Astronomische Beobachtungen

Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilfe bestimmte Konstellationen und ihre Wiederkehr an besonderen Tagen beobachten zu können. Oder aber jemand macht – zufällig – eine solche Beobachtung und bemüht sich anschließend, die Wiederkehr des Ereignisses nachvollziehbar für künftige Generationen festzuhalten durch massive und langfristig bestehende Markierungen.

In beiden Fällen wird aber vorausgesetzt, dass unsere Vorfahren eine Unmenge von Zeit und Geduld aufgebracht haben, um überhaupt erst einmal zu erkennen, dass es Naturphänomene gibt, die sich erkennbar und zuverlässig wiederholen. 

Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass wir von einer frühen Zeit der Menschwerdung sprechen; eine Zeit der Unruhe und des Wandels. Bei einigen Strukturen wird eine Entstehungszeit vermutet, die noch älter ist als die bisher bekannten Hochkulturen der Welt. In solchen Zeiten mag es erste Menschengruppen gegeben haben, die erkannten, dass es sich in einer Gruppe leichter leben lässt: man achtet aufeinander, man hilft und beschützt sich gegenseitig und man ergänzt sich durch unterschiedliche Fähigkeiten. Da hiervon auch ältere Gruppenmitglieder profitieren, die über Wissen und Erfahrung verfügen, dürfte sich auch die durchschnittliche Lebensdauer erhöht haben. 

Nur stellt sich die Frage: wie viele Jahre konzentrierter Beobachtung sind erforderlich, um den exakten Zeitpunkt festzulegen, an dem beispielsweise die Sonne morgens an einem bestimmten Ort aufgeht? Um dies zu erkennen, benötigt man einen genau definierten Ort, und man muss für eine sehr lange Zeit an genau diesem Ort viele, viele Sonnenaufgänge beobachten, um die Regelmäßigkeit zu erkennen. Wohlgemerkt, dabei spielt natürlich auch das Wetter eine wichtige Rolle. Wenn man bedenkt, dass es für die Sonnenstände mehrere, über das Jahr verteilte Fixpunkte gibt (Winter-, Sommersonnenwende sowie die Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühjahr und Herbst), dann läuft dies im Grunde eine ganzjährige Beobachtung hinaus. Hinzu kommt natürlich auch noch die Beobachtung anderer Ereignisse wie die Mondphasen oder Bewegungen bestimmter Sternbilder am Firmament.

Eine Personengruppe steht auf einem Hügel und beobachtet den Sternenhimmel in der Dunkelheit kurz vor dem Sonnenaufgang
Das bedeutet, es müssten Menschen mit guter Gesundheit und sehr guten Augen zur Verfügung gestanden haben. Sie müssen bereits über die nötigen Grundkenntnisse verfügen, damit sie wissen, was es zu beachten gilt. Sie müssen zumindest eine ungefähre kalendarische Vorstellung haben, welche Besonderheiten in welchen Tagen erwartet werden. Dazu benötigen sie natürlich – ganz nebenbei – auch alles, was man zum Leben benötigt, Verpflegung, Bekleidung und Unterkunft. Außerdem müssen sie auch vor den Gefahren ihrer Umwelt beschützt werden. Ein Mensch, der stundenlang fast regungslos im Dunklen auf einer Waldlichtung hockt und den Himmel beobachtet, ist eine ideale Beute für Raubtiere. Auch die politische Lage spielt dabei eine Rolle: in kriegerischen Zeiten wird die noch in den Kinderschuhen steckende beobachtende Astronomie sehr schnell zu einer Nebensache.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass man den frühen Kulturen nachsagt, sie hätten keinerlei Schrift gekannt. Es gäbe demnach auch keine Möglichkeit, Vermutungen im Vergleich zu bereits gewonnenen Erkenntnissen zu dokumentieren. Informationen könnten nur mündlich weitergegeben werden – oder eben in Form von steinernen Monumenten, die stabil genug sind, um Jahrhunderte zu überdauern. Es gilt ja immerhin, nachfolgende Generationen davon zu überzeugen, dass es wichtig ist, eine Hypothese zu bestätigen.

Bauwerke überall

Überall auf der gesamten Erdkugel gibt es Nachweise von monumentalen Steinbauten und -bearbeitungen. Das wird wohl niemand bestreiten können. Auf allen Kontinenten kann man sie sehen, man kann sie berühren und bestaunen. Erklären aber kann man sie meistens nicht.

Das Faszinierendste daran ist für mich aber nicht nur die überwältigende Vielzahl von Bauwerken, sondern vor allem ihre gleichmäßige Verteilung. 

Pyramidenbau (KI-generiert)
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass unsere Vorfahren in der Morgendämmerung der Menschwerdung allesamt nichts Besseres zu tun hatten, als mit den einfachsten Mitteln die härtesten Steine zu bearbeiten, sie über Berg und Tal, durch Sümpfe und über Flüsse hinweg zu transportieren und dann irgendwo im Nirgendwo aufzustellen, um danach eher zufällig festzustellen: Ach guck mal, wenn ich hier über diese beiden Steine hinweg genau in den Sonnenaufgang blicke, dann ist wohl bald Frühling. 

Das Hämmern der Steinmetze und das laute "Hau-Ruck" der Transportmannschaften wäre demnach wohl überall auf der Welt stets zu hören gewesen.

Wer aber mag denn wohl der Initiator dieser weltweiten Steinzeit gewesen sein?

Die Bauten können meiner Ansicht nach ganz grob in Kategorien sortiert werden.

- Werke mit kalendarischem oder astronomischem Hintergrund
Diese setzen hohes mathematisches Wissen voraus, denn man muss den gewünschten Effekt bereits im Voraus kennen und bei der Planung berücksichtigen. Außerdem ist hier von besonderer Wichtigkeit, dass Materialbeschaffenheit und Untergrund zweckentsprechend und überaus solide sein müssen, vor allem, wenn der Effekt über eine lange Zeit abrufbar bzw. verfügbar bleiben soll.  

- Wohn- oder Verteidigungsanlagen
Hier ist die Frage, wieviel Zeit den Planern und Erbauern zur Verfügung gestanden haben könnte. Wohnanlagen aus massivem Gestein errichtet oder in solches hineingegraben, benötigen zwangsläufig eine gewisse Bauzeit, währenddessen die künftigen Bewohner anderweitig untergebracht werden müssen. Verteidigungsanlagen implizieren einen Feind, dessen bevorstehenden Angriff es abzuwehren gilt oder vor dem man sich verstecken möchte. Hier bleiben Fragen offen, ob oder wie lange man entsprechende Arbeiten insgeheim durchführen kann, ohne dass sie bereits im Baustadium entdeckt und vernichtet werden. Und natürlich auch, welcher potentielle Angreifer denn so stark oder mächtig ist, dass relativ einfach zu errichtende Abwehrbauten wie Holzpalisaden, Erdwälle oder Dornenhecken nicht (mehr) ausreichen. 

- Götter- oder Personenverehrungen
Hier wäre noch zu unterscheiden: Besteht die Verehrung darin, dass die Erbauer beispielsweise versuchen, etwas Erlebtes oder Beobachtetes nachzuempfinden; oder sind es die "Götter" selbst, die den Menschen vorschreiben, was sie zu tun haben und wie sie es tun sollen? Ersteres würde vielleicht zumindest teilweise einige Statuen und Gravuren erklären. Menschen sahen demnach Dinge und beobachteten Geschehnisse, die sie mit ihrem begrenzten Wortschatz nicht beschreiben konnten, und mussten dies dennoch irgendwie den Handwerkern mitteilen, die diese Eindrücke dann darzustellen versuchten. Der zweite Fall wäre komplexer, denn wenn man von einem bewusst gewollten Auftrag ausgeht, muss man sich auch fragen, welchen Sinn dies hätte. 

Daraus ergäbe sich, dass alle die steinernen Hinterlassenschaften eine Botschaft enthalten, die wir bis heute noch nicht verstanden haben. Oder – schlimmer noch: wir hatten vielleicht einmal eine Erklärung für all das mitgeliefert bekommen, wir haben sie aber verloren oder aus Unverständnis zerstört

Zahlenspiele

Der Mars ist durchschnittlich 228 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.
Die Lichtgeschwindigkeit beträgt rund 300.000 km pro Sekunde.
Die Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 90.000 Lichtjahren.
Das Universum ist rund 13,7 Milliarden Jahre alt.

Das sind nur einige Beispiele für Zahlenangaben, von denen man sagt, die Wissenschaft habe sich darauf geeinigt. Was nichts anderes bedeutet, als dass ein Anzweifeln dieser Daten oder gar ein Widerspruch nicht mehr zugelassen werden würde. Nachwuchswissenschaftler sind daher gezwungen, auf diesem vorhandenen "Wissensgerüst" aufzubauen. Ein "was aber wäre, wenn..." führt zwangsläufig zu einer Lächerlichmachung aller Theorien und zur gesellschaftlichen Ächtung

Früher, in den Kindertagen der Wissenschaft, hatten es Forscherinnen und Forscher noch leicht. Sie konnten eigene Theorien erproben, neue Zusammenhänge ermitteln und auf eigene Faust losziehen, um neue Welten und unbekannte Zivilisationen zu entdecken. Die "letzte Grenze" war die menschliche Phantasie. Ein typisches Beispiel wäre die Erforschung von Versteinerungen, die zunächst zufällig bei Grabungsarbeiten gefunden wurden und in denen man "Drachen" und ähnliche Monster zu erkennen glaubte, bis es  feststand, dass es irgendwann in der Geschichte unseres Planeten gigantische "Schreckensechsen" gegeben haben muss; eine Feststellung, die sich aber bis heute nicht mit den Grundzügen religiöser Werte vereinbaren lässt. Wir können uns ja nicht einmal darauf einigen, was vor 2.000 Jahren geschah; ob ein junger Zimmermann zu den Menschen sprach und dafür getötet wurde – oder nicht.

„Jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: 
In der ersten wird es lächerlich gemacht. In der zweiten bekämpft,
in der dritten gilt es als selbstverständlich.“ 


Die moderne Forschung geht notgedrungen zwei Wege. Das Eine ist eine immer mehr fortschreitende Miniaturisierung. Die alten Griechen glaubten noch, alle Materie bestünde aus etwas so Winzigem, dass es nicht mehr teilbar wäre, und nannten es "Atom". Dieses Gedankenmodell wurde buchstäblich immer mehr zerlegt; heute spalten wir ganz selbstverständlich Atome und nutzen die dabei freiwerdende Energie. Galten früher noch vererbte Eigenschaften als eher zufällig, sind Wissenschaftler heute dabei, die DNA von  Pflanzen und Tieren künstlich zu manipulieren.

Das Gewicht der Erde
Der andere Weg führt in Richtung der Maximierung von Forschungsdaten. Dabei werden Ergebnisse in immer größeren Einheiten angegeben, die nur noch von Fachexperten überprüft (oder angezweifelt) werden können. Das geht so weit, dass einige Angaben so absurd hoch sind, dass sie von Laien nur noch als bloße Spekulation wahrgenommen werden. Nur ein Beispiel: die Masse der Erde wird mit "5,9722 mal 10 hoch 24 kg" angeben. – Eine Zahl, die durch absolut nichts beweisbar ist; es gibt keine Waage, die groß genug wäre, einen Planeten zu wiegen; und der Begriff "Kilogramm" beschreibt eine eher willkürliche, zufällige menschliche Festlegung eines Standards. Dasselbe gilt für so ziemlich jede größere Zeitangabe. Das Alter der Erde wird mit "etwa 4,6 Milliarden Jahren" angegeben. Als ob die Umlaufzeit eines kleinen, unscheinbaren Planeten um seinen Zentralstern am Rande einer nebensächlichen Galaxie als Zeit- und Taktgeber für das ganze Universum gelten könnte. Man kann noch nicht einmal mit Bestimmtheit sagen, ob das, was wir Menschen als "Jahr" bezeichnen, stets und zu allen Zeiten immer gleich lang war und bleiben wird. Schon Albert Einstein arbeitete in seinen Theorien am Zusammenhang zwischen Materie, Raum und Zeit. Dies impliziert, dass die Zeit, wie wir Menschen sie definieren, keine Konstante ist. Damit werden Sätze wie "vor 65 Millionen Jahren starben die Dinosaurier aus" hinfällig und müssten ersetzt werden durch "es ist sehr, sehr lange her". 

 

Alle Jahre wieder

In der Ausgabe der Zeitschrift „Sagenhafte Zeiten“ vom Dezember 2025 wurde in einem ausführlichen Artikel die Herkunft und Bedeutung der Geschichte vom Stern von Bethlehem beschrieben, wie sie in der Bibel im Matthäus-Evangelium überliefert ist und seit Generationen immer wieder zur Weihnachtszeit zitiert wird. 

Mal abgesehen davon, dass ich sehr kritisch der Art und Weise gegenüberstehe, einzelne Passagen der Bibel absolut wörtlich und für bare Münze zu nehmen, während der Rest "nur" als eine nette Ansammlung von Legenden und Mythen betrachtet wird; so kann man meiner Ansicht nach zumindest eine der in dem Artikel aufgeworfenen Fragen recht einfach beantworten, nämlich die, wie denn die drei Heiligen aus dem Morgenlande (Matth. 2, 1-12) die weite Reise „in außergewöhnlich kurzer Zeit“ bewerkstelligen konnten. Nun, es steht ja nicht geschrieben, wann sie denn ihre Reise begonnen haben mögen; nicht auszuschließen wäre doch, dass sie bereits sehr viel früher das seltsame Licht am Himmel beobachteten, dem zu folgen sie dann beschlossen, so dass sie – vielleicht nach einer monatelangen (?) Reise – pünktlich zum Zeitpunkt des historischen Geburtsereignisses vor Ort eintrafen. 

Wichtiger aber ist für mich die Frage, was genau denn eigentlich am Himmel zu sehen war, das die Gelehrten so beunruhigte, dass sie diese gefahrvolle Reise ins Ungewisse antraten: Nach Matthäus ein Stern, den sie im Morgenland sahen und den sie anbeten wollten. 

Seit alters her ist es vor allem in der Seefahrt Brauch, sich auf hoher See nach den Sternen am Firmament zu orientieren. Insbesondere nachts, wenn es weit und breit keine Alternativen gibt, ist es die einzige Möglichkeit, einigermaßen die Richtung der Reise zu bestimmen. Dabei aber ist es natürlich jedem klar, dass die Sterne, die scheinbar bewegungslos am Himmel stehen, sich sehr wohl bewegen (das heißt, natürlich dreht sich die Erdkugel unter ihnen hinweg). Aber niemals hat je ein Seefahrer behauptet, dieser oder jener einzelne Stern hätte bewegungslos vor dem Schiff her geleuchtet und habe es direkt in den Bestimmungshafen gelotst. Wenn also die drei Weisen, die doch wohl als eine Art geistige Elite ihrer Zeit betrachtet werden dürfen, so etwas behaupten, dann muss man doch davon ausgehen, dass sie tatsächlich etwas beobachtet haben, das völlig anders ist als die Sterne, die Nacht für Nacht unverändert am Himmel stehen. 

Hierfür wurden bereits viele natürliche Ursachen als mögliche Erklärung herangezogen, unter anderem beispielsweise eine Supernova, die zufällig gerade zu diesem Zeitpunkt zu sehen gewesen wäre; oder ein vorüberziehender Meteorit. Dies aber wären sicherlich Himmelserscheinungen, die ausgebildeten Beobachtern auch damals schon vergleichsweise leicht erklärbar hätten sein müssten; dies hätte wohl kaum eine weite Reise notwendig gemacht. Außerdem würden solche Besonderheiten natürlich ebenfalls der Himmelsmechanik folgen, also sich bewegen. Völlig absonderlich wird es aber an der Stelle, wo es heißt, der Stern sei über dem Stall von Bethlehem stehengeblieben. Spätestens dies ist mit natürlichen Phänomenen nicht mehr erklärbar. Wenn die Reisenden einem Stern gefolgt sind, dann würde dieser, sobald sie auch nur in die Nähe von Bethlehem kommen, am Horizont stehen wie alle anderen Sterne auch. Wie der Esel, der von der vor seinem Maul hängenden Möhre immer weiter gelockt wird, ohne sie je zu erreichen, würden die Gelehrten immer weiter und weiter reisen. Irgendetwas muss also an dieser Stelle plötzlich anders gewesen sein, so dass das Licht wie ein Suchscheinwerfer ausgerechnet auf einen kleinen, völlig unscheinbaren Stall hindeutet. Noch dazu haben die Reisenden keineswegs mit so etwas rechnen können, da sie ja der Überlieferung nach erwarteten, den König der Juden vorzufinden. 

Stern über Bethlehem

Wenn also ein helles Licht am Nachthimmel stand, das genau diesen Stall beleuchtete: müssten dann die Menschen in der näheren Umgebung dieses Licht nicht ebenfalls wahrgenommen haben? Wohlgemerkt zu einer Zeit, in der noch niemand auch nur daran gedacht hat, Illumination vom Himmel herab zu sehen.

 

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 Ergänzung vom 28. Dezember 2025

Ich habe – das muss ich zugeben – tatsächlich sechzig Jahre benötigt, um endlich voll und ganz zu verstehen, dass es in der Bibel zwei Weihnachtsgeschichten gibt, die teilweise voneinander abweichen; nämlich die Evangelien nach Matthäus und nach Lukas. Wobei die letztere diejenige ist, die regelmäßig von Christen  auf der ganzen Welt in Krippenspielen zitiert und nachgestellt wird; denn sie ist die eindeutig kinderfreundlichere Darstellung. Es ist immer wieder eine anrührende Szene, wenn kleine Kinder sich fleißig bemühen, sowohl die Hirten als auch eine Schafherde dazustellen. Der berühmte Stern von Bethlehem kommt allerdings bei Lukas gar nicht vor; die Hirten werden von Engeln nach Bethlehem geleitet mit einigen klaren Hinweisen, die aus heutiger Sicht ein wenig an die Kommandos eines Navigationsgeräts im Auto erinnern ("Sie haben Ihr Ziel erreicht"). 

Der Stern wird erwähnt bei Matthäus; er leitet die "Weisen aus dem Morgenlande" zum Ziel. Diese Version der Geschichte ist allerdings weniger kindgerecht; zum einen, weil Matthäus erwähnt, dass Joseph mit dem Gedanken spielte, seine Verlobte, deren Schwangerschaft er sich nicht erklären konnte, "heimlich zu verlassen"; zum anderen, weil König Herodes, nachdem er von den Weisen informiert worden war, aus Sorge um einen Machtverlust den Befehl gab, alle Kinder, die unter zwei Jahre alt waren, töten zu lassen. Dieser Teil der Geschichte ist nun wirklich nicht geeignet, um kleine Kinder in weihnachtliche Stimmung zu versetzen. 

Damit das schöne Bild nicht gänzlich verlorengeht, wurde kurzerhand der Stern von Bethlehem umdisponiert; er macht sich nun viel malerischer auf so ziemlich jeder Krippendarstellung als Leitstern für die Hirten. Die "Weisen" oder "Könige" aus dem Morgenland (weder ihre genaue Herkunft noch ihr Status, nicht einmal ihre Anzahl wird explizit erwähnt), die dadurch am Heiligabend etwas zu kurz kommen, erhalten zum Ausgleich ihre eigene Show. Evangelische und katholische Christen feiern am 6. Januar den Dreikönigstag.

Signale

Der italienische Physiker Enrico Fermi stellte 1950 eine interessante These auf, die sich zusammenfassen lässt mit der Frage: Wenn da draußen andere intelligente Zivilisationen existieren – warum können wir dann keine Spuren davon entdecken? Diese Frage ging als Fermi-Paradoxon in die Geschichte ein. Eine Rolle spielt dabei auch die Drake-Gleichung, mit deren Hilfe man abzuschätzen versucht, wie viele solcher hochentwickelten Zivilisationen es im Universum geben könnte. 

Beide Überlegungen haben meiner Ansicht nach einen entscheidenden Nachteil: sie gehen davon aus, dass Völker anderer Welten eine Technologie anwenden, die der unseren ähnelt (also insbesondere Informationen mit Hilfe von Radiowellen austauschen). Dabei muss man sich vergegenwärtigen, dass auch für uns Menschen diese Technologie noch gar nicht so lange verfügbar ist. Gerade mal erst in den 1920er Jahren wurde der Radioempfang populär.
Kommunikationswege
Um ein gedankliches Bild zu produzieren: Wir verhalten uns dabei etwa ebenso wie Menschen, die für eine Fern-Kommunikation kein anderes Hilfsmittel kennen als Rauchzeichen. Sie senden ihre Signale in den Himmel und wundern sich, dass sie keine Antwort erhalten; während um sie herum der moderne Mensch sich elektronischer Hilfsmittel bedient, schnurlos telefoniert und Informationen über das Internet austauscht. Sie können nicht einmal ansatzweise erahnen, dass der Himmel um sie herum von Daten geradezu wimmelt, denn sie haben (noch) keinerlei Hilfsmittel, die das Erfassen solcher Informationen ermöglichen würden. Es gibt einige "Cargo-Kulte", die auf der Annahme basieren, dass primitive Völker genau dies getan haben: sie haben technische Vorgänge zwar beobachtet, aber nicht verstanden und versuchen, diese mit einfachsten Mitteln zu kopieren. 

Auch in unserer modernen Welt, in der wir Satellitentechnologie ganz selbstverständlich nutzen, gibt es noch immer neue Entwicklungen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen oder sogar als völlig veraltet dastehen lassen. Das Radio dient mittlerweile nicht mehr nur zur Ausstrahlung von Musik oder Sprache, sondern es werden auch gleichzeitig Informationen über den Sender, den Musiktitel, den Interpreten oder auch über die aktuelle Verkehrslage übermittelt. Das Fernsehen hat sich von mageren drei Schwarz-Weiß-Programmen zu einer Vielzahl von Programmen gemausert, wobei hier der begleitende Teletext auch schon wieder ein "Auslaufmodell" ist. Und CB-Funk, der gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch sehr beliebt war, wird heute fast nur noch von Hobbyfunkern verwendet.

Aus diesem Grund sollte man nicht zu der Annahme verleiten lassen, dass unsere heutigen Systeme der Datenübermittlung der Weisheit letzten Schluss bedeuten. Immerhin haben alle diese Systeme dasselbe Manko: sie basieren auf dem elektrischen Strom, der mit annähernder Lichtgeschwindigkeit fließt. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Bei einer Funkverbindung zwischen Erde und Mond beträgt die Verzögerung nur etwa zwei Sekunden; bei einer Verbindung zum Mars müsste man bereits von etwa elf Minuten ausgehen, bis die Nachricht beim Empfänger eintrifft. Ein Szenario, das übrigens in den Film "Der Marsianer – Rettet Mark Watney" berücksichtigt wurde. 

Bei noch weiter entfernten Zielen muss man natürlich die zeitliche Verzögerung noch sehr viel höher ansetzen. Während es sich bei einer Kommunikation innerhalb unseres Sonnensystems vielleicht noch um Minuten oder Stunden handeln mag, wäre bei einer interstellaren Übertragung bereits von mehreren Jahren auszugehen – eine Unterbrechung, die eine sinnvolle Unterhaltung mit Rede und Antwort fast unmöglich macht. Auch dies wurde in der Filmindustrie bereits thematisiert: in der Science-Fiction-Parodie "Dark Star – Finsterer Stern" wird beim Funkkontakt zwischen Erde und Raumschiff eine Verzögerung von zehn Jahren erwähnt.

".Das Fehlen von Beweisen ist kein Beweis für das Fehlen"
(Carl Sagan zugeschrieben)


Es bleibt zu hoffen, dass wir Menschen möglichst bald und schnell hinzulernen, um neue, heute noch völlig unbekannte Kommunikationswege zu entdecken, die uns vielleicht eines Tages die Teilnahme am interstellaren Nachrichtenaustausch ermöglichen. Wir sind nicht allein. Die anderen sind nur sehr, sehr weit weg.

In der Ruhe liegt die Kraft

In der Science fiction ist es längst allgemein bekannt, dass in einem Raumschiff, das sich schwerelos im All bewegt, die fehlende Schwerkraft durch eine andere Kraft ersetzt werden kann: die Fliehkraft.

Als Beispiele seien nur genannt: Neben dem Filmklassiker "2001 - Odyssee im Weltraum" aus dem Jahr 1968 sind es auch die beiden Filme "Mission to Mars" und "Red Planet" (beide aus 2000), die allesamt eine Reise in einem Raumschiff darstellen, das zumindest teilweise in eine gleichmäßige Rotation versetzt wird. Durch diese Rotation wird alles darin befindliche – Ausrüstung und Astronauten – bedingt durch das Trägheitsmoment an die Innenseite der Außenwand gedrückt. Ist die Rotation perfekt justiert, erzeugt dies ein Gefühl einer erdähnlichen Schwerkraft.

In der Realität ist es bisher noch nicht gelungen, ein solches Verfahren anzuwenden. Die Raumstation ISS ist, obwohl sie seit dem Jahr 2000 dauerhaft von wechselnden Mannschaften bewohnt wird, noch immer von vorn bis hinten durchgängig schwerelos. Dies stellt eine enorme körperliche Belastung für die Weltraumreisenden dar.

Hier nun eine Idee, die mir im Kopf herumgeistert. Wanderer ebenso wie Seeleute wissen seit langem die Vorteile einer Hängematte zu schätzen. Für die einen ist es die leichte und platzsparende Transportierfähigkeit, für die anderen ist es der Ausgleich der Bewegung, die durch Sturm und Wellengang erzeugt wird. Dieser Ausgleich entsteht durch das Hin- und herpendeln des Körpers; bedingt durch die Erdanziehung tendiert diese Pendelbewegung stets zurück zum Ruhepunkt. – Was aber würde geschehen, wenn eine Hängematte in der Schwerelosigkeit verwendet werden würde?

Wichtig dabei wäre, dass für die Hängematte ein ausreichend großer Platz zur Verfügung steht; groß genug, damit die Matte sich in einem vollen 360-Grad-Kreis drehen kann. Ein solcher Platz sollte durchaus in einem der Räume der ISS zu finden sein. Außerdem wird natürlich an zwei Seiten eine Aufhänge-Möglichkeit benötigt, die den 360-Grad-Schwenk mitmachen kann. Wenn nun ein Astronaut sich in die Hängematte begibt, so muss diese lediglich durch einen kleinen Schubs in Bewegung gebracht werden. Ohne den Widerstand der Erdschwerkraft würde sich die Bewegung ungebremst fortsetzen, und die bereits erwähnte Massenträgheit müsste den Astronauten mehr oder weniger sanft in die Kissen drücken. Die Stärke dieses Andrucks wäre sogar regulierbar und könnte dem Wohlfühl-Effekt angepasst werden.

Entspannen im All
Ich kann mir vorstellen, dass dadurch die Belastung auf den menschlichen Organismus etwas gemildert werden kann, da zumindest vorübergehend erdähnliche Zustände imitiert werden. Dies kann zu einem entspannteren Schlaf führen, auch eine medizinische Notfallversorgung wäre denkbar. Ein Nachteil allerdings ist für mich ebenfalls erkennbar: durch die ständige Rotation ist es für das menschliche Auge schwierig, einen optischen Fixpunkt anzupeilen; es könnte auf Dauer zu einem Drehschwindel führen, ähnlich wie die Fahrt in einem Karussell auf einem Jahrmarkt.

Es käme auf einen Versuch an.

Kollidierende Galaxien

Es gibt verschiedene Darstellungen von Galaxien, die miteinander kollidieren. Dies geschieht in einem Zeitrahmen, der so groß ist, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, die dabei entstehenden Unterschiede wahrzunehmen. Man kann aber versuchen, es in einer Simulation nachvollziehbar darzustellen.

Aber: Bitte hört damit auf, es so aussehen zu lassen, als ob die Sterne gar nicht davon betroffen wären ("Galaxien bestehen hauptsächlich aus leerem Raum").

Ebenso gut könnte man behaupten, es würde überhaupt nichts geschehen, wenn eine Kreissäge an einen Holzbalken angesetzt wird; denn beide, das Holz ebenso wie die Säge, bestehen aus Atomen, und die wiederum bestehen größtenteils aus überhaupt nichts.

Fakt ist natürlich, dass beim Sägevorgang sämtliche Atome des Holzes erhalten bleiben. Sie werden aber aus ihrem gewachsenen Verbund herausgeschleudert, Holzsplitter und -fasern fliegen herum und am Ende bleibt ein Häufchen Sägespäne zurück.

Fliehen – aber wohin?
Ebenso dürfte es sich bei der Galaxie-Kollision verhalten. Aufgrund der großen Entfernung ist es der Menschheit nicht möglich, genauere Einzelheiten der Galaxien zu erkennen; aber aufgrund ihrer schieren Größe muss man davon ausgehen, dass es abertausende von Sternen sind, die – herausgerissen aus ihrem Verbund – zu Sternenstaub zermalmt werden. Selbst wenn nur ein winziger Bruchteil dieser Sterne Planeten besitzt, und von denen wiederum ein Minimum intelligentes Leben hervorgebracht hat: so sind es dennoch unüberschaubar viele Lebewesen, die unmittelbar von dieser Katastrophe betroffen sind.

Wie mag wohl der Anblick einer solchen Kollision aus der Nähe betrachtet sein? Wir kennen von unserem Nachthimmel die Aussicht auf unsere Milchstraße, und wir sind den Anblick vorbeischießender Kometen gewöhnt. Aber eine zweite Galaxie, die mit dem Tempo und der gnadenlosen Unausweichlichkeit eines Gletschers auf uns zuströmt?! Selbst wenn es noch tausende Jahre dauern wird, bis der Planet Auswirkungen dieses Zusammenstoßes zu spüren bekommt – es bleibt doch nur noch die Hoffnungslosigkeit. Auch wenn die Zivilisation eines Planeten bereits die Raumfahrt entwickelt haben sollte – wohin kann man fliehen? Selbst unsere Science fiction geht normalerweise über die Grenzen des "uns bekannten Universums" nicht hinaus. Ein Flüchtlingstreck aller raumfahrenden Zivilisationen, die eine ganze Galaxie verlassen müssen, sprengt jede Vorstellungskraft.

Richesse oblige

Die Redewendung "Noblesse oblige" (Adel verpflichtet) ist wohl so ziemlich jedermann geläufig (oder kann es werden). Sinngemäß wird damit zum Ausdruck gebracht, dass der soziale Status eine Verpflichtung mit sich bringt, Verantwortung zu übernehmen. In historischen Zeiten bedeutete dies auch, für Untergebene, Dienerschaft oder Leibeigene in einer angemessenen Weise zu sorgen; in einer Zeit, als an so etwas wie "Sozialfürsorge" oder gar "Altersvorsorge" noch nicht zu denken war.  

In unserer modernen Welt sieht die Versorgungslage glücklicherweise etwas besser aus; an die Stelle des wohlwollenden Entgegenkommens seines Lehnsherrn ist die persönliche Eigenvorsorge getreten. Umfang und Verhältnismäßigkeit dieser Eigenvorsorge bleibt im Rahmen der Möglichkeiten jedem selbst überlassen.

Dieser Rahmen wird natürlich vorgegeben durch die jeweiligen Lebensumstände, die wiederum nicht immer wunschgemäß zu beeinflussen sind. Dies beginnt mit einem liebevollen Elternhaus, einer guten Schul- und Berufsausbildung und endet noch längst nicht bei der Gründung eines eigenen Haushalts. Für ein Leben in Wohlstand und Glück ist – wenn man nicht gerade Erbe reicher Eltern oder Lotteriegewinner ist – ein geeigneter und sicherer Arbeitsplatz notwendig.

Ich möchte betonen: Ich missgönne niemandem seinen Reichtum, ganz im Gegenteil. Solange das Vermögen auf legalem Wege erworben wurde, soll doch jedermann auf seinem eigenen Wege glücklich werden. Aber dennoch sollte es dabei auch jedermann ein Anliegen sein, andere Menschen an seinem Glück teilhaben zu lassen.

Ford-Produktion im Jahre 1923
In der Geschichte der Weltwirtschaft gibt es eine ganze Reihe von Beispielen, die zeigen, dass aus einem kleinen Familienbetrieb ein riesiges Unternehmen werden kann. Namen wie beispielweise "Ford", "Henkel" oder "Karstadt" sind im Sprachgebrauch geläufig; vor allem in der deutschen Nachkriegszeit – der Zeit des "Wirtschaftswunders" – waren sie in aller Munde. Ihnen allen ist gemeinsam, dass dahinter eine Familiendynastie steckt, deren Oberhäupter es sich zur Aufgabe machten, das Familienvermögen zu verwahren und zu vermehren. 

Und eben dieses Verwahren und Vermehren ist es, woran es in der heutigen Zeit leider sehr mangelt. Es liegt sicherlich nicht an einem Mangel an Reichtum. Wozu gibt es denn Woche für Woche eine Ziehung der Lottozahlen... ?! Die Frage stellt sich vielmehr, was die Menschen denn anfangen mit einem unverhofften und unterwarteten Geldsegen. Einer der ersten Gedanken, die sich spontan einstellen, ist wohl so etwas wie "...jetzt kann ich mir endlich ein neues Auto kaufen". Es braucht einige Zeit, bis das Verständnis sich einstellt, dass ein nennenswerter Lottogewinn (oder eine umfangreiche Erbschaft) nicht nur für eines, sondern gleich für eine ganze Flotte von Autos reichen würde. – Oder eben für etwas ganz anderes, viel Größeres; etwas mit einem bleibenden Wert.

"Henry Ford hatte eine besondere Einstellung zu seinen Beschäftigten." 

(Wikipedia)

In den 1980er Jahren gab es eine US-amerikanische Fernsehserie auch in deutschen TV zu sehen: Sie trug den bezeichnenden Titel "Lotterie". Thema war, dass verschiedene (fiktive) Lottogewinner persönlich besucht und von ihrem Glück informiert wurden. Interessant war dabei, dass der Mitarbeiter der Lotteriegesellschaft stets begleitet wurde von einem Steuerbeamten, der die Gewinner über die rechtlichen Auswirkungen des Geldsegens informierte. Diese Information wird heutzutage sicher nicht jedem Gewinner "automatisch" zuteilwerden. Da sitzen sie denn, die frischgebackenen Millionäre, und wissen vor Freude nicht aus noch ein. Und hier besteht natürlich die große Gefahr, dass das Geld – wie gewonnen so zerronnen – buchstäblich verbrannt wird.

Um auf das Thema zurückzukommen: Hier wäre ein Ansatzpunkt, um aus einem unerwarteten Vermögen einen Vorteil zu erwirtschaften, der nicht nur das eigene Kapital vermehrt, sondern auch anderen Menschen zu einem besseren Leben verhilft. Geld muss arbeiten, sagt der Volksmund. Recht hat er. Anstatt also irgendwelchen Luxuskram anzuschaffen, den keiner wirklich braucht, sollte man lieber eine Firma gründen. Ideen dafür gibt es genügend; heutzutage nennt man sie neudeutsch "Startups".

Der Witz dabei besteht darin, sein Vermögen, das man ohne eigenes Zutun erworben hat, so zu verwenden, dass auch andere Menschen ein wenig davon profitieren. Wenn es gut läuft, kann man auf diese Weise auch dafür sorgen, dass zumindest der eigene Name unvergessen bleibt: "Todt nur ist, wer vergessen wird".

Kalender, Kalender

Ich hatte schon einmal etwas zum Maya-Kalender geschrieben. Hier noch einige Ergänzungen dazu.

Der Maya-Kalender wird oft auch dargestellt als eine Art Uhrwerk, bestehend aus drei unterschiedlich großen Zahnrädern, die ineinandergreifen. Der Autor Erich von Däniken hat es in einem Videobeitrag recht anschaulich erklärt.

Allerdings bleiben für mich dabei einige Fragen offen.

Das Gedankenmodell mit den Zahnrädern setzt eine Beweglichkeit voraus. Ebenso verhält es sich bei einem modernen Rechenschieber. Er besteht aus mehreren Teilen, die sich zueinander verschieben lassen, um unterschiedliche Skalenablesungen zu ermöglichen. Aber lediglich mit der bildlichen Darstellung eines Rechenschiebers kann ich diese mathematische Funktion nicht nutzen. Das Bild allein ist also keine Hilfe.

Ebenso verhält es sich mit den Maya-Kalendern. Sie werden präsentiert in einer steinernen Kreisform, an deren Rand die unterschiedlichen Symbole angebracht sind. Auch hier mangelt es an der Beweglichkeit, um die jeweiligen Daten einstellen zu können. Ähnlich verhält es sich in der heutigen Zeit mit einem Jahres-Kalender: Wenn man nicht das genaue Tagesdatum mit einer Markierung versieht und diese auch regelmäßig und zuverlässig aktualisiert, ist daraus nicht ersichtlich, welchen Tag (oder Monat) wir heute haben.  

Maya-Kalender
Es ist in meinen Augen durchaus denkbar, dass die Maya für die "tägliche Nutzung" eine Abwandlung des steinernen Kalenders besaßen, erstellt aus vergänglicheren Materialien wie Holz oder Papyrus und deshalb nicht überliefert. Solche Kalender könnten in jedem Haushalt verwendet worden sein in ähnlicher Weise, wie wir heutzutage einen Abreißkalender an der Küchenwand hängen haben. Der Haushaltsvorstand wäre dann dafür verantwortlich, dass das Datum jeden Tag – aber nur einmal! – aktualisiert wird. Dies wäre entweder durch eine rituelle Handlung umzusetzen, oder die Überwachung und Durchführung wäre Aufgabe von Priestern oder anderen Exekutivorganen . Ist ein solcher Kalender beschädigt oder verlorengegangen, so wird ein neuer gebastelt. Und hier würde die steinerne Version eine wichtige Rolle spielen, denn nur dieses Original kann und darf als Vorlage für die alltagstaugliche Variante verwendet werden. Ebenso könnte ich mir aus ein paar Holzstücken einen Rechenschieber basteln und dabei das Bild als Vorlage verwenden, solange ich nur die verschiedenen Skalen maßstabsgetreu übernehme. 

Ein ähnliches Konzept wendeten übrigens schon unsere Vorfahren an. Im ländlichen Bereich wurden die Taschenuhren ganz selbstverständlich nach der Kirchturmuhr gestellt: Wenn es läutet, dann ist Mittag. Der Dorfpfarrer war also das Maß aller Dinge, er hatte die Kontrolle und gleichzeitig die Verantwortung. Später kam im Zuge der Technisierung das Zeitzeichen der Fernseh-"Tagesschau" in Mode. 

Eine weitere Ähnlichkeit: Es ist in unserer abendländischen Kultur allgemeiner Brauch, dass Analoguhren ein Zwölf-Stunden-Ziffernblatt haben, wobei die "12" oben steht. Andere Varianten sind möglich, verwirren aber nur. Im Falle des Maya-Kalenders wäre sichergestellt, dass durch die verbindliche Vorlage eine hundertprozentige Übereinstimmung der Daten auch weiterhin vorliegt; selbst dann, wenn der Hersteller einer Kopie weder lesen noch schreiben kann. Er benötigt lediglich das dafür erforderliche handwerkliche Geschick.

Basierend auf dieser Prämisse wäre ich durchaus bereit, der Genauigkeit der "Langen Zählung" der Maya zu vertrauen – selbst über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren. Demgegenüber wäre unsere eigene gregorianische Kalenderrechnung eindeutig unzuverlässiger, denn sie wurde erwiesenermaßen mehrfach "reformiert" (auch dies erwähnt von Däniken in dem oben erwähnten Videobeitrag).

Noch eine weitere Frage: Das Bild des Rechenschiebers zeigt als Beispiel das Resultat einer bestimmten Kalkulation. Dasselbe müsste für die steinerne Version des Kalenders gelten. Aber: welches Datum wurde denn hierfür herangezogen, und aus welchem Grund? Auch auf dem Bild einer Uhr würden ja immer auch die Zeiger auf einer bestimmten Uhrzeit zu sehen sein, ob nun absichtlich oder zufällig. Bei der Steinmetzarbeit würde ich aber aufgrund des großen Aufwands eher von einer Absicht ausgehen.

Übrigens gibt es auch in unserer hochzivilisierten heutigen Zeit noch einen Kalender, der scheinbar an einem beliebigen "Tag 1" beginnt, aber im Ergebnis auf ein besonderes, wichtiges Datum hinzielt. Man nennt ihn "Adventskalender".

Weltraum-Navigation in 4D

Ich hatte ja schon einmal ein paar Gedanken zum Thema "Weltraumreisen" geschrieben. Noch eine Ergänzung dazu:

Das Reisen im Universum beinhaltet (abgesehen von der technischen Seite) nicht nur ein Entfernungsproblem, sondern es gilt auch noch die Frage der stellaren Navigation zu klären.

Das Licht, das wir am Himmel wahrnehmen, ist – wie der Name schon sagt – mit Lichtgeschwindigkeit zu uns unterwegs gewesen; das heißt, jeder Blick in den Himmel ist ein Blick in die Vergangenheit. Unser Sonnenlicht ist bereits mehr als 8 Minuten alt, wenn es auf die Erde trifft. Das uns nächstgelegene Sternsystem Alpha Centauri ist zirka 4 Lichtjahre entfernt. Was wir sehen, ist also das Aussehen des Sterns, wie es vor 4 Jahren war. Anders ausgedrückt: Würde der Stern heute erlöschen, so würden wir das erst in 4 Jahren mitbekommen.

Wenn wir einmal annehmen, im Centauri-System gäbe es einen Planeten, der eine Umlaufzeit ähnlich unserer Erde hätte. Dieser Planet hätte demnach in dieser Zeit bereits mehr als viermal seinen Stern umrundet; hinzu kommt natürlich, dass das gesamte Sternsystem mitsamt seiner Trabanten ebenfalls seinen Weg in unserer Galaxie nimmt, ebenso wie unsere eigene Muttersonne sich fortbewegt.

Wenn wir nun also über irgendeine Art des überlichtschnellen Reisens verfügen würden, so müssten wir auch eine Möglichkeit finden, den Zielpunkt der Reise ganz exakt festzulegen, und zwar anhand von Koordinaten in einem dreidimensionalen Raster (das erklärt übrigens auch, warum es auf Raumschiffen keine Sternenkarten in Form von Atlanten geben wird; eine zweidimensionale Darstellung ist hier einfach nicht ausreichend). Dieser Zielpunkt befindet sich auch noch in ständiger Bewegung. Es ist daher ebenfalls von Bedeutung, ob die geplante Reise überhaupt Zeit beansprucht und wenn ja, wie lange. Schon für eine Reise zu unserem Mond muss man nicht dorthin zielen, wo der Mond jetzt gerade, in diesem Moment, am Himmel steht; sondern dorthin, wo er voraussichtlich am Zeitpunkt des Zusammentreffens sein wird. Für die Berechnung der Flugbahn wird unsere dreidimensionale Wahrnehmung also um eine vierte Dimension erweitert: Die Zeit.

Weltraumreisen
Unter diesen Voraussetzungen wird es kaum empfehlenswert sein, einen Ort-zu-Ort-Transport einzelner Personen zu planen. Sicherer wäre es, den Zielpunkt der Reise in die Nähe des anvisierten Planeten zu setzen und den Rest der Reise mit Hilfe eines konventionellen Raumschiffs zurückzulegen. Es wird ja sicher niemand gern in der Mitte einer Sonne oder unter der Oberfläche eines Gasriesen materialisieren wollen. Da also ein geeignetes Raumschiff für die letzte Etappe der Reise notwendig ist, wird man diese auch in einem Raumschiff beginnen. Ein solches Raumschiff, das für längere Reisen geeignet ist, das genügend Frachtkapazität hat und auch noch einigen Komfort für Passagiere bietet, besitzt die Menschheit bisher noch nicht. Es ist daher auch noch nicht zu erahnen, welcher Antrieb dafür infrage käme; und ob man beispielweise für die Reise eine gewisse Startgeschwindigkeit benötigt, quasi "Anlauf nehmen" muss. Dies aber wäre wiederum Voraussetzung für die Klärung der Frage, von wo aus die Reise beginnt. Gegebenenfalls müsste man aus Sicherheitsgründen den Startpunkt von der Erde weg, vielleicht sogar außerhalb unseres Sonnensystems verlegen, was die Reisedauer insgesamt natürlich noch einmal verlängert, nämlich um die Anreise zu diesem Startpunkt.

Um das Ganze noch zu komplizieren, gilt dasselbe in umgekehrter Reihenfolge ebenso für die Rückreise. Auch hier wäre es eine enorme Herausforderung, die exakten Zielkoordinaten unserer Heimatsonne innerhalb unserer Milchstraße festzulegen, ganz zu schweigen von der genauen Position unserer guten alten Erde; wo sie war, ist und sein wird. Eine einigermaßen nachvollziehbare Version einer solchen Berechnung wird (wieder einmal) von der Science fiction vorweggenommen: In dem Kinofilm "Star Trek – Treffen der Generationen" verwenden Captain Jean-Luc Picard und Lieutenant Commander Data eine dreidimensionale Computerdarstellung, um die Flugbahn des "Nexus" zu ermitteln.

Übrigens: Interessanterweise sieht ein Bewohner eines Planeten im Centaruri-System, der zufällig in Richtung zu uns schaut (winken Sie doch mal!), unsere Sonne von vor vier Jahren. Das ist kein Paradoxon und auch keine Zeitreise, sondern schlicht der großen Entfernung geschuldet. Es bedeutet auch keineswegs, dass wir in unsere eigene Vergangenheit zurückkehren könnten; ebenso wenig wie wir in die Vergangenheit reisen, während wir ein altes Foto betrachten.

Wer ist hier der Boss?

Wenn wir nur mal für einen Moment als gegeben voraussetzen, dass es "dort draußen" intelligentes Leben gibt; und nur mal angenommen, diese "Anderen" würden sich für uns interessieren. Dann stellt sich zwangsläufig die Frage: Mit wem können und sollten diese Wesen als erstes Kontakt aufnehmen?

Die Science fiction ist voll von den unterschiedlichsten Ansatzversuchen, diese Frage zu beantworten.

Es beginnt damit, dass es einen Unterschied macht, ob ein Besuch fremder Wesen eher zufällig "im Vorbeiflug" geschieht, oder ob man uns – womöglich schon seit Jahren oder gar seit Jahrhunderten – ganz gezielt beobachtet. Im ersteren Falle wäre es wohl tatsächlich dem Zufall überlassen, wo und mit wem ein Erstkontakt stattfindet. Dieses Szenario scheint mir das ungünstigere (für die Menschheit!) zu sein, denn man muss wohl davon ausgehen, dass ein unkoordiniertes Zusammentreffen zu Unsicherheit, zu Missverständnissen, zur Panik und letztendlich zum Chaos führen könnte. Ich hoffe, dass eine intelligente Spezies, die Interesse an uns hat, sich die Mühe machen wird, uns zunächst für einige Zeit unauffällig zu beobachten, um unser Tun und Denken verstehen zu können. Es wird sicher schwer zu begreifen sein, dass die menschliche Rasse, die sich als "Gipfel der Schöpfung" versteht, sich zwar klug genügt dünkt, das Atom zu spalten, aber nicht in der Lage ist, untereinander Frieden und den eigenen Planeten sauber zu halten.

Ist die menschliche Natur erst einmal aus der Ferne studiert, wird ein erster persönlicher Kontakt sicherlich schon aus purer Neugierde geplant werden. Sind die wirklich so ...? Zur Vorbereitung dieses Kontakts wird vermutlich bereits geklärt sein, auf welche Weise wir untereinander kommunizieren. Auch hier hat die Science fiction bereits verschiedene Ansätze zu bieten. Sehr häufig wird der Grundsatz "nach Hause telefonieren" gewählt; hier wird davon ausgegangen, dass die Aliens früher oder später in der Lage sind, unsere Sprachen zu verstehen und anzuwenden. Andere Modelle gehen davon aus, dass andere Wesen sich auf gänzlich fremdartige Art und Weise verständigen, beispielsweise durch Gedankenübertragung oder durch irgendeine, uns heute noch völlig unbekannte Methode.

Wenn wir mal davon ausgehen, dass diese Verständigungsprobleme berücksichtigt und bereits gelöst wurden, dann kommen wir zurück auf die viel wichtigere Eingangsfrage: Wer ist die Person auf unserer Erdkugel, die am ehesten infrage kommt, als Repräsentant der gesamten Menschheit zu dienen? Auch hier stets vorausgesetzt, dass die Außerirdischen durch Beobachtung und Verständnis der irdischen Politik- und Machtverhältnisse in der Lage sind, eine verantwortungsvolle und logische Entscheidung zu diesem Punkt zu treffen; außerdem natürlich vorausgesetzt, dass es die Möglichkeit gibt, Zeitpunkt und Ort eines ersten Zusammentreffens gezielt auszuwählen.  

Es muss jedem klar sein, dass die Antwort auf diese Frage enorme Auswirkungen haben wird, egal, wie sie lautet. Es ist nicht nur eine Prestigefrage; denn wer auch immer als erste Person auserwählt ist, wird auch enorme politische und historische Ausstrahlung gewinnen. Man denke in diesem Zusammenhang an den Entdecker Amerikas oder den ersten Menschen auf dem Mond. Außerdem wird die Nation, der diese Person angehört, höchstwahrscheinlich jede Art von Information – ob gewollt oder ungewollt – aus erster Hand (oder Pfote, oder wasauchimmer) bekommen und damit einen strategischen Vorsprung besitzen.

So stellt die KI sich einen Erstkontakt vor
Diesen Vorsprung zu erwerben und zu nutzen, wird wohl jede Nation der Erde für sich in Anspruch nehmen wollen. Welche dieses Rennen gewinnen soll, das liegt wohl im Auge des Betrachters. Es ist uns Menschen leider (noch) nicht gegeben, hier in globalen Zusammenhängen zu denken; vielmehr sind lokale Beweggründe ausschlaggebend, also Fragen nach nationaler Herkunft, Heimatverbundenheit und politischer Erziehung. Es wird bei einem unmittelbar bevorstehenden Erstkontakt auch wohl kaum Zeit sein, diese Fragen in einer demokratischen Abstimmung zu beantworten, also quasi die gesamte Menschheit nach ihrer Meinung zu fragen. Wie so oft, wird diese Angelegenheit wohl im kleinen Kreise eingeweihter Politiker (und vielleicht einiger Wissenschaftler) geklärt werden müssen. Zu Zeiten des Kalten Krieges hätte man wohl von über die "Roten Telefone" geführten Diskussionen gesprochen.

So traurig es ist: Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird hier wohl nicht die charakterliche Eignung einer Person zum Ergebnis führen, sondern deren politische Macht und Durchsetzungsfähigkeit. In Anbetracht des Umstandes, was diese Auswahl und die daraus folgenden Konsequenzen für die Zukunft der Menschheit bedeuten würden, kann man nur das Beste hoffen.

Vielleicht wäre es doch besser, die Aliens würden sich irgendein unschuldiges kleines Kind als ersten Gesprächspartner auswählen.

Zukunftspläne

Wenn ich ein Entscheidungsträger bei der NASA, oder wenn ich Multimilliardär wäre – ich hätte eine genaue Vorstellung davon, was als nächstes zu tun wäre für die nächsten Schritte der Menschheit in Richtung Weltall.

1. Instandsetzung, Erhalt und Ausbau der Internationalen Raumstation als "Weltraumbahnhof"

Eine dauerhaft in einer Erdumlaufbahn befindliche Station ist in meinen Augen unerlässlich. Sie stellt den ersten und wichtigsten Anlaufpunkt dar und ist vergleichsweise leicht und schnell mit kleineren Raketen zu erreichen, was die Versorgung erleichtert. Wie so eine Station auch in größerer Form aussehen könnte, das hat Stanley Kubrick bereits 1968 in seinem Filmklassiker "2001: Odyssee im Weltall" eindrucksvoll gezeigt. Gern dürfen auch 2 oder 3 solcher Stationen im Orbit kreisen; Funktionelle Redundanz  ist in diesem Fall der sicherste Weg.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, aus welchem Grund die Internationale Raumstation ISS vollständig ausgemustert werden soll (es ist nach derzeitigem Stand geplant, sie kontrolliert abstürzen und größtenteils verglühen zu lassen). Sicher, einige ihrer Bestandteile sind bereits mehr als zwanzig Jahre alt; aber eben nicht alle. Die ISS wurde in einzelnen Modulen nach und nach zusammengebaut, und in derselben Weise könnte man sie auch weiterhin ergänzen, erneuern und erweitern. Der Wegfall der Space Shuttles als Lastenträger kann kein dauerhaftes Gegenargument sein, denn früher oder später wird es einen geeigneten Nachfolger dafür geben müssen. Ein regelmäßiger und sicherer Austausch von Material und Personal in beide Richtungen – weg von der Erde und zu ihr zurück – ist zwingend notwendig.

2. Herstellung einer "Raststation" auf halbem Wege

Mathematisch betrachtet ist der Lagrange-Punkt "L1" ein Gleichgewichtspunkt zwischen Erde und Mond. "Auf halbem Wege" ist natürlich nicht ganz korrekt ausgedrückt; er befindet sich näher am Mond als an der Erde. Aber es wäre eine gute Stelle, um hier so etwas wie ein "Materiallager" zu errichten, das aufgrund der sich gegenseitig aufhebenden Gravitationskräfte mit geringem Aufwand hier gehalten werden könnte. Zur Lagerung empfiehlt sich hier natürlich als Erstes und Wichtigstes Sauerstoff für die Atemluft, denn das ist erfahrungsgemäß das erste, was den Astronauten bei einem Unfall ausgehen würde. Des Weiteren käme Treibstoff infrage. Außerdem natürlich auch noch Ersatzteile und Werkzeuge der unterschiedlichsten Arten, denn auch hier hat die Erfahrung bereits gezeigt, dass man manchmal mit dem, was man zur Verfügung hat, improvisieren muss. 

Wie mag es sich anfühlen, wenn man an einem der Lagrange-Punkte ankommt? Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sind die Punkte L1 und L2 wie der Balanceakt auf einem Gebirgsgrat. Schon geringste Abweichungen zur einen oder anderen Seite lassen eine Raumstation in den Gravitationsbereich eines der beteiligten Planeten abdriften, sodass eine ständige Überwachung und Korrektur notwendig wäre, was einen hohen Energieverbrauch bedeuten würde. Der Punkt L3 wäre ungeeignet, da er auf der Rückseite des Mondes liegt und damit erstens nicht in der Flugbahn Erde – Mond, und er zweitens ständig im Funkschatten zur Erde stünde. Die Punkte L4 und L5 hingegen wären besser geeignet, denn hier sollen stabile Verhältnisse vorherrschen. Ein Körper, der diesen Punkt nicht exakt erreicht, würde ihn immerhin umkreisen. Tatsächlich wurde an diesen Punkten bereits "eine Vielzahl von Staubwolken und Kleinkörpern" entdeckt. Es wäre also eine dringende Notwendigkeit, eine der nächsten Weltraummissionen zu einem dieser Punkte zu senden, um die wissenschaftlichen Theorien zu verifizieren und gleichzeitig einen Eindruck zu gewinnen, was dort vorzufinden ist und was davon als Rohmaterial direkt vor Ort verwendet werden kann.

3. Etablierung einer dauerhaft bewohnten Station auf dem Mond

Die Raststation bei L4 oder L5 kann natürlich auf Dauer kein Ergebnis sein, das den menschlichen Forschergeist befriedigt. Aber von hier aus wäre es deutlich leichter, den nächsten Schritt zu machen und eine Station auf der Mondoberfläche zu errichten. Auch hierzu hat die Science fiction bereits eine Vielzahl von verschiedenen Alternativen vorgegeben. Angefangen von aufblasbaren Kuppeln, die um eine Start- und Landebahn herum erstellt werden, über Gebäude aus Mondgestein, die mit einer Art großem 3D-Drucker per Computer erstellt werden, bis hin zu einer der auf dem Mond vorkommenden Höhlen, die versiegelt und mit Atemluft gefüllt zu einer riesigen Überlebensblase wird. Auch das Vorhandensein von Wasser in Form von Eis wäre eine wichtige Voraussetzung für die dauerhafte Besiedelung. Solches wird vermutet entweder in tiefen Mondkratern, wohin kein Sonnenstrahl gelangt und wo die Temperaturen dauerhaft unter dem Gefrierpunkt liegen; oder an Einschlagstellen von Eis-Asteroiden.

4. Erforschung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen auf dem Mond, Bau einer Werft

Ist der erste Schritt erst einmal getan, dann würden die Menschen, die sich häuslich auf dem Mond eingerichtet haben, natürlich auch sofort mit den ihnen zugewiesenen Arbeiten beginnen. Dabei wären wohl in erster Linie Forscher und Wissenschaftler zu nennen, die ihre neue Umwelt untersuchen und die für die dauerhafte Sicherheit und Überlebensfähigkeit der kleinen Kolonie sorgen müssen. Gleichzeitig wird es aber eine gewisse Anzahl von Menschen geben, die sich um die einfachsten Routineangelegenheiten des täglichen Lebens kümmern. Man kennt das: jedes Schiff auf unseren Weltmeeren benötigt einen Smutje, der sich um das leibliche Wohl der Mannschaft kümmert ("Ohne Mampf kein Kampf"), und einen gut ausgebildeten Mechaniker, der jederzeit die Schiffstechnik im Auge behält. In unserer gleichberechtigten Zivilisation sind selbstverständlich Männer und Frauen gleichermaßen beteiligt, und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die ersten mondgeborenen Kinder auf der Bildfläche erscheinen und umsorgt werden wollen. Kindergärten und Schulen werden notwendig, aber auch immer mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung werden angeboten. Die begrenzten Räumlichkeiten platzen schnell aus allen Nähten, es wird ständig angebaut und erweitert. Ein reger, gleichmäßiger Austausch zwischen Erde und Mond wird in Gang gesetzt. Anfangs wird es vor allem um eine Grundversorgung von der Erde zum Mond gehen, aber mit zunehmendem Erfolg werden irgendwann auch erste Produkte (oder neue Rohstoffe) in der Gegenrichtung transportiert werden.

5. Weiterreise zum Mars, Bau einer weiteren Station dort

Nachdem nun Menschen sowohl auf der Erde als auch auf dem Mond dauerhaft leben, könnte man meinen: Ua Lava – es ist genug. Doch das widerstrebt der menschlichen Natur. Es liegt uns anscheinend in den Genen, immer nach Neuem zu streben. Außerdem würden die angewachsenen Ressourcen zu einem natürlichen Anstieg der allgemeinen Bevölkerungszahlen führen – auch das ist uns vorbestimmt. Es kann daher sicherlich nicht schaden, wenn vorhandene oder neu entstehende ethnische Gruppen jeder Art und politischer Couleur Mittel und Wege finden, sich selbstbestimmt und frei entfalten zu können. Daher ist es eine logische Schlussfolgerung, dass die nächsten Schritte in Richtung unseres Nachbarplaneten Mars führen werden. Zum einen werden auch dort weitere Rohstoffe zu finden sein; zum anderen besitzt der Mars schon jetzt eine – wenn auch rudimentäre – Atmosphäre, daher ist es denkbar, dass es künftigen Generationen gelingen wird, den gesamten Planeten zu terraformen, was eine weitere Besiedelung natürlich erleichtern und die Ausbreitung menschlichen Lebens noch mehr befeuern würde.

6. Erforschung und Ausbeutung des Asteroidengürtels

So stellt sich die KI einen Asteroidenbergbau vor
Vom Mars aus ist es ein vergleichsweise kurzer Weg zum Asteroidengürtel. Hier ist zwar kein für den Menschen geeigneter Lebensraum zu erwarten; dafür aber eine gewaltige Menge an weiteren bekannten oder auch noch unerforschten Rohstoffen, die nur darauf warten, abgebaut und genutzt zu werden. Außerdem könnte hier ganz nebenbei auch noch erforscht werden, warum und auf welche Weise einzelne Objekte aus dem Asteroidengürtel ausscheren und zu einer Bedrohung der inneren Planeten werden. Dabei könnte die Gefahr eines Meteoriteneinschlags auf einem der bewohnten Planeten minimiert, wenn nicht sogar verhindert werden. 

Es ist auch nicht ganz auszuschließen, dass bei der Erforschung und Besiedelung unseres Sonnensystems früher oder später echte und unbezweifelbare Spuren eines Besuchs von Wesen aus anderen Welten gefunden werden. Dies könnten entweder zurückgelassene Artefakte oder "Weltraummüll" sein; oder aber wir finden tatsächlich Informationen, die ganz bewusst und gewollt zurückgelassen wurden, damit wir sie eines Tages finden, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Auch dieses Szenario hat die Science fiction ja längst und in verschiedenen Formen verarbeitet.

Das Schlüsselwort in diesem Beitrag lautet "Rohstoffe". Neue Materialien, neue Produkte, neue Märkte. Renditen ohne Ende! Gigantische Umsätze! Investiert, Leute! Investiert!!! Hört endlich auf, euch gegenseitig mit Bomben und Raketen zu bewerfen, und macht etwas Vernünftiges aus eurem Reichtum.

Alles in Bewegung

Wellen im Universum
Buchstäblich alles im Universum strahlt. Angefangen vom kleinsten Atom bis hin zu den größten Sternen und sogar ganze Galaxien. Diese Strahlung macht sich auf verschiedenste Weise und in unterschiedlichen Variationen bemerkbar.

Das einfachste, naheliegende Beispiel dürfte wohl das Licht sein, das wir Menschen mit unseren Sinnen wahrnehmen. Hier aber zeigt sich auch gleich eine Einschränkung, denn das menschliche Auge nimmt tatsächlich nur einen begrenzten Teil dieser Strahlung wahr. So bleibt beispielsweise das ultraviolette Licht für uns unsichtbar, während Insekten damit in der Lage sind, Blumenblüten besser zu erkennen.

Aber Licht ist nur ein kleiner Teil des Spektrums. Andere Bestandteile sind Radiowellen, Mikrowellen, Wärmestrahlung, Röntgen- oder Gammastrahlung, wobei die Grenzen dazwischen wohl fließend sind. Das bedeutet, dass wir Farben nur deshalb wahrnehmen, weil unsere Augen als Sinnesorgane darauf „geeicht“ sind. Es wäre nur ein verhältnismäßig kleiner evolutionärer Unterschied, und wir würden Radiowellen „sehen“ können. So ganz abwegig ist das gar nicht; es gibt Menschen, deren Wahrnehmung sich in solchen Grenzbereichen bewegt, man nennt sie Synästhetiker. So kann beispielweise eine bestimmte Farbe als ein Geschmack wahrgenommen werden, oder Töne werden mit Farbeindrücken assoziiert.

Andere Teile des Spektrums können wir mit Hilfe technischer Hilfsmittel für den Menschen nutzbar machen. Es gibt Bildverstärker, die das vorhandene Restlicht um ein Vielfaches verstärken, oder auch Wärmebildkameras, die das Infrarotlicht in ein für das menschliche Auge erkennbares Licht umwandeln. 

Ein gern zitierter, aber unbewiesener Mythos lautet, dass der Tyrannosaurus Rex nur Objekte erkennen konnte, die sich in Bewegung befinden. Allerdings können Haustierhalter ein ähnliches Verhalten beim Spielen mit einer Katze beobachten: sie wird von einem schnell bewegten Spielzeug ebenso wie vom Leuchtpunkt eines Laserpointers geradezu hypnotisiert und ist voll auf das Spiel konzentriert; eine kleine Pause oder Ablenkung jedoch, und schon ist das Spiel vergessen. 

Der Punkt ist: es gibt „da draußen“ eine ganze Menge verschiedenster Strahlungen, und noch sind längst nicht alle erforscht. Auch ist noch nicht hinreichend geklärt, ob oder wie weit eine noch unbekannte Strahlung künftige Raumfahrer gefährden oder verletzen könnte. Dasselbe könnte aber umgekehrt auch für Besucher aus dem All gelten, die unsere Erde besuchen. Sie könnten hier einer Strahlung ausgesetzt werden, die für einen Menschen vollkommen ungefährlich ist – weil der Mensch an sie gewöhnt ist. Als Schutzmaßnahme käme hier – für Außerirdische ebenso wie für den Menschen im Weltall – ein Schutzanzug in Betracht, wie ihn unsere Astronauten ja auch schon seit Beginn der Raumfahrt tragen. Und an dieser Stelle drängt sich der Gedanke auf, dass es sich bei vielen historischen, sowohl figürlichen als auch bildlichen Darstellungen auf der ganzen Welt um Personen handelt, die mindestens einen geschlossenen Helm, wenn nicht sogar einen Ganzkörperanzug tragen. Daraus resultiert die Frage, was die Künstler der Frühzeit gesehen und erlebt haben, und was sie mit diesen Darstellungen für die Nachwelt erhalten wollten. Oder anders ausgedrückt: Angenommen, der Mensch würde einen anderen Planeten erreichen; einen, der eine für den Menschen lebensfeindliche Atmosphäre hätte, in der aber andere Lebensformen existieren und gedeihen konnten. Der Mensch könnte seinen Schutzanzug während der gesamten Dauer seines Besuchs nicht ablegen, könnte aber dennoch mit Hilfe technischer Geräte mit den Bewohnern des Planeten kommunizieren. Diese aber würden die Person, die in dem Anzug steckt, niemals in voller Pracht und ohne den Anzug zu Gesicht bekommen. Nach seiner Abreise würde daher in die Annalen der Anderen die Erinnerung an eine sich etwas unbeholfen bewegende, etwas plumpe Gestalt eingehen, mit fester Außenhaut und mit einem fauchenden Atemgerät auf dem Rücken.  

Wertloses Gold

Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. Ach wir Armen!

-    Johann Wolfgang von Goethe: Faust

Gold ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Au (lateinisch Aurum) und der Ordnungszahl 79.  Gold ist aber auch eines der am meisten gesuchten und umkämpften Metalle auf unserer Erde. Warum ist das so?

Wie schon einmal erwähnt, besaß das Volk der Inka große Mengen an Gold, die es die „Schweißperlen der Sonne“ nannte. Für sie hatte das Gold allerdings nur kultischen Wert. Dennoch fanden sie sich dazu bereit, große Mengen Goldes im Austausch gegen das Leben ihres Anführers herzugeben. Dies impliziert zwei Möglichkeiten: Entweder hatten die Inka bereits durchaus konkrete Vorstellungen über den immateriellen Gegenwert des Goldes; oder aber sie müssen erstaunt gewesen sein, ihren Anführer im Tausch gegen vergleichsweise wertlosen Tand freizubekommen. Für das erstere gibt es keinerlei Überlieferung als Hinweis darauf, dass Gold von den Inka als Tauschmittel oder Währung verwendet worden wäre. Für die zweite Möglichkeit spricht hingegen, dass zu Zeiten des Kolonialismus im Grunde exakt dieselbe Vorgehensweise gewählt wurde: Geringwertige Artikel im Austausch gegen Sklaven oder Kolonialwaren.

Gold hat einige erstaunliche physikalische und chemische Eigenschaften. Es lässt sich relativ leicht verarbeiten, so dass beispielsweise hauchdünne Folien hergestellt werden können. Gleichzeitig behält es dabei seine besonderen Eigenschaften wie Säurefestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und elektrische Leitfähigkeit.

Apollo-11-Mondlandefähre Ausschnitt). Quelle: Wikimedia Commons
Nach heutigem Stand der Wissenschaft entsteht Gold bei einer Supernova im Weltall. Demnach ist es denkbar, dass es „da draußen“ eine Anzahl von Asteroiden gibt, die mehr oder weniger aus purem Gold bestehen. Die Frage bleibt allerdings offen, wie hoch der Anteil an Gold innerhalb eines Sonnensystems (oder gar einer Galaxie) ist. Unter Berücksichtigung der enormen Entfernungen im Weltall ist es also vergleichsweise unwahrscheinlich, zufällig solch einem Goldklumpen zu begegnen. Wenn also weltraumreisende Völker dieses Material wegen seiner technischen Eigenschaften benötigen, werden sie es überall suchen.

Die Wahrscheinlichkeit, Gold zu finden, ist wohl am höchsten auf einem Planeten, auf dem es sich nach Meteoriteneinschlägen angesammelt hat. Hier würden stellare Goldsucher wohl mit der Suche beginnen. Umso einfacher, wenn man auf einem noch jungen Planeten eine Anzahl von unentwickelten Lebewesen antrifft, die man recht einfach auf eine Mitarbeit konditionieren kann. So, wie man junge Hunde für das Apportieren erzieht. Bringe mir einen Goldklumpen, und ich gebe dir Schutz, Nahrung und Kleidung. Oft genug wiederholt, wird dieser Vorgang zum festen Ritual, nach einigen Generationen zum Lebensinhalt. Früher oder später werden die offenliegenden und gut erreichbaren Goldvorkommen erschöpft sein; für die Goldsucher lohnt sich die weitere Mühe nicht mehr, sie verlassen den Planeten und suchen neue Ziele. 

Für die zurückbleibenden Einheimischen bricht aber eine Welt zusammen. Sie haben immer noch den anerzogenen Reiz, Goldklumpen zu sammeln, aber es finden sich keine Abnehmer mehr. Lediglich das instinktive Gefühl, dass es sich um etwas sehr Kostbares handeln müsse, bleibt in den Genen erhalten.

Auri sacra fames!
-    Vergil: Aeneis



Das „Sieht-aus-wie“-Spiel

Zu allen Zeiten haben Menschen das, was ihnen besonders auffiel, in künstlerischer Weise dargestellt. Dabei standen ihnen natürlich nur die Hilfsmittel und Vergleichsmöglichkeiten in ihrer Umgebung und der jeweiligen Epoche zur Verfügung. Das begann in frühester Zeit mit Felsritzungen und mehr oder weniger primitiven Bearbeitungen von Stein oder Holz. Kreative Köpfe nutzten das vorhandene Material, um Farben herzustellen, die teilweise bis in unsere heutige Zeit erkennbar blieben.

Nun hat man stets versucht, das Gesehene und Erlebte zu vermitteln. Dies allerdings ist – dem jeweiligen Zeitgeist geschuldet – nur in begrenztem Maße möglich. In der Kinderstube der Menschheit werden schon Dinge wie Naturereignisse, die uns heute selbstverständlich erscheinen, zu großer Verwirrung und Angst geführt haben. Der Mensch, der gerade erst dabei war, sich über die Kontinente auszubreiten, wurde ständig mit neuen Bedrohungen konfrontiert; neue, noch unbekannte Tierarten kreuzen seine Wege, überraschende Wetterphänomene bedrohen das Überleben. Die eigene Phantasie spielt einem Streiche; in jedem Stück Totholz steckt vermeintlich die Fratze eines Waldgeists.

Bunt bemalter Findling an einem Strand
In späteren Zeiten wurde aus einfachen Beobachtungen eine Kunst, die auch Gedanken und Empfindungen auszudrücken versuchte. Die figürlichen Darstellungen wurden inhaltvoller. Die Hochphase dieser Entwicklung dürften wohl die ägyptischen Hieroglyphen ebenso wie die Maya-Schriften sein. Beide enthalten Informationen, die bis zum heutigen Tage nicht entschlüsselt sind. 

Und hier zeigt sich das Problem der Vermischung von realer und abstrakter Darstellung. Die reale Kunst ist leicht interpretierbar: Ein Bison ist ein Bison, eine Jagdszene lässt sich leicht als solche erkennen. 

Aber was mögen sich die Menschen beispielsweise bei einer Petroglyphe (Ometepe Island, Nicaragua) wohl gedacht haben? Was hatten sie dabei vor Augen? 

Andere Darstellungen lassen sich technisch interpretieren – aber nur deshalb, weil wir in der heutigen Zeit über das dafür nötige Know-how verfügen. Als eines der bekanntesten Beispiele hierfür sei der Mechanismus von Antikythera erwähnt: ein ausgeklügelter Apparat, der „mit Hilfe von Zahnrädern und Zifferblättern astronomisch-kalendarische Zusammenhänge zeigte“. Eine unglaublich feine Arbeit, die große Kenntnisse in der Astronomie ebenso wie in der Feinmechanik voraussetzt. Aber: wie konnte ein derartiges Gerät in ein Schiff gelangen, das in vorchristlicher Zeit unterging?

Moderne Interpretationen können aber auch zu Missverständnissen führen. So geschehen bei den Abydos-Hieroglyphen: Hier sah es zunächst aus, als seien in einer uralten Inschrift moderne Dinge wie Panzer oder Hubschrauber zu erkennen. Dieser Irrtum konnte überhaupt erst dadurch entstehen, dass wir in unserer modernen Welt solche Dinge kennen, die wir in den alten Zeichen wiederzuerkennen glauben. Noch vor hundert Jahren wäre diese Interpretation gar nicht möglich gewesen. 

Ähnlich dürfte es bei den „Glühbirnen von Dendera“ sein: hier handelt es sich um „ein Motiv mit blasenförmigen Behältern“. Die Assoziation mit einer modernen Glühbirne liegt nahe; zumal die damit verbundene Verwendung von künstlichem Licht eine Erklärung bieten würde, wie unterirdische Räume bei der Bearbeitung ausgeleuchtet werden konnten. Allerdings wird sich diese gedankliche Verbindung bei zukünftigen Generationen wohl nicht mehr einstellen, denn schon heute ist die Glühbirne in dieser klassischen Form ein Auslaufmodell und wird zusehends durch moderne Leuchtmittel wie Leuchtdioden ersetzt. 

Um noch ein Beispiel zu nennen: es gibt  Darstellungen von menschlichen Körpern mit Strahlenkränzen, die mit „Antennen“ verglichen werden. Ältere Generationen werden damit noch eine gewisse Assoziation verbinden; in der modernen Welt sind diese aber nicht einmal mehr für Mobiltelefone notwendig. Auch hier wird der vermeintlich naheliegende Zusammenhang im Lauf der Zeit verlorengehen. 

Das „Sieht-aus-wie“-Spiel ist also immer auch eine Frage der Zeit und des Bildungs-Umfeldes, in dem es gespielt wird. Meinungen ändern sich, Interpretationen entstehen und vergehen. Es muss aber auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass unsere Vorfahren tatsächlich reale Geschehnisse wahrgenommen und dargestellt haben, die wir selbst mit unserem heutigen Wissensstand noch immer nicht erklären können. Hier wird erst die Zukunft das nötige Verständnis ermöglichen. Auch hierfür ein Beispiel: noch vor einigen Jahren galten Computer-Disketten als neueste Innovation. Niemand konnte voraussehen, dass sie innerhalb nur weniger Jahre ersetzt werden würden durch winzige Steckbausteine mit der Größe eines Fingernagels.

Verschwörungstheorie und -praxis

Wie viele Menschen braucht es, um ein Geschehnis zu verschleiern? – Vielleicht gar nicht so viele, wie man denken sollte.

Roswell Daily Record vom 8. Juli 1947 (Ausschnitt). Quelle: Wikimedia Commons
Jeder Mensch, der sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen beginnt, landet früher oder später bei den Ereignissen, die bis heute als „Roswell-Zwischenfall“  bekannt sind. Es wird wohl für immer ungeklärt bleiben, was genau damals geschah, und wer – wann – was gesehen hat. 

Das erstaunliche dabei ist, dass derlei Ungereimtheiten möglich sind in einer vermeintlich aufgeklärten Zeit, in der alles zu jeder Zeit dokumentiert und beweisbar ist. Dennoch scheint es so zu sein, dass Personen, die höchstpersönlich als Augenzeugen vor Ort anwesend waren, nach einiger Zeit „von der Bildfläche verschwinden“. Andere Beweise (in diesem Fall das gesammelte Material des vermeintlichen UFOs) verschwinden ebenfalls spurlos oder werden vermeintlich durch andere, „harmlose“ Teile ersetzt (Wetterballon). Dokumentarfilme und -fotos werden Jahrzehnte später als Fälschungen dargestellt. 

Steckt dahinter ein System?

Diese Frage wurde auch in Hollywood bereits in aller Ausführlichkeit aufgegriffen und in einschlägigen Filmen vermarktet. Man denke nur an die „Men in Black“-Reihe oder den Weltuntergangsfilm „2012“.  Beiden ist gemeinsam, dass durch eine groß angelegte politische Maschinerie die gesamte Menschheit über die wahren Vorkommnisse in Unkenntnis gelassen wird.

Wie könnte man so etwas durchführen?

Um mal ein Szenario zu entwerfen: Nur mal angenommen, irgendwelche „Aliens“ würden mitten in New York (wo auch sonst) landen und über den Broadway spazieren. Nun möchte man eine Massenhysterie vermeiden; also gilt es als erstes, die Verbreitung dieser Nachricht einzudämmen. Am besten gelingt dies durch eine gezielte Kampagne, diese lächerlich zu machen. Eine Flut von Beiträgen in den „Sozialen“ Netzwerken zeigt mehr oder weniger laienhaft gemachte Fotomontagen von Leuten mit Alien-Masken, alte Alien-Kalauer (Take me to your leader) werden herausgekramt; Personen, die schon früher als „Alien-Entführungsopfer“ aufgefallen waren, werden erneut in den Nachrichten erwähnt. Es wird kaum zu verhindern sein, dass irgendwelche laienhaft erstellten Videos auftauchen. Dies lässt sich leicht durch professionell erstellte „Gegenvideos“ entkräften. Zur Not müsste man einen neuen Kino-Blockbuster aus dem Hut zaubern, dann kann man das Ganze als groß angelegte Werbeaktion für ebendiesen Film vermarkten. Diskussionsbeträge in den Netzwerken können ebenso leicht ad absurdum geführt werden. Dazu benötigt man lediglich eine Handvoll „Fachleute“. Am besten Leute, die an Universitäten arbeiten. Das müssen gar nicht einmal Menschen mit einem Doktortitel sein. Es reicht auch der Hausmeister. Hauptsache, man kann hinzufügen, „er arbeitet an der Universität in Esperanto“. Diese ausgewählten Leute lässt man öffentlich diskutieren, und zwar ganz bewusst sowohl mit „Pro-“ als auch mit „Contra-“Argumenten. Beide Seiten werden schnell ihre Anhänger finden; eine Diskussion, die von Anfang an ohne sachliche Argumente auskommen muss, wird schnell in persönliche Reibereien ausarten, so dass das ursprüngliche Thema bald in Vergessenheit gerät. Ist dies erst einmal erreicht, so kann man davon ausgehen, dass die Menschheit wieder zurück zur Tagesordnung übergeht. Die Realität beweist immer wieder, dass dies beinahe jeden Tag geschieht: Menschen haben eine durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von wenigen Tagen (oder Stunden). Ob Kriege, Hungersnöte oder Naturkatastrophen: Was heute noch interessant und hochaktuell ist, das interessiert nächste Woche nur noch Schulkinder und Historiker. 

Und man möge nicht denken, dies sei eine „neue Erfindung“ der heutigen Zeit. Auch der eingangs erwähnte Roswell-Vorfall war keineswegs die erste „Fake News“  der Weltgeschichte. Auch die Kriegsberichterstattung  war stets ein Teil der manipulativen Beeinflussung, und sie ist es bis heute, wie man aus Formulierungen entnehmen kann wie „Diese Bilder sollen Bombardierungen zeigen …“ oder „Überprüfen lassen sich die angegebenen Opferzahlen nicht“. 

Auch Augenzeugenberichte haben keinen dauerhaft glaubwürdigen Wert. Als nur ein einziges Beispiel hierfür sei hier genannt das „Sonnenwunder von Fatima“.  Diese Erscheinung im Jahr 1917 soll „von mindestens 30.000 Menschen“ beobachtet worden sein und wurde 1930 durch die römisch-katholische Kirche als Wunder anerkannt. Dennoch bleibt bis heute offen, was genau denn dort damals eigentlich geschah. 

Was bleibt, sind eine Menge Theorien.
 

Astronomische Beobachtungen

Es könnte zwei Arten dieser Beobachtungen geben. Entweder stellt jemand einige markante Monumente in die Landschaft, um dann mit deren Hilf...