter nahezu gottgleich sein, denn die Wahrnehmungsmöglichkeiten von uns Menschen sind nun einmal begrenzt auf das uns bekannte Universum mit seinen Gesetzmäßigkeiten. 

Der Autor Issac Asimov hat bereits 1945 diesen Gedanken aufgegriffen. In der Kurzgeschichte „Flucht“ („Escape“ ) beschreibt er den Testflug eines Raumschiffs, das von einem Roboter gesteuert wird (heute würde man von einer „künstlichen Intelligenz“ – KI – sprechen). Der Flug scheitert beinahe, weil der Roboter erkennt, dass die an Bord befindlichen Menschen anscheinend sterben müssen. 

Hier wird also bereits dargestellt, dass der Mensch aufgrund seiner begrenzten Möglichkeiten nicht ohne weiteres in der Lage ist oder sein wird, Weltraumreisen zu unternehmen.

Aber das scheint mir ein geringeres Hindernis zu sein, als man vielleicht glauben sollte. Denn der Mensch kann auch nicht fliegen, und dennoch reist er von Kontinent zu Kontinent. Er kann auch nicht lange ohne Luft zum Atmen überleben, und dennoch tauchen U-Boote lange Zeit und in großen Tiefen der Meere. Und nicht zuletzt hat der Mensch auch den Mond bereits erreicht. Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass auch die großen Entfernungen im Weltall eines Tages überbrückt werden können; mit Hilfe einer Technologie, die wir heute noch nicht kennen. Es mag im ersten Moment beängstigend klingen, dass wir dieser Technologie vollständig vertrauen werden müssen; aber im Grunde ist es schon heute nicht viel anders, wenn ich mich in ein Flugzeug setze. Ist es erst einmal gestartet, habe ich keine Chance mehr, den Flug zu beeinflussen, selbst wenn ich eine Ahnung davon hätte. Und in der Kanzel wird bald nach dem Start der „Autopilot“ eingeschaltet, mit dessen Hilfe der gesamte Flug, die Technik des Flugzeugs und der Luftraum drumherum auf eine Weise überwacht wird, welche die Möglichkeiten der Piloten bereits übersteigt. Es scheint mir also nicht so weit hergeholt, dies zu übertragen auf eine Reise zwischen den Sternen. 

Nur die dafür notwenige Technologie muss eben erst noch erfunden werden.


Die Windkraft und das Wetter

In Schleswig-Holstein wird der Ausbau von Windkraftanlagen politisch bevorzugt  mit der Begründung, man habe hier ja stets genügend Wind zur Verfügung. Außerdem sei in Nord- und Ostsee reichlich Raum vorhanden für den Bau von „Offshore“-Anlagen. Die Auswirkungen auf die Meeresflora und -fauna sind „Gegenstand der Forschung“; im Klartext heißt das, sie werden begleitend untersucht, während das Projekt bereits im Gange ist. Sollten sich langfristig negative Folgen bemerkbar machen, wird es entsprechend schwierig werden, diese in den Griff zu bekommen. Mitgegangen – mitgefangen. Solange es noch einzelne Windräder waren – vielleicht auch zwei, drei oder sogar zehn –, machte es global betrachtet keinen Unterschied. Inzwischen aber stehen die Windräder zu tausenden an den Küsten. (Quelle: schleswig-holstein.de [Archivversion]) 

Windräder an der Nordseeküste
Ein wichtiger Aspekt blieb aber anscheinend bisher völlig unberücksichtigt. Aus der Schule kennt wohl jeder den Energieerhaltungssatz „Energie kann zwischen verschiedenen Energieformen umgewandelt werden; es ist jedoch nicht möglich, Energie zu erzeugen oder zu vernichten.“  Es ist also ganz offenkundig, dass die Windenergie nicht einfach so „gewonnen“, sondern dass sie dem Wind entzogen wurde. Es gibt eine Studie, die besagt, dass man mit Hilfe größerer Windkraftanlagen die Gefahr von Hurricans und Sturmfluten verringern könnte. Was hier als ein Vorteil für die Bewohner der US-amerikanischen Küsten dargestellt wird, zeigt sich vermutlich in der Praxis bereits in anderer Form an der deutschen Nordseeküste.

Jeden Abend in der TV-Tagesschau wird uns eine Wetterkarte präsentiert; und als Norddeutscher ist man daran gewöhnt, bei dieser Karte (vor allem in den Sommermonaten) auf den linken oberen Bildrand zu achten. Von dorther, von den britischen Inseln ziehen die Tiefs zu uns herüber  und in Richtung Osten, die uns den klassischen verregneten Sommer bescheren, wie ihn einst Rudi Carrell besang. Was aber, wenn es genau diese Tiefdruckgebiete sind, die nun von den Windanlagen in der Nordsee geradezu ausgebremst werden?! Die Folge wäre: die vom Golfstrom nach Europa herangeführten, mild-feuchten Luftmassen würden das deutsche Festland kaum noch erreichen, sie würden über der Nordsee abregnen (wo es kaum jemand bemerkt). Stattdessen dringt immer mehr trockene, warme Luft aus dem Süden bis nach Norddeutschland vor, was sich hier vor allem dadurch bemerkbar macht, dass Autos buchstäblich über Nacht immer wieder mit einer dicken Staubschicht  bedeckt sind. 

Es ist also zu befürchten, dass wir unseren angeblich so kostengünstigen „grünen Strom“ durch Inkaufnahme einer klimatischen Veränderung teuer bezahlen.

Geheimnisvolles Puma Punku

In einem früheren Beitrag habe ich schon einmal das Ruinenfeld von Puma Punku erwähnt. An dieser Stelle möchte ich noch einige Gedanken hinzufügen. 

In der Wikipedia ebenso wie in der umfangreichen Literatur zum Thema wird darüber philosophiert, wie, wann und warum die gewaltige Anlage erstellt wurde. Hier werden Fragen aufgeworfen, für die es fast unmöglich ist, eine Antwort zu finden. Ich möchte aber noch eine weitere hinzufügen, die mich mindestens ebenso sehr beschäftigt: Wer hat sich so große Mühe gegeben, die Bauwerke derart nachdrücklich zu zerstören, dass – im wahrsten Sinne des Wortes – kein Stein auf dem anderen blieb?

Bausteine
In den verschiedensten Berichten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Steine durch „ebene Flächen, geometrische Formen, präzise Kanten und innere rechte Winkel“ so perfekt zueinander verzahnt wurden, dass man in die Zwischenräume nicht einmal eine Rasierklinge schieben könnte.  Außerdem galten die Bauwerke als „vollkommen erdbebenresistent“. Häufig wird ein Vergleich zu den Steckbausteinen herangezogen, mit denen Kinder der heutigen Zeit zu spielen pflegen. Dabei hat schon so manch einer sich einen Fingernagel abgebrochen bei dem Versuch, einige dünne Steinchen voneinander zu trennen. 

Dennoch aber fanden bereits die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert die Anlage zerstört vor;  und zwar zerstört auf eine besonders auffällige Weise. Es kann weder an einem besonders starken Erdbeben noch an einer Explosion gelegen haben; denn in beiden Fällen würden die Bruchstücke in einem erkennbaren Trümmerhaufen zurückbleiben. Auch eine kriegerische Auseinandersetzung ist keine nachvollziehbare Begründung, denn es ist anzunehmen, dass die Sieger zwar plündern und brandschatzen, aber keine Zeit dafür verschwenden würden, jedes einzelne Bauteil der Anlage aus seinem Gefüge zu reißen und in der weiten Fläche der Hochebene zu zerstreuen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele der Einzelteile tonnenschwer sind und aus Andesit bestehen, einem vulkanischen Gestein mit hohem Härtegrad. Die Vermutung liegt nahe, dass irgendjemand ein besonderes Interesse daran hatte, die Bauwerke nicht nur gründlich zu zerstören, sondern sogar jeden Hinweis auf deren Zweck und Funktion zu vernichten. 

Als Vergleich bietet sich an die Errichtung eines (militärischen?) Stützpunktes, der für einen begrenzten Zeitraum genutzt wird. Zum Aufbau und Schutz der Anlage werden vorhandene Ressourcen und Baumaterialien genutzt. Sie werden durch mitgebrachtes Equipment ergänzt. Nach Beendigung des Auftrages wird die Anlage verlassen, eigenes Material wieder eingepackt. Für die Schutzmauern aber gibt es keine weitere Verwendung. Um einen eventuellen späteren Missbrauch zu verhindern, müssen die Mauern geschleift werden. Die Anlage soll nie wieder für irgendeinen Zweck genutzt werden können – erst recht nicht von einem möglichen Feind. Auch durften keinerlei Hinweise auf die Bauweise oder den Zweck des Ganzen zurückbleiben. Zu späteren Zeiten wurde die Fläche als Steinbruch ausgebeutet, soweit dies überhaupt möglich war. 

Nur auf diese Art und Weise ließe sich erklären, warum die Bauten von Puma Punku sich in einem derart nachhaltig zerstörten Zustand befinden, wie sie sich heute dem Besucher zeigen. 

Literaturhinweis:Puma Punkus Rätsel“. In: Sagenhafte Zeiten, Heft 4/2010, ISSN 1422-8793

1984 ist überall

Da ich hier meine persönliche Meinung kundtue, kann ich es mir leisten zu behaupten: Die zwischenmenschlichen Probleme, die sich heutzutage in unserer Gesellschaft ausbreiten, sind durch die Vermischung von Telefon und Internet entstanden. Oder anders ausgedrückt: meiner Ansicht nach hat das Internet auf einem Mobiltelefon nichts zu suchen.

Als die ersten Mobiltelefone (im deutschen Sprachraum häufig fälschlich anglisierend als „Handy“ bezeichnet) in den 1980er Jahren aufkamen, wurden sie noch gefeiert als eine Möglichkeit, in Notfällen stets erreichbar zu sein bzw. Hilfe anfordern zu können. Dies führte in der Folge dazu, dass der Begriff „Notfall“ immer mehr aufgeweicht wurde, so dass die ständige Erreichbarkeit sich vom Segen zum Fluch wandelte. Als gegen Ende der 1990er Jahre dann die Möglichkeit der Nutzung eines „mobilen Internets“ hinzukam, war es um die persönliche Ruhe geschehen. Seitdem leiden Menschen unter der Furcht, sie könnten jetzt, in diesem Moment, gerade irgendetwas Wichtiges verpassen – wobei die Definition von „Wichtig“ durchaus unterschiedlich ist. War es ursprünglich der Handwerker, der bei Tag oder Nacht von seinem Chef zu einem technischen Notfall gerufen wurde; so ist es heute ein Foto des Enkelkindes, das sein erstes Eis verzehrt. Und im letzteren Falle kommt leider noch hinzu, dass das Mobiltelefon der Großeltern häufig ein Geschenk der Kinder ist, die ihnen das Gerät voll eingerichtet zur Verfügung stellen („Schaut mal, so können wir euch immer Fotos zuschicken!“), ohne sie dabei ausreichend über die Funktionen – und Risiken – zu informieren. So kommt es dazu, dass man von Senioren den Satz hören kann: „Ich hab auf dem Telefon gar kein Internet, ich mach nur so ‘n bisschen wazzÄpp.“ 

Ohne Handy
Das Hin- und Hersenden von kurzen Textnachrichten ist auch so eine Unsitte geworden. Angefangen hat es mit den „Short Message Services“, kurz SMS genannt. Anfangs war der Name Programm, die Nachrichtenlänge auf 160 Zeichen reinen Text begrenzt. Da für jede einzelne Nachricht eine Gebühr fällig wurde, hielt sich auch die Anzahl der Sendungen in Grenzen. Im Zeitalter der „Flatrate“ sind diese Beschränkungen hinfällig geworden; Nachrichten ufern zu ganzen Romanen aus, oder sie kehren sich ins Gegenteil und bestehen nur noch aus einer Abfolge von „Smileys“, deren tieferer Sinn sich dem Empfänger kaum noch erschließt. 

Durch diese ständige Reizüberflutung ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Wer in ständigem Kontakt ist, lässt bald auch die einfachsten Regeln der Höflichkeit wie Anrede oder Grußformel außer Acht. Nur dadurch können plumpe Enkeltricks  heutzutage funktionieren: „Hallo, ich hab eine neue Telefonnummer, bitte speichern“. Da sollte man sich doch erstmal fragen: Wer schreibt denn da, wer ist das? Da aber die Zahl der infrage kommenden Menschen in der Regel eher begrenzt ist, wird automatisch – und fälschlicherweise – darauf geschlossen, „Das muss XY sein“. Und schon ist der Schaden eingetreten, eine völlig unbekannte Person wird in den engeren Kreis einbezogen. Bereits ein ganz einfaches Telefonat hätte den Missbrauch schnell aufgeklärt. Einfach zu bedienende, übersichtliche Schutzfunktionen, die auf PC und Laptop ihren Dienst verrichten, sind auf dem Smartphone nutzlos oder gar nicht erst vorhanden. 

Daher lautet mein Fazit: Das Mobiltelefon sollte ausschließlich für Telefongespräche genutzt werden, dafür wurde es erfunden. Für Datenübermittlung (Text oder Bild) sollte hingegen ein PC, Laptop oder Tablet-PC genutzt werden, unter Nutzung aller zur Verfügung stehenden Sicherheits- und Verwaltungsprogramme. Telefonische Erreichbarkeit (in Notfällen!) ist unbestritten eine gute Sache; eine ganze Reihe von Informationen sind aber keineswegs so dringend oder eilig, wie es den Anschein hat.

Projekt „Wilder Wald“

Der jährlich erstellte Waldzustandsbericht  der Bundesregierung wiederholt gebetsmühlenartig fast in jedem Jahr die Zusammenfassung: dem deutschen Wald geht es schlecht. Gesehen, gelesen, abgeheftet. Zurück zur Tagesordnung. – Auf der anderen Seite sehe ich Tag für Tag, dass vorhandene  Bepflanzung weichen muss für Neubauten, Instandsetzungen oder einfach nur gärtnerische Veränderungen. Wie schade, dass niemand mehr Verwendung hat für kerngesunde, aber überzählige Büsche und Bäume.

Hier setzt mein Gedanke an: Wie wäre es denn mit einer Art Gnadenhof für Pflanzen?!

Ich stelle mir dabei folgendes vor: Man nehme zunächst einmal ein freies Grundstück, vielleicht für den Anfang ungefähr von der Größe eines Fußballfeldes. Es muss nicht besonders „schön“ sein, nicht einmal ebenerdig. Auch vorhandener Wildbewuchs ist erstmal kein Problem. 

Auf diesem Grundstück werden nun erst einmal Rundwege angelegt, so dass man einigermaßen trockenen Fußes überall hinkommt. Diese Wege können in schlichtester Weise mit einer wassergebundenen Decke versehen sein; das Hauptziel dabei ist, dass man zumindest in der Anfangsphase nicht in schlammigem Boden versinkt. Damit wäre die Hauptarbeit bereits erledigt.

Waldgebiet
Nun stellt man das vorbereitete Gelände der Öffentlichkeit zur Verfügung. Jedem Menschen wird es freigestellt, aus eigenem Besitz vorhandene Pflanzen, die noch völlig gesund sind, für die man aber keine Verwendung mehr hat, hierherzubringen und sie an geeigneter Stelle einzupflanzen.  
Was dabei geschieht, mag zuerst einmal als totales Chaos erscheinen. Die unterschiedlichsten Pflanzenarten werden durcheinandergeraten. Das eine oder andere wird hier nicht überleben können. Für einige Pflanzen sind die klimatischen Bedingungen oder der vorhandene Boden nicht geeignet. Andere Pflanzen konkurrieren gegenseitig um den Lebensraum. Aber nach einiger Zeit wird sich der gewünschte Effekt bemerkbar machen: Die stärksten und gesündesten Pflanzen überleben und breiten sich aus. Bäume wachsen und bilden einen Mischwald, der im großen und ganzen sich selbst überlassen bleiben kann, oder eine Streuobstwiese. Kleinere Klimazonen entstehen, die wiederum die Ansiedlung von Wildpflanzen, aber auch von Amphibien und Insekten unterstützen. Vielleicht „spendet“ jemand eine gewisse Restmenge Kies; in irgendeiner Ecke des Grundstücks entsteht daraus eine Sanddüne, in der sich eine ganz besondere Flora und Fauna ansiedeln kann. An anderer Stelle sammelt sich Oberflächenwasser und bildet einen Teich, der für die nötige Bodenfeuchtigkeit sorgt. Grössere Kieselsteine, von den Landwirten der Umgebung auf ihren Ackerflächen eingesammelt und hier aufgeschichtet, ergeben einen idealen Lebensraum für einheimische Arten wie Erdkröten oder Kreuzottern. Die Wege, die zu Beginn nur die Erreichbarkeit aller Flächen sicherstellen sollten, werden bald zu beliebten Wanderwegen, das ganze Gebiet mausert sich zu einem Erholungsgebiet für Mensch und Natur. Informationstafeln an den Zugängen erklären die verschiedenen Bereiche, idealerweise beschreiben sie auch die eine oder andere Pflanzenart. Auf natürliche Art entstehende Verluste werden dadurch ausgeglichen, dass die Bevölkerung auch weiterhin und dauerhaft berechtigt ist, ja sogar  dazu ermuntert wird, eigene Pflanzen beizusteuern.

Die hauptsächlichen Kosten für ein derartiges Projekt entstehen natürlich bei der Anschaffung des eigentlichen Grundstücks. Aufgrund der besonderen Wichtigkeit gegenüber Mensch und Natur sollte so etwas aber mit Hilfe öffentlicher Fördergelder (oder Spenden) umsetzbar sein. Die Urbarmachung und die Vorbereitung der Wege könnte man beispielsweise als örtliches Schulprojekt ansetzen oder als Fördermaßnahme der staatlichen Eingliederungshilfe anerkennen lassen. Eine Umzäunung des Geländes halte ich nicht für notwendig; der Zuzug von Wildtieren ist durchaus erwünscht, und ein gewisses Maß an Verbiss muss als normaler Schwund betrachtet werden. Außerdem dienen die Pflanzen auf diese Weise auch als natürliche Nahrungsquelle und reduzieren die Verluste auf den umliegenden bewirtschafteten Ackerflächen. Leider wird es notwendig sein, an den Zugängen und Wegen einige Müllbehälter aufzustellen und diese regelmässig zu entleeren; dies zählt jedoch ebenso wie in den Wohnorten zu den Aufgaben der Kommunalverwaltung und könnte sozusagen mit erledigt werden.

Eine durchaus ähnliche Idee verfolgte übrigens bereits Andreas Gayk, der nach dem Zweiten Weltkrieg Oberbürgermeister der Stadt Kiel war und maßgeblich zu ihrem Wiederaufbau beitrug. Die nach seiner Idee bepflanzten Trümmerflächen werden noch heute liebevoll als „Gayk-Wäldchen“  bezeichnet.

Alles Wiki – oder was?!

Die 2001 entstandene Online-Enzyklopädie Wikipedia dürfte wohl mittlerweile jedem Internetnutzer  ein Begriff sein. Sie gilt als das universelle Nachschlagewerk schlechthin für alle nur denkbaren Wissenfragen. „Wiki weiß alles“ ist  zu einem geflügelten Wort geworden. 

Allerdings hat diese Einstellung auch ihre Tücken. Wenn beispielsweise ein Journalist schreiben würde: „Der Mond besteht aus grünem Käse. So steht es in der Wikipedia“, so würde er in mehrfacher Hinsicht falsch handeln. Die Wikipedia bildet vorhandenes Wissen ab – sie ist aber kein Sammelbecken für neue Forschung. Aussagen in Artikeln müssen durch nachprüfbare Quellen belegt sein. Würde der genannte Beispielssatz tatsächlich zutreffen, so müsste daher in der Wikipedia explizit angegeben sein, wer dies herausgefunden hat und wo dies nachzulesen wäre. Dies – und nur dies – wäre dann von einem Journalisten als Urheberschaft anzugeben. Wer also sagt: „Das steht so in der Wikipedia“, der hat entweder das Prinzip nicht verstanden, oder er war zu faul, selbst zu recherchieren. Ebensowenig kann ich meine Existenz dadurch beweisen, dass mein Name ja im Telefonbuch stehe. Als Personennachweis gilt noch immer lediglich der Personalausweis; das Telefonbuch ist lediglich eine Datensammlung. Dasselbe gilt für die Wikipedia, die übrigens selbst auf die Gefahr einer fatalen Wechselwirkung zu Presseartikeln hinweist. 

Eine Brockhaus-Enzyklopädie
In diesem Sinne möchte ich auch die von mir verwendeten Verlinkungen in die Wikipedia verstanden wissen. Sie sollen keineswegs als Beweise gelten, sondern sie dienen als Hinweise auf ein Thema, das sich mit den dortigen Informationen vertiefen lässt. Jedem steht es frei selbst zu entscheiden, wie tief er in dieses Thema einsteigen möchte. Auf diese Weise werden auch unnötige Wiederholungen vermieden. 

Im Übrigen darf man nicht dem Irrtum verfallen, die Wikipedia sei vollständig und bilde sämtliches Wissen der Menschheit ab. Ein Blick in die Rubrik „Letzte Änderungen“ zeigt, dass schon allein in der deutschsprachigen Wikipedia im Sekundentakt Texte überarbeitet und neue Artikel erstellt werden.  Während manche Nutzer es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, dass auch das allerkleinste Dorf am Rande der Pampa in Absurdistan einen eigenen Artikel benötigt, andere sich darüber streiten, ob solch ein Artikel denn „relevant“ genug sei, nutzen wiederum andere die Gelegenheit zu testen, wie viele Unsinnsbeiträge man schreiben kann, bevor man gesperrt wird (im Wikipedia-Jargon „Vandalismus“ genannt). 

Auf der anderen Seite gibt es eine große Anzahl sogenannter Wartungskategorien. Es geschieht immer wieder, dass Artikel bereits kurze Zeit, nachdem sie angelegt wurden, nicht mehr weiter gepflegt werden und in Vergessenheit geraten. Dadurch entstehen Fehler sowohl inhaltlicher als auch technischer Natur. Inhaltliche Fehler können (abgesehen von reinen Rechtschreibfehlern) darin bestehen, dass ein Text z.B. ein geplantes Bauwerk beschreibt, das dann aber später doch nicht (oder auf andere Art) realisiert wurde. Technische Fehler können entstehen, wenn entweder die Wikipedia selbst überarbeitet wird oder die Internetseiten, auf die sich der Artikel beruft (siehe oben), geändert oder gelöscht wurden. Im Laufe der Zeit entstanden immer wieder neue Vorlagen, die den Autorinnen und Autoren die Arbeit erleichtern sollen. Diese müssen aber auch in bereits bestehende Artikel nachträglich eingearbeitet und auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Dasselbe gilt für Verweise in anderssprachige Wikis und in Datenbanken wie Wikidata oder Wikimedia Commons

Es gibt also ständig etwas nachzuarbeiten, zu korrigieren, nachzubessern und zu ergänzen. Vieles ist auch für Neueinsteiger recht leicht zu erlernen; andere Bearbeitungen setzen aber bereits vorhandene Kenntnisse der Formatierungsregeln voraus.

So betrachtet wird die Wikipedia vermutlich nie ganz fertig sein.

Raumanzüge – Schutzanzüge

Seitdem Menschen zum ersten Mal erfolgreich auf dem Mond umherspaziert sind, ist wohl jedes Kind vertraut mit dem Anblick eines Raumanzugs. Diese Anzüge haben ihren Ursprung in den Taucheranzügen, mit deren Hilfe Menschen erstmals in größere Wassertiefen vorstoßen konnten. Allen Schutzanzügen ist gemeinsam, dass sie ihren Träger vor gefährlichen Einflüssen seiner Umgebung abschirmen bzw. die zum Überleben notwendigen Umweltbedingungen aufrechterhalten. 

Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Anzüge sowohl dem menschlichen Körperbau als auch seinen biologischen Erfordernissen angepasst sind. Nur auf diese Weise ist es überhaupt möglich, dass der Mensch vordringt in Gegenden, in denen ein Überleben eigentlich unmöglich wäre. Dies gilt für den Meeresgrund ebenso wie für Vulkanschlote, brennende Gebäude – oder fremde Welten. 

Die Menschheit ist auf der Suche nach Planeten, auf denen ein Leben, wie wir es kennen, möglich ist. Erforderlich wären neben dem Sauerstoff zum Atmen ein gemäßigtes Klima sowie Wasser in flüssiger Form. Ideale Voraussetzungen wie auf unserer Erde sind – nach heutigem Kenntnisstand – extrem selten. Gleichzeitig aber ist es immerhin gelungen, den Mond zu besuchen und dort für eine gewisse Zeit zu überleben, und ebenso wird dies früher oder später auch auf dem Mars und anderen Objekten in unserem Sonnensystem gelingen. Voraussetzung ist, dass wir das, was wir zum Überleben benötigen, mitbringen.

Interessant wird es, wenn man die menschliche Kulturgeschichte nach ähnlichen Darstellungen durchsucht. Dies hat der Autor Erich von Däniken bereits 1973 in seinem Buch „Meine Welt in Bildern“  getan. Er beschreibt unter anderem einen seltsamen Schöpfungsmythos der Kayapó, eines indigenen Volkes am Amazonas. Bei Festlichkeiten kleiden sie sich in Strohgewänder, die ihre Körper vollständig einhüllen (Video: Tradicional isndígenas kayapo) .

Bildercollage
Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl von Darstellungen, hergestellt aus Stein, Lehm oder den verschiedensten anderen Materialien. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie annähernd menschliche Proportionen besitzen, gleichzeitig aber eine auffallende Abweichung von allen zu erwartenden Bekleidungsgewohnheiten ihrer Umgebung aufweisen. Als Beispiele seien hier genannt: 

• Eine japanische Dogū-Plastik aus Terrakotta  (Nationalmuseum Tokio). Sie scheint eine Art „Taucherbrille“ zu tragen.
•  Die Stele eines „Ballspielers“ aus El Baúl  zeigt eine behelmte Figur. Der enganliegende Helm mit nach hinten geführtem Schlauchanschluss wirkt ebenso modern wie der Rest der Kleidung.
• Eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus ist Ganesha, der „Überwinder der Hindernisse“ . Er wird dargestellt als menschliches Wesen mit einem Elefantenkopf, wobei der „Rüssel“ in manchen Darstellungen in einer Art Gerät oder Kasten endet. Auch hier wäre eine missverstandene Technologie denkbar.

Wenn also wir Menschen in der Lage sind, die für unser Überleben notwendige Umgebung künstlich zu erzeugen und überallhin mitzunehmen: warum sollte dies denn nicht auch anderen Lebensformen gelingen?! Dass Wasser und Sauerstoff für die Entstehung von Leben notwendig seien, ist lediglich eine menschliche Denkweise. Die Science fiction ist da seit jeher wesentlich einfallsreicher und sieht Möglichkeiten unter gänzlich anderen Voraussetzungen – bis hin zu Lebensformen, die sich völlig frei in der Leere des Weltraums bewegen. Da draußen ist Platz genug; alles, was menschliche Phantasie sich vorzustellen vermag, kann tatsächlich irgendwo existieren, und vielleicht sogar noch manches mehr. Es ist daher zumindest eine Möglichkeit vorhanden, dass die uralten Darstellungen und Überlieferungen nicht ausschließlich nur auf Einbildung beruhen, sondern dass die eine oder andere tatsächlich erlebtes Geschehen wiedergibt, dessen Überlieferung im Laufe von Generationen sich auch verändert haben kann.

Astronomische Beobachtungen

Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilf...