Zukunftspläne

Wenn ich ein Entscheidungsträger bei der NASA, oder wenn ich Multimilliardär wäre – ich hätte eine genaue Vorstellung davon, was als nächstes zu tun wäre für die nächsten Schritte der Menschheit in Richtung Weltall.

1. Instandsetzung, Erhalt und Ausbau der Internationalen Raumstation als "Weltraumbahnhof"

Eine dauerhaft in einer Erdumlaufbahn befindliche Station ist in meinen Augen unerlässlich. Sie stellt den ersten und wichtigsten Anlaufpunkt dar und ist vergleichsweise leicht und schnell mit kleineren Raketen zu erreichen, was die Versorgung erleichtert. Wie so eine Station auch in größerer Form aussehen könnte, das hat Stanley Kubrick bereits 1968 in seinem Filmklassiker "2001: Odyssee im Weltall" eindrucksvoll gezeigt. Gern dürfen auch 2 oder 3 solcher Stationen im Orbit kreisen; Funktionelle Redundanz  ist in diesem Fall der sicherste Weg.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, aus welchem Grund die Internationale Raumstation ISS vollständig ausgemustert werden soll (es ist nach derzeitigem Stand geplant, sie kontrolliert abstürzen und größtenteils verglühen zu lassen). Sicher, einige ihrer Bestandteile sind bereits mehr als zwanzig Jahre alt; aber eben nicht alle. Die ISS wurde in einzelnen Modulen nach und nach zusammengebaut, und in derselben Weise könnte man sie auch weiterhin ergänzen, erneuern und erweitern. Der Wegfall der Space Shuttles als Lastenträger kann kein dauerhaftes Gegenargument sein, denn früher oder später wird es einen geeigneten Nachfolger dafür geben müssen. Ein regelmäßiger und sicherer Austausch von Material und Personal in beide Richtungen – weg von der Erde und zu ihr zurück – ist zwingend notwendig.

2. Herstellung einer "Raststation" auf halbem Wege

Mathematisch betrachtet ist der Lagrange-Punkt "L1" ein Gleichgewichtspunkt zwischen Erde und Mond. "Auf halbem Wege" ist natürlich nicht ganz korrekt ausgedrückt; er befindet sich näher am Mond als an der Erde. Aber es wäre eine gute Stelle, um hier so etwas wie ein "Materiallager" zu errichten, das aufgrund der sich gegenseitig aufhebenden Gravitationskräfte mit geringem Aufwand hier gehalten werden könnte. Zur Lagerung empfiehlt sich hier natürlich als Erstes und Wichtigstes Sauerstoff für die Atemluft, denn das ist erfahrungsgemäß das erste, was den Astronauten bei einem Unfall ausgehen würde. Des Weiteren käme Treibstoff infrage. Außerdem natürlich auch noch Ersatzteile und Werkzeuge der unterschiedlichsten Arten, denn auch hier hat die Erfahrung bereits gezeigt, dass man manchmal mit dem, was man zur Verfügung hat, improvisieren muss. 

Wie mag es sich anfühlen, wenn man an einem der Lagrange-Punkte ankommt? Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sind die Punkte L1 und L2 wie der Balanceakt auf einem Gebirgsgrat. Schon geringste Abweichungen zur einen oder anderen Seite lassen eine Raumstation in den Gravitationsbereich eines der beteiligten Planeten abdriften, sodass eine ständige Überwachung und Korrektur notwendig wäre, was einen hohen Energieverbrauch bedeuten würde. Der Punkt L3 wäre ungeeignet, da er auf der Rückseite des Mondes liegt und damit erstens nicht in der Flugbahn Erde – Mond, und er zweitens ständig im Funkschatten zur Erde stünde. Die Punkte L4 und L5 hingegen wären besser geeignet, denn hier sollen stabile Verhältnisse vorherrschen. Ein Körper, der diesen Punkt nicht exakt erreicht, würde ihn immerhin umkreisen. Tatsächlich wurde an diesen Punkten bereits "eine Vielzahl von Staubwolken und Kleinkörpern" entdeckt. Es wäre also eine dringende Notwendigkeit, eine der nächsten Weltraummissionen zu einem dieser Punkte zu senden, um die wissenschaftlichen Theorien zu verifizieren und gleichzeitig einen Eindruck zu gewinnen, was dort vorzufinden ist und was davon als Rohmaterial direkt vor Ort verwendet werden kann.

3. Etablierung einer dauerhaft bewohnten Station auf dem Mond

Die Raststation bei L4 oder L5 kann natürlich auf Dauer kein Ergebnis sein, das den menschlichen Forschergeist befriedigt. Aber von hier aus wäre es deutlich leichter, den nächsten Schritt zu machen und eine Station auf der Mondoberfläche zu errichten. Auch hierzu hat die Science fiction bereits eine Vielzahl von verschiedenen Alternativen vorgegeben. Angefangen von aufblasbaren Kuppeln, die um eine Start- und Landebahn herum erstellt werden, über Gebäude aus Mondgestein, die mit einer Art großem 3D-Drucker per Computer erstellt werden, bis hin zu einer der auf dem Mond vorkommenden Höhlen, die versiegelt und mit Atemluft gefüllt zu einer riesigen Überlebensblase wird. Auch das Vorhandensein von Wasser in Form von Eis wäre eine wichtige Voraussetzung für die dauerhafte Besiedelung. Solches wird vermutet entweder in tiefen Mondkratern, wohin kein Sonnenstrahl gelangt und wo die Temperaturen dauerhaft unter dem Gefrierpunkt liegen; oder an Einschlagstellen von Eis-Asteroiden.

4. Erforschung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen auf dem Mond, Bau einer Werft

Ist der erste Schritt erst einmal getan, dann würden die Menschen, die sich häuslich auf dem Mond eingerichtet haben, natürlich auch sofort mit den ihnen zugewiesenen Arbeiten beginnen. Dabei wären wohl in erster Linie Forscher und Wissenschaftler zu nennen, die ihre neue Umwelt untersuchen und die für die dauerhafte Sicherheit und Überlebensfähigkeit der kleinen Kolonie sorgen müssen. Gleichzeitig wird es aber eine gewisse Anzahl von Menschen geben, die sich um die einfachsten Routineangelegenheiten des täglichen Lebens kümmern. Man kennt das: jedes Schiff auf unseren Weltmeeren benötigt einen Smutje, der sich um das leibliche Wohl der Mannschaft kümmert ("Ohne Mampf kein Kampf"), und einen gut ausgebildeten Mechaniker, der jederzeit die Schiffstechnik im Auge behält. In unserer gleichberechtigten Zivilisation sind selbstverständlich Männer und Frauen gleichermaßen beteiligt, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die ersten mondgeborenen Kinder auf der Bildfläche erscheinen und umsorgt werden wollen. Kindergärten und Schulen werden notwendig, aber auch immer mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung werden angeboten. Die begrenzten Räumlichkeiten platzen schnell aus allen Nähten, es wird ständig angebaut und erweitert. Ein reger, gleichmäßiger Austausch zwischen Erde und Mond wird in Gang gesetzt. Anfangs wird es vor allem um eine Grundversorgung von der Erde zum Mond gehen, aber mit zunehmendem Erfolg werden irgendwann auch erste Produkte (oder neue Rohstoffe) in der Gegenrichtung transportiert werden.

5. Weiterreise zum Mars, Bau einer weiteren Station dort

Nachdem nun Menschen sowohl auf der Erde als auch auf dem Mond dauerhaft leben, könnte man meinen: Ua Lava – es ist genug. Doch das widerstrebt der menschlichen Natur. Es liegt uns anscheinend in den Genen, immer nach Neuem zu streben. Außerdem würden die angewachsenen Ressourcen zu einem natürlichen Anstieg der allgemeinen Bevölkerungszahlen führen – auch das ist uns vorbestimmt. Es kann daher sicherlich nicht schaden, wenn vorhandene oder neu entstehende ethnische Gruppen jeder Art und politischer Couleur Mittel und Wege finden, sich selbstbestimmt und frei entfalten zu können. Daher ist es eine logische Schlussfolgerung, dass die nächsten Schritte in Richtung unseres Nachbarplaneten Mars führen werden. Zum einen werden auch dort weitere Rohstoffe zu finden sein; zum anderen besitzt der Mars schon jetzt eine – wenn auch rudimentäre – Atmosphäre, daher ist es denkbar, dass es künftigen Generationen gelingen wird, den gesamten Planeten zu terraformen, was eine weitere Besiedelung natürlich erleichtern und die Ausbreitung menschlichen Lebens noch mehr befeuern würde.

6. Erforschung und Ausbeutung des Asteroidengürtels

So stellt sich die KI einen Asteroidenbergbau vor
Vom Mars aus ist es ein vergleichsweise kurzer Weg zum Asteroidengürtel. Hier ist zwar kein für den Menschen geeigneter Lebensraum zu erwarten; dafür aber eine gewaltige Menge an weiteren bekannten oder auch noch unerforschten Rohstoffen, die nur darauf warten, abgebaut und genutzt zu werden. Außerdem könnte hier ganz nebenbei auch noch erforscht werden, warum und auf welche Weise einzelne Objekte aus dem Asteroidengürtel ausscheren und zu einer Bedrohung der inneren Planeten werden. Dabei könnte die Gefahr eines Meteoriteneinschlags auf einem der bewohnten Planeten minimiert, wenn nicht sogar verhindert werden. 

Es ist auch nicht ganz auszuschließen, dass bei der Erforschung und Besiedelung unseres Sonnensystems früher oder später echte und unbezweifelbare Spuren eines Besuchs von Wesen aus anderen Welten gefunden werden. Dies könnten entweder zurückgelassene Artefakte oder "Weltraummüll" sein; oder aber wir finden tatsächlich Informationen, die ganz bewusst und gewollt zurückgelassen wurden, damit wir sie eines Tages finden, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Auch dieses Szenario hat die Science fiction ja längst und in verschiedenen Formen verarbeitet.

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Alles in Bewegung

Wellen im Universum
Buchstäblich alles im Universum strahlt. Angefangen vom kleinsten Atom bis hin zu den größten Sternen und sogar ganze Galaxien. Diese Strahlung macht sich auf verschiedenste Weise und in unterschiedlichen Variationen bemerkbar.

Das einfachste, naheliegende Beispiel dürfte wohl das Licht sein, das wir Menschen mit unseren Sinnen wahrnehmen. Hier aber zeigt sich auch gleich eine Einschränkung, denn das menschliche Auge nimmt tatsächlich nur einen begrenzten Teil dieser Strahlung wahr. So bleibt beispielsweise das ultraviolette Licht für uns unsichtbar, während Insekten damit in der Lage sind, Blumenblüten besser zu erkennen.

Aber Licht ist nur ein kleiner Teil des Spektrums. Andere Bestandteile sind Radiowellen, Mikrowellen, Wärmestrahlung, Röntgen- oder Gammastrahlung, wobei die Grenzen dazwischen wohl fließend sind. Das bedeutet, dass wir Farben nur deshalb wahrnehmen, weil unsere Augen als Sinnesorgane darauf „geeicht“ sind. Es wäre nur ein verhältnismäßig kleiner evolutionärer Unterschied, und wir würden Radiowellen „sehen“ können. So ganz abwegig ist das gar nicht; es gibt Menschen, deren Wahrnehmung sich in solchen Grenzbereichen bewegt, man nennt sie Synästhetiker. So kann beispielweise eine bestimmte Farbe als ein Geschmack wahrgenommen werden, oder Töne werden mit Farbeindrücken assoziiert.

Andere Teile des Spektrums können wir mit Hilfe technischer Hilfsmittel für den Menschen nutzbar machen. Es gibt Bildverstärker, die das vorhandene Restlicht um ein Vielfaches verstärken, oder auch Wärmebildkameras, die das Infrarotlicht in ein für das menschliche Auge erkennbares Licht umwandeln. 

Ein gern zitierter, aber unbewiesener Mythos lautet, dass der Tyrannosaurus Rex nur Objekte erkennen konnte, die sich in Bewegung befinden. Allerdings können Haustierhalter ein ähnliches Verhalten beim Spielen mit einer Katze beobachten: sie wird von einem schnell bewegten Spielzeug ebenso wie vom Leuchtpunkt eines Laserpointers geradezu hypnotisiert und ist voll auf das Spiel konzentriert; eine kleine Pause oder Ablenkung jedoch, und schon ist das Spiel vergessen. 

Der Punkt ist: es gibt „da draußen“ eine ganze Menge verschiedenster Strahlungen, und noch sind längst nicht alle erforscht. Auch ist noch nicht hinreichend geklärt, ob oder wie weit eine noch unbekannte Strahlung künftige Raumfahrer gefährden oder verletzen könnte. Dasselbe könnte aber umgekehrt auch für Besucher aus dem All gelten, die unsere Erde besuchen. Sie könnten hier einer Strahlung ausgesetzt werden, die für einen Menschen vollkommen ungefährlich ist – weil der Mensch an sie gewöhnt ist. Als Schutzmaßnahme käme hier – für Außerirdische ebenso wie für den Menschen im Weltall – ein Schutzanzug in Betracht, wie ihn unsere Astronauten ja auch schon seit Beginn der Raumfahrt tragen. Und an dieser Stelle drängt sich der Gedanke auf, dass es sich bei vielen historischen, sowohl figürlichen als auch bildlichen Darstellungen auf der ganzen Welt um Personen handelt, die mindestens einen geschlossenen Helm, wenn nicht sogar einen Ganzkörperanzug tragen. Daraus resultiert die Frage, was die Künstler der Frühzeit gesehen und erlebt haben, und was sie mit diesen Darstellungen für die Nachwelt erhalten wollten. Oder anders ausgedrückt: Angenommen, der Mensch würde einen anderen Planeten erreichen; einen, der eine für den Menschen lebensfeindliche Atmosphäre hätte, in der aber andere Lebensformen existieren und gedeihen konnten. Der Mensch könnte seinen Schutzanzug während der gesamten Dauer seines Besuchs nicht ablegen, könnte aber dennoch mit Hilfe technischer Geräte mit den Bewohnern des Planeten kommunizieren. Diese aber würden die Person, die in dem Anzug steckt, niemals in voller Pracht und ohne den Anzug zu Gesicht bekommen. Nach seiner Abreise würde daher in die Annalen der Anderen die Erinnerung an eine sich etwas unbeholfen bewegende, etwas plumpe Gestalt eingehen, mit fester Außenhaut und mit einem fauchenden Atemgerät auf dem Rücken.  

Wertloses Gold

Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. Ach wir Armen!

-    Johann Wolfgang von Goethe: Faust

Gold ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Au (lateinisch Aurum) und der Ordnungszahl 79.  Gold ist aber auch eines der am meisten gesuchten und umkämpften Metalle auf unserer Erde. Warum ist das so?

Wie schon einmal erwähnt, besaß das Volk der Inka große Mengen an Gold, die es die „Schweißperlen der Sonne“ nannte. Für sie hatte das Gold allerdings nur kultischen Wert. Dennoch fanden sie sich dazu bereit, große Mengen Goldes im Austausch gegen das Leben ihres Anführers herzugeben. Dies impliziert zwei Möglichkeiten: Entweder hatten die Inka bereits durchaus konkrete Vorstellungen über den immateriellen Gegenwert des Goldes; oder aber sie müssen erstaunt gewesen sein, ihren Anführer im Tausch gegen vergleichsweise wertlosen Tand freizubekommen. Für das erstere gibt es keinerlei Überlieferung als Hinweis darauf, dass Gold von den Inka als Tauschmittel oder Währung verwendet worden wäre. Für die zweite Möglichkeit spricht hingegen, dass zu Zeiten des Kolonialismus im Grunde exakt dieselbe Vorgehensweise gewählt wurde: Geringwertige Artikel im Austausch gegen Sklaven oder Kolonialwaren.

Gold hat einige erstaunliche physikalische und chemische Eigenschaften. Es lässt sich relativ leicht verarbeiten, so dass beispielsweise hauchdünne Folien hergestellt werden können. Gleichzeitig behält es dabei seine besonderen Eigenschaften wie Säurefestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und elektrische Leitfähigkeit.

Apollo-11-Mondlandefähre Ausschnitt). Quelle: Wikimedia Commons
Nach heutigem Stand der Wissenschaft entsteht Gold bei einer Supernova im Weltall. Demnach ist es denkbar, dass es „da draußen“ eine Anzahl von Asteroiden gibt, die mehr oder weniger aus purem Gold bestehen. Die Frage bleibt allerdings offen, wie hoch der Anteil an Gold innerhalb eines Sonnensystems (oder gar einer Galaxie) ist. Unter Berücksichtigung der enormen Entfernungen im Weltall ist es also vergleichsweise unwahrscheinlich, zufällig solch einem Goldklumpen zu begegnen. Wenn also weltraumreisende Völker dieses Material wegen seiner technischen Eigenschaften benötigen, werden sie es überall suchen.

Die Wahrscheinlichkeit, Gold zu finden, ist wohl am höchsten auf einem Planeten, auf dem es sich nach Meteoriteneinschlägen angesammelt hat. Hier würden stellare Goldsucher wohl mit der Suche beginnen. Umso einfacher, wenn man auf einem noch jungen Planeten eine Anzahl von unentwickelten Lebewesen antrifft, die man recht einfach auf eine Mitarbeit konditionieren kann. So, wie man junge Hunde für das Apportieren erzieht. Bringe mir einen Goldklumpen, und ich gebe dir Schutz, Nahrung und Kleidung. Oft genug wiederholt, wird dieser Vorgang zum festen Ritual, nach einigen Generationen zum Lebensinhalt. Früher oder später werden die offenliegenden und gut erreichbaren Goldvorkommen erschöpft sein; für die Goldsucher lohnt sich die weitere Mühe nicht mehr, sie verlassen den Planeten und suchen neue Ziele. 

Für die zurückbleibenden Einheimischen bricht aber eine Welt zusammen. Sie haben immer noch den anerzogenen Reiz, Goldklumpen zu sammeln, aber es finden sich keine Abnehmer mehr. Lediglich das instinktive Gefühl, dass es sich um etwas sehr Kostbares handeln müsse, bleibt in den Genen erhalten.

Auri sacra fames!
-    Vergil: Aeneis



Das „Sieht-aus-wie“-Spiel

Zu allen Zeiten haben Menschen das, was ihnen besonders auffiel, in künstlerischer Weise dargestellt. Dabei standen ihnen natürlich nur die Hilfsmittel und Vergleichsmöglichkeiten in ihrer Umgebung und der jeweiligen Epoche zur Verfügung. Das begann in frühester Zeit mit Felsritzungen und mehr oder weniger primitiven Bearbeitungen von Stein oder Holz. Kreative Köpfe nutzten das vorhandene Material, um Farben herzustellen, die teilweise bis in unsere heutige Zeit erkennbar blieben.

Nun hat man stets versucht, das Gesehene und Erlebte zu vermitteln. Dies allerdings ist – dem jeweiligen Zeitgeist geschuldet – nur in begrenztem Maße möglich. In der Kinderstube der Menschheit werden schon Dinge wie Naturereignisse, die uns heute selbstverständlich erscheinen, zu großer Verwirrung und Angst geführt haben. Der Mensch, der gerade erst dabei war, sich über die Kontinente auszubreiten, wurde ständig mit neuen Bedrohungen konfrontiert; neue, noch unbekannte Tierarten kreuzen seine Wege, überraschende Wetterphänomene bedrohen das Überleben. Die eigene Phantasie spielt einem Streiche; in jedem Stück Totholz steckt vermeintlich die Fratze eines Waldgeists.

Bunt bemalter Findling an einem Strand
In späteren Zeiten wurde aus einfachen Beobachtungen eine Kunst, die auch Gedanken und Empfindungen auszudrücken versuchte. Die figürlichen Darstellungen wurden inhaltvoller. Die Hochphase dieser Entwicklung dürften wohl die ägyptischen Hieroglyphen ebenso wie die Maya-Schriften sein. Beide enthalten Informationen, die bis zum heutigen Tage nicht entschlüsselt sind. 

Und hier zeigt sich das Problem der Vermischung von realer und abstrakter Darstellung. Die reale Kunst ist leicht interpretierbar: Ein Bison ist ein Bison, eine Jagdszene lässt sich leicht als solche erkennen. 

Aber was mögen sich die Menschen beispielsweise bei einer Petroglyphe (Ometepe Island, Nicaragua) wohl gedacht haben? Was hatten sie dabei vor Augen? 

Andere Darstellungen lassen sich technisch interpretieren – aber nur deshalb, weil wir in der heutigen Zeit über das dafür nötige Know-how verfügen. Als eines der bekanntesten Beispiele hierfür sei der Mechanismus von Antikythera erwähnt: ein ausgeklügelter Apparat, der „mit Hilfe von Zahnrädern und Zifferblättern astronomisch-kalendarische Zusammenhänge zeigte“. Eine unglaublich feine Arbeit, die große Kenntnisse in der Astronomie ebenso wie in der Feinmechanik voraussetzt. Aber: wie konnte ein derartiges Gerät in ein Schiff gelangen, das in vorchristlicher Zeit unterging?

Moderne Interpretationen können aber auch zu Missverständnissen führen. So geschehen bei den Abydos-Hieroglyphen: Hier sah es zunächst aus, als seien in einer uralten Inschrift moderne Dinge wie Panzer oder Hubschrauber zu erkennen. Dieser Irrtum konnte überhaupt erst dadurch entstehen, dass wir in unserer modernen Welt solche Dinge kennen, die wir in den alten Zeichen wiederzuerkennen glauben. Noch vor hundert Jahren wäre diese Interpretation gar nicht möglich gewesen. 

Ähnlich dürfte es bei den „Glühbirnen von Dendera“ sein: hier handelt es sich um „ein Motiv mit blasenförmigen Behältern“. Die Assoziation mit einer modernen Glühbirne liegt nahe; zumal die damit verbundene Verwendung von künstlichem Licht eine Erklärung bieten würde, wie unterirdische Räume bei der Bearbeitung ausgeleuchtet werden konnten. Allerdings wird sich diese gedankliche Verbindung bei zukünftigen Generationen wohl nicht mehr einstellen, denn schon heute ist die Glühbirne in dieser klassischen Form ein Auslaufmodell und wird zusehends durch moderne Leuchtmittel wie Leuchtdioden ersetzt. 

Um noch ein Beispiel zu nennen: es gibt  Darstellungen von menschlichen Körpern mit Strahlenkränzen, die mit „Antennen“ verglichen werden. Ältere Generationen werden damit noch eine gewisse Assoziation verbinden; in der modernen Welt sind diese aber nicht einmal mehr für Mobiltelefone notwendig. Auch hier wird der vermeintlich naheliegende Zusammenhang im Lauf der Zeit verlorengehen. 

Das „Sieht-aus-wie“-Spiel ist also immer auch eine Frage der Zeit und des Bildungs-Umfeldes, in dem es gespielt wird. Meinungen ändern sich, Interpretationen entstehen und vergehen. Es muss aber auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass unsere Vorfahren tatsächlich reale Geschehnisse wahrgenommen und dargestellt haben, die wir selbst mit unserem heutigen Wissensstand noch immer nicht erklären können. Hier wird erst die Zukunft das nötige Verständnis ermöglichen. Auch hierfür ein Beispiel: noch vor einigen Jahren galten Computer-Disketten als neueste Innovation. Niemand konnte voraussehen, dass sie innerhalb nur weniger Jahre ersetzt werden würden durch winzige Steckbausteine mit der Größe eines Fingernagels.

Verschwörungstheorie und -praxis

Wie viele Menschen braucht es, um ein Geschehnis zu verschleiern? – Vielleicht gar nicht so viele, wie man denken sollte.

Roswell Daily Record vom 8. Juli 1947 (Ausschnitt). Quelle: Wikimedia Commons
Jeder Mensch, der sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen beginnt, landet früher oder später bei den Ereignissen, die bis heute als „Roswell-Zwischenfall“  bekannt sind. Es wird wohl für immer ungeklärt bleiben, was genau damals geschah, und wer – wann – was gesehen hat. 

Das erstaunliche dabei ist, dass derlei Ungereimtheiten möglich sind in einer vermeintlich aufgeklärten Zeit, in der alles zu jeder Zeit dokumentiert und beweisbar ist. Dennoch scheint es so zu sein, dass Personen, die höchstpersönlich als Augenzeugen vor Ort anwesend waren, nach einiger Zeit „von der Bildfläche verschwinden“. Andere Beweise (in diesem Fall das gesammelte Material des vermeintlichen UFOs) verschwinden ebenfalls spurlos oder werden vermeintlich durch andere, „harmlose“ Teile ersetzt (Wetterballon). Dokumentarfilme und -fotos werden Jahrzehnte später als Fälschungen dargestellt. 

Steckt dahinter ein System?

Diese Frage wurde auch in Hollywood bereits in aller Ausführlichkeit aufgegriffen und in einschlägigen Filmen vermarktet. Man denke nur an die „Men in Black“-Reihe oder den Weltuntergangsfilm „2012“.  Beiden ist gemeinsam, dass durch eine groß angelegte politische Maschinerie die gesamte Menschheit über die wahren Vorkommnisse in Unkenntnis gelassen wird.

Wie könnte man so etwas durchführen?

Um mal ein Szenario zu entwerfen: Nur mal angenommen, irgendwelche „Aliens“ würden mitten in New York (wo auch sonst) landen und über den Broadway spazieren. Nun möchte man eine Massenhysterie vermeiden; also gilt es als erstes, die Verbreitung dieser Nachricht einzudämmen. Am besten gelingt dies durch eine gezielte Kampagne, diese lächerlich zu machen. Eine Flut von Beiträgen in den „Sozialen“ Netzwerken zeigt mehr oder weniger laienhaft gemachte Fotomontagen von Leuten mit Alien-Masken, alte Alien-Kalauer (Take me to your leader) werden herausgekramt; Personen, die schon früher als „Alien-Entführungsopfer“ aufgefallen waren, werden erneut in den Nachrichten erwähnt. Es wird kaum zu verhindern sein, dass irgendwelche laienhaft erstellten Videos auftauchen. Dies lässt sich leicht durch professionell erstellte „Gegenvideos“ entkräften. Zur Not müsste man einen neuen Kino-Blockbuster aus dem Hut zaubern, dann kann man das Ganze als groß angelegte Werbeaktion für ebendiesen Film vermarkten. Diskussionsbeträge in den Netzwerken können ebenso leicht ad absurdum geführt werden. Dazu benötigt man lediglich eine Handvoll „Fachleute“. Am besten Leute, die an Universitäten arbeiten. Das müssen gar nicht einmal Menschen mit einem Doktortitel sein. Es reicht auch der Hausmeister. Hauptsache, man kann hinzufügen, „er arbeitet an der Universität in Esperanto“. Diese ausgewählten Leute lässt man öffentlich diskutieren, und zwar ganz bewusst sowohl mit „Pro-“ als auch mit „Contra-“Argumenten. Beide Seiten werden schnell ihre Anhänger finden; eine Diskussion, die von Anfang an ohne sachliche Argumente auskommen muss, wird schnell in persönliche Reibereien ausarten, so dass das ursprüngliche Thema bald in Vergessenheit gerät. Ist dies erst einmal erreicht, so kann man davon ausgehen, dass die Menschheit wieder zurück zur Tagesordnung übergeht. Die Realität beweist immer wieder, dass dies beinahe jeden Tag geschieht: Menschen haben eine durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Tagen (oder Stunden). Ob Kriege, Hungersnöte oder Naturkatastrophen: Was heute noch interessant und hochaktuell ist, das interessiert nächste Woche nur noch Schulkinder und Historiker. 

Und man möge nicht denken, dies sei eine „neue Erfindung“ der heutigen Zeit. Auch der eingangs erwähnte Roswell-Vorfall war keineswegs die erste „Fake News“  der Weltgeschichte. Auch die Kriegsberichterstattung  war stets ein Teil der manipulativen Beeinflussung, und sie ist es bis heute, wie man aus Formulierungen entnehmen kann wie „Diese Bilder sollen Bombardierungen zeigen …“ oder „Überprüfen lassen sich die angegebenen Opferzahlen nicht“. 

Auch Augenzeugenberichte haben keinen dauerhaft glaubwürdigen Wert. Als nur ein einziges Beispiel hierfür sei hier genannt das „Sonnenwunder von Fatima“.  Diese Erscheinung im Jahr 1917 soll „von mindestens 30.000 Menschen“ beobachtet worden sein und wurde 1930 durch die römisch-katholische Kirche als Wunder anerkannt. Dennoch bleibt bis heute offen, was genau denn dort damals eigentlich geschah. 

Was bleibt, sind eine Menge Theorien.
 

Wege durch Zeit und Raum

In einem früheren Artikel  hatte ich schon einmal über Entfernungen im All geschrieben. Hier noch ein paar Gedanken dazu.

Collage: Bogenschießen, Biathlon, Golf
Es gibt viele Sportarten, die etwas mit der Überwindung von gewissen Strecken zu tun haben. In der Bildcollage sind beispielsweise nur drei davon erwähnt. Ob man mit Pfeil und Bogen oder mit einem Luftgewehr eine Zielscheibe anvisiert, oder ob man versucht, einen Golfball zu putten; immer geht es darum, dies über eine gewisse Entfernung hinweg möglichst zielgenau zu tun. Man kennt dies aus den einschlägigen Sportsendungen im Fernsehen: für den Zuschauer interessant sind nur der Start und das Ziel, der Weg dazwischen wird in der Regel „ausgeblendet“ – es sei denn, es geschehen irgendwelche spektakulären Zwischenfälle. 

Um bei dem Beispiel zu bleiben, könnte man sich vor allem im Falle des Golfspiels durchaus vorstellen, dass es zwischen dem Abschlag und dem Moment, in dem der Ball ins Loch rollt, einige Verzögerungen gibt. Der Ball könnte in einen Sandbunker geraten oder in hohem Gras vorübergehend verlorengehen; der Spieler könnte eine Pause einlegen, um mit einem Mitspieler ein kleines Schwätzchen zu halten; oder die gesamte Spielpartie könnte durch einen plötzlichen Regenschauer unterbrochen werden. All dies hat auf den Spielverlauf am Ende keinen Einfluss, und niemanden interessiert es. 

Dies führt mich zu der gedanklichen Analogie zu einer Reise im Hyperraum: Nur der Beginn und das erfolgreiche Ende solch einer Reise sind für die Passagiere eines Raumschiffs von Interesse. Die dazwischenliegende Zeit ist ebenso uninteressant wie die Fahrt in einer U-Bahn durch einen unbeleuchteten Tunnel. Wie bei den genannten Sportarten ist es nur für einen Beobachter unmittelbar vor Ort möglich, das gesamte Geschehen in seinem vollständigen Zeitablauf zu verfolgen, einschließlich aller vielleicht notwendigen Unterbrechungen oder Zwischenfälle. Im Falle der Weltraumreise wiederum müsste dieser Beobachter nahezu gottgleich sein, denn die Wahrnehmungsmöglichkeiten von uns Menschen sind nun einmal begrenzt auf das uns bekannte Universum mit seinen Gesetzmäßigkeiten. 

Der Autor Issac Asimov hat bereits 1945 diesen Gedanken aufgegriffen. In der Kurzgeschichte „Flucht“ („Escape“ ) beschreibt er den Testflug eines Raumschiffs, das von einem Roboter gesteuert wird (heute würde man von einer „künstlichen Intelligenz“ – KI – sprechen). Der Flug scheitert beinahe, weil der Roboter erkennt, dass die an Bord befindlichen Menschen anscheinend sterben müssen. 

Hier wird also bereits dargestellt, dass der Mensch aufgrund seiner begrenzten Möglichkeiten nicht ohne weiteres in der Lage ist oder sein wird, Weltraumreisen zu unternehmen.

Aber das scheint mir ein geringeres Hindernis zu sein, als man vielleicht glauben sollte. Denn der Mensch kann auch nicht fliegen, und dennoch reist er von Kontinent zu Kontinent. Er kann auch nicht lange ohne Luft zum Atmen überleben, und dennoch tauchen U-Boote lange Zeit und in großen Tiefen der Meere. Und nicht zuletzt hat der Mensch auch den Mond bereits erreicht. Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass auch die großen Entfernungen im Weltall eines Tages überbrückt werden können; mit Hilfe einer Technologie, die wir heute noch nicht kennen. Es mag im ersten Moment beängstigend klingen, dass wir dieser Technologie vollständig vertrauen werden müssen; aber im Grunde ist es schon heute nicht viel anders, wenn ich mich in ein Flugzeug setze. Ist es erst einmal gestartet, habe ich keine Chance mehr, den Flug zu beeinflussen, selbst wenn ich eine Ahnung davon hätte. Und in der Kanzel wird bald nach dem Start der „Autopilot“ eingeschaltet, mit dessen Hilfe der gesamte Flug, die Technik des Flugzeugs und der Luftraum drumherum auf eine Weise überwacht wird, welche die Möglichkeiten der Piloten bereits übersteigt. Es scheint mir also nicht so weit hergeholt, dies zu übertragen auf eine Reise zwischen den Sternen. 

Nur die dafür notwenige Technologie muss eben erst noch erfunden werden.


Die Windkraft und das Wetter

In Schleswig-Holstein wird der Ausbau von Windkraftanlagen politisch bevorzugt  mit der Begründung, man habe hier ja stets genügend Wind zur Verfügung. Außerdem sei in Nord- und Ostsee reichlich Raum vorhanden für den Bau von „Offshore“-Anlagen. Die Auswirkungen auf die Meeresflora und -fauna sind „Gegenstand der Forschung“; im Klartext heißt das, sie werden begleitend untersucht, während das Projekt bereits im Gange ist. Sollten sich langfristig negative Folgen bemerkbar machen, wird es entsprechend schwierig werden, diese in den Griff zu bekommen. Mitgegangen – mitgefangen. Solange es noch einzelne Windräder waren – vielleicht auch zwei, drei oder sogar zehn –, machte es global betrachtet keinen Unterschied. Inzwischen aber stehen die Windräder zu tausenden an den Küsten. (Quelle: schleswig-holstein.de [Archivversion]) 

Windräder an der Nordseeküste
Ein wichtiger Aspekt blieb aber anscheinend bisher völlig unberücksichtigt. Aus der Schule kennt wohl jeder den Energieerhaltungssatz „Energie kann zwischen verschiedenen Energieformen umgewandelt werden; es ist jedoch nicht möglich, Energie zu erzeugen oder zu vernichten.“  Es ist also ganz offenkundig, dass die Windenergie nicht einfach so „gewonnen“, sondern dass sie dem Wind entzogen wurde. Es gibt eine Studie, die besagt, dass man mit Hilfe größerer Windkraftanlagen die Gefahr von Hurricans und Sturmfluten verringern könnte. Was hier als ein Vorteil für die Bewohner der US-amerikanischen Küsten dargestellt wird, zeigt sich vermutlich in der Praxis bereits in anderer Form an der deutschen Nordseeküste.

Jeden Abend in der TV-Tagesschau wird uns eine Wetterkarte präsentiert; und als Norddeutscher ist man daran gewöhnt, bei dieser Karte (vor allem in den Sommermonaten) auf den linken oberen Bildrand zu achten. Von dorther, von den britischen Inseln ziehen die Tiefs zu uns herüber  und in Richtung Osten, die uns den klassischen verregneten Sommer bescheren, wie ihn einst Rudi Carrell besang. Was aber, wenn es genau diese Tiefdruckgebiete sind, die nun von den Windanlagen in der Nordsee geradezu ausgebremst werden?! Die Folge wäre: die vom Golfstrom nach Europa herangeführten, mild-feuchten Luftmassen würden das deutsche Festland kaum noch erreichen, sie würden über der Nordsee abregnen (wo es kaum jemand bemerkt). Stattdessen dringt immer mehr trockene, warme Luft aus dem Süden bis nach Norddeutschland vor, was sich hier vor allem dadurch bemerkbar macht, dass Autos buchstäblich über Nacht immer wieder mit einer dicken Staubschicht  bedeckt sind. 

Es ist also zu befürchten, dass wir unseren angeblich so kostengünstigen „grünen Strom“ durch Inkaufnahme einer klimatischen Veränderung teuer bezahlen.

Astronomische Beobachtungen

Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilf...